Seit Beginn der Coronakrise hat das Robert-Koch-Institut die Pulsschläge in ganz Deutschland ausgewertet. Mit Hilfe von Smartwatches und Fitnessarmbändern wurde der Ruhepuls von einer halben Million Menschen erfasst. Mit den Daten wollten die Forscher Corona-Hotspots frühzeitig erkennen. 

Aus den Ergebnissen lässt sich allerdings nicht nur ein Zusammenhang zwischen dem Ruhepuls und der Lebenserwartung ziehen, die Auswertung zeigt auch, wie unterschiedlich es den Menschen in verschiedenen Regionen Deutschlands geht.

Was der Ruhepuls aussagt

Die Ruhepulswerte können sehr stark schwanken. Während sportscheue Menschen über 80 Schläge haben können, sind es bei Freizeitsportlern 60 – 70 und bei Profisportlern nur um die 40 Schläge pro Minute. Das liegt daran, dass Spitzenathleten mit einem Herzschlag mehr Blut in den Kreislauf pumpen können und deshalb weniger Schläge benötigen.

In den erfassten Daten ist zwischen 40 und 90 Schlägen alles dabei, sorgen musst du dich allerdings erst, wenn du über eine längere Zeit weniger als 50, oder mehr als 70 Schläge pro Minute misst. Die Nutzer der Pulsmesser hatten einen durchschnittlichen Ruhepuls von 61 Schlägen pro Minute.

Ist der Ruhepuls erhöht, kann das ein Warnzeichen für die weltweit häufigste Todesursache sein: Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Frau in Großstadt mt iPad
Eigentlich würde man annehmen, Großstädter seien gestresster. Die Pulsuhren zeigen, dass viel mehr dahintersteckt.(Photo: shutterstock.com/GaudiLab)

So unterscheiden sich die Pulsschläge in Deutschland

Besonders auffällig: Vor allem im Süden haben die Menschen einen niedrigen Puls. Egal, ob ländliche Region oder Großstädte wie München und Heidelberg. Der höchste Puls wurde dagegen im Osten gemessen, im Durchschnitt ist hier der Ruhepuls um fast einen Schlag höher. Dort ist auch der Unterschied zwischen Stadt und Land erkennbar. In Großstädten, zum Beispiel Leipzig, war der Ruhepuls niedriger als in der restlichen Region.

Das Fazit: Menschen aus sozial und wirtschaftlich schwachen Regionen haben einen schnelleren Herzschlag und genau in diesen Regionen ist auch die Lebenserwartung geringer.

Wenig Geld, wenig Perspektiven

Reiche Manager und Firmenchefs sind in ihren stressigen Berufen nicht die häufigsten Opfer von chronischem Stress. Stattdessen trifft es sozial Benachteiligte, die mit finanziellen Schwierigkeiten und später mit den Folgeerkrankungen zu kämpfen haben. Der schnelle Puls ist dabei mindestens eine Begleiterscheinung. Ob die Lebenserwartung nicht auch auf eine ungesunde Lebensweise oder andere Faktoren zurückgeführt werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. 

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