Body & Fitness

Joggen im Winter – mit Sport die Gesundheit aufs Spiel setzen?

Joggen im Winter – gefrorene Lunge und schlechte Performance? Wir klären, was es mit den 4 größten Sportmythen im Winter auf sich hat.

Joggen im Winter
Mit dem richtigen Equipment wird Joggen im Winter zum großen Spaß!

Die Tage sind bereits wieder kurz und kalt. Klirrend eisige Nächte folgen auf raubereifte Tage. Eigentlich das ideale Wetter, um sich daheim am Kaminfeuer zu wärmen oder wenigstens die Füße unter die Heizung zu stecken. Wenn man doch einmal rausmuss, dann heißt es: Mantelkragen hochgeschlagen und mit zerknitterter Miene über die Straßen hasten. Joggen im Winter ist eh viel zu ungesund! Aber stimmt das?

Joggen im Winter mit Vorbereitung geht alles

Wer sich in den kalten Tagen die Joggingschuhe schnürt, ist mutig. “Deine Lunge gefriert!” sagen die einen. “Du schwächst deine Abwehrkräfte” sagen die anderen. “Alles Bullshit.” sagen wir. Wenn du ein wenig Zeit in die Vorbereitung steckst, ist das Jogging im Winter absolut unbedenklich.

Atem im Winter
Du hast Angst, dass deine Lunge beim Joggen im Winter gefriert? Das brauchst du nicht!

Mythos 1: Deine Lunge gefriert

Bei jedem Atemzug muss die menschliche Lunge die einströmende Luft erwärmen. Das macht sie auch normalerweise ganz hervorragend. Nur bei allzu zu hohen Minusgraden kann es problematisch werden. Die Lunge kommt mit der kalten Luft nicht klar und es kommt zu Erfrierungen.

Tatsächlich ist das aber erst ab einer Temperatur von mindestens 15 Grad unter Null der Fall was in Deutschland eine echte Seltenheit ist. Solltest du also vorhaben, im schwedischen Lappland einen Marathon zu laufen, dann bleib doch lieber Zuhause. Ansonsten Entwarnung: Alles unbedenklich!

Joggerin nach dem Laufen
Zieh dich beim Joggen im Winter bloß warm an.(Photo: Xavier Arnau)

Mythos 2: Joggingkleidung ist viel zu dünn

Die meisten Joggingpants sind so dünn wie eine zweite Haut. Zum Laufen ist das ideal, doch warm halten die Dinger nicht. Doch das ist überhaupt nicht schlimm. Du brauchst keine Thermohose, um beim Joggen in der Kälte Spaß zu haben. 

Beine und Arme sind hier eher Nebensache. Bei der richtigen Kleidung fürs Jogging solltest du vielmehr darauf Acht geben, dass Oberkörper und Rumpf vor Wind und Wetter geschützt sind. Besorge dir am besten eine Windbreaker-Jacke. Auch ein Stirnband ist sinnvoll gegen kalte Öhrchen.

Joggen im Wald
Vom Joggen im Winter bekommst du einen besonders hohen Serotoninausstoß.

Mythos 3: Joggen im Winter macht einfach keinen Spaß

Menschen, die ohnehin gerne joggen, werden auch das Laufen in der Kälte zu schätzen wissen. Nicht nur, dass wir die herrliche Winterlandschaft um uns herum beobachten und dabei unsere Lieblingsjogging-Playlist hören können. 

Die Kälte macht uns nachweislich auch noch fröhlicher. Laut einer Studie der Duke University in Durham/North Carolina wirkt Ausdauertraining in der Kälte gegen Depressionen. Das Glückshormon Serotonin wird dabei 4-mal besser ausgeschüttet als mit Antidepressiva. Schon mal etwas vom Runner's High gehört?

Joggen auf Zeit
Joggen in der Kälte kann sogar deine Leistung steigern.

Mythos 4: Du bringst nicht dieselbe Leistung

Im Gegenteil! Eine Studie der University of Massachusetts fand sogar heraus, dass bei Kälte noch mehr Leistung möglich ist. Bei kalten Temperaturen (um die 5 Grad-Marke) arbeitet das Herz-Kreislaufsystem am effizientesten. Höhere Temperaturen lassen Sauerstoff nämlich schwerer in die Muskeln eintreten als kalte.

Fazit Sport gerne! Aber in Maßen.

In der Kälte zu joggen ist für die meisten absolut unbedenklich. Vergiss dabei aber trotzdem nie, auf deinen Körper Acht zu geben. Zu heftiges und zu langwieriges Ausdauertraining ist bei zu niedrigen Temperaturen tatsächlich ungesund. Wenn es dir nicht gut geht oder zu zittern beginnst, dann auf auf: Zurück ins Warme!