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Diese Krankheit breitet sich immer weiter aus – und ist vor allem für Kinder gefährlich

Europaweit breiten sich die Masern aus und auch in Deutschland gibt es immer mehr Fälle. Wie gefährlich ist die Krankheit und warum trifft sie vor allem Kinder?

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Weniger Immunität bei ausbleibender Impfreaktion?

Nach einer Impfung zeigen die Reaktionen des Körpers an, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Der Erfolg einer Impfung hängt aber nicht davon ab, ob man Nebenwirkungen hatte!

Seit vergangenem Jahr verzeichnet Europa einen alarmierenden Anstieg der Masernfälle. Mit über 30.000 neuen Fällen in Europa zwischen Januar und Oktober 2023 und einem sprunghaften Anstieg im Vergleich zu 941 Fällen im Vorjahr, ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Wachsamkeit auf. Doch wie gefährlich sind Masern wirklich? Warum stecken sich vor allem Kinder an? Und was können wir tun, damit sich die Masern in Deutschland nicht weiter ausbreiten?

Masern breiten sich aus – auch in Deutschland

Deutschland selbst meldete 2024 bislang 5 Masernfälle, nachdem im Vorjahr 57 Fälle registriert wurden. Dieser Trend ist besorgniserregend, besonders im Hinblick auf die niedrigen Impfquoten, die in einigen Regionen weit unter dem von der WHO empfohlenen Wert liegen.

Masern sind nicht nur hochansteckend, sondern stellen auch eine besondere Gefahr für kleine Kinder, junge Erwachsene und immungeschwächte Personen dar. Ein Drittel der Erkrankungen führt zu schwerwiegenden Komplikationen wie Lungen- und Hirnhautentzündung. Zudem schwächen Masern das Immunsystem langanhaltend und erhöhen somit das Risiko für weitere Infektionen.

So gefährlich sind Masern wirklich

In der Regel beginnt eine Infektion mit Fieber, Schnupfen, Husten und Bindehautentzündung. Diese Symptome können leicht mit einer gewöhnlichen Erkältung oder einer Grippe verwechselt werden. Ein charakteristisches Merkmal der Masern, das normalerweise einige Tage nach Beginn des Fiebers auftritt, ist jedoch der charakteristische Hautausschlag. Dieser beginnt oft im Gesicht und hinter den Ohren, bevor er sich über den Körper ausbreitet.

Etwa ein Drittel der Masernfälle führt zu Komplikationen wie Lungenentzündung, einer der häufigsten Todesursachen bei Masern, und Enzephalitis (Hirnhautentzündung), die bleibende Schäden hinterlassen kann. Außerdem haben Studien gezeigt, dass Masern die Immungedächtniszellen zerstören können, die den Körper vor anderen Pathogenen schützen. Das bedeutet, dass nach einer überstandenen Maserninfektion das Risiko für andere Infektionskrankheiten für Monate oder sogar Jahre erhöht sein kann.

Nice to know: Bei Kindern ist das Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift, was sie anfälliger für eine Infektion macht. Junge Erwachsene über 20, die nicht geimpft sind oder die Krankheit in ihrer Kindheit nicht durchgemacht haben, können ebenfalls schwer erkranken, da ihr Körper nicht die notwendigen Antikörper zur Bekämpfung des Virus besitzt.

Impfung zur Eindämmung der Infektionsrate

Trotz der Verfügbarkeit einer wirksamen Impfung liegt die bundesweite Impfquote für Kinder und Säuglinge aktuell nur bei 68,3 Prozent. Noch dramatischer sieht es bei den Erwachsenen aus, deren Masernimpfrate 2021 bei nur 0,5 Prozent lag. Angesichts dieser Situation mahnen das Robert Koch-Institut (RKI) und die Ständige Impfkommission (STIKO) zur Vorsicht und empfehlen dringend die Masernimpfung. Laut RKI ist eine Impfquote von 95 Prozent erforderlich, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

Wie das RKI berichtet, liegt bei Kindern und Jugendlichen ein vollständiger Impfschutz gegen Masern vor, wenn sie insgesamt zwei Impfungen gegen Masern in einem Mindestabstand von 4 Wochen erhalten haben.

Bei Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, und nicht als Kind geimpft wurden oder nur eine Impfung erhalten haben, wird eine einmalige Impfung empfohlen. Selbes gilt, wenn der Impfstatus nicht klar ist. Jedoch entwickeln nicht alle Personen nach einer Masernimpfung einen ausreichenden Schutz. Etwa 8 Prozent der Geimpften sind nach der ersten Impfung nicht immun gegen Masern. Daher wird Menschen, die ein erhöhtes berufliches Risiko für einen Kontakt zu Masernviren haben, also z. B. in medizinischen Einrichtungen arbeiten, zwei Masern-Impfungen erhalten.