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Darum solltest du dir beim Schlafen den Mund zukleben 

Atmest du durch die Nase oder durch den Mund wenn du schläfst? Laut Forscher:innen ist es gesünder durch die Nase zu atmen. Was Klebeband damit zu tun hat, erfährst du hier.

Frau im Bett
Wie atmest du beim Schlafen? Foto: Pexels / Karolina Grabowska

Sich beim Schlafen den Mund zukleben klingt für dich eher wie eine Knebeltechnik? Laut Forscher:innen kann dies allerdings in manchen Situationen sehr sinnvoll sein. Wir haben uns angeschaut, wieso das so ist. 

Lieber durch die Nase atmen als durch den Mund 

Mundatmer haben einen schlechten Ruf, hauptsächlich wegen des lauteren, zischenden Geräuschs, das die Luft macht, wenn sie durch den Mund und nicht durch die Nase strömt. Laut Forscher:innen ist diese Art zu atmen, allerdings nicht nur für die Mitmenschen nervig. Diejenigen, die regelmäßig mit dem Mund atmen, haben tatsächlich ein höheres Risiko, an Schlafstörungen und Zahngesundheitsproblemen zu erkranken. Auch wenn es möglich ist, sich tagsüber aktiv für die Nasenatmung zu entscheiden, ist es schwieriger, die Atmung im Schlaf zu kontrollieren. Deshalb kleben sich manche den Mund ab, um eine Nasenatmung zu erzwingen.  

Nahaufnahme vom Gesicht einer Frau
Durch die Nase zu atmen ist am sinnvollsten. Foto: Pexels / Angela Roma

Wie das funktioniert? Beim nächtlichen Abkleben des Mundes wird vor dem Schlafengehen ein Stück Klebeband über die Lippen geklebt, sodass man im Schlaf nicht mehr durch den Mund atmen kann. Es gibt bisher nicht viele Studien zu diesem Verfahren. Die Vorteile der Nasenatmung im Schlaf sind allerdings enorm, weswegen Ärzt:innen laut well+good in manchen Fällen dazu raten. Allerdings sollte dies stets mit bedacht und mit Vorsichtsmaßnahmen geschehen.  

Weiterführende Info: Warum es gesünder ist, durch die Nase zu atmen 

1. Die Temperatur wird reguliert 

2. Giftstoffe werden herausgefiltert 

3. Gefahren in der Luft und der Nahrung werden wahrgenommen 

4. Atmen durch die Nase fördert die Gehirnleistung 

5. Bessere Sauerstoffaufnahme 

Frau im Bett mit Kissen
Wir alle schlafen unterschiedlich. Foto: Pexels / Ron Lach

Ist es wirklich eine gute Idee, sich den Mund abzukleben? 

Ist es denn nun wirklich eine gute Idee, sich selbst zur Nasenatmung zu zwingen, indem man Klebeband auf den Mund klebt? Die Antwort ist laut well+good ein klares „Es kommt darauf an“. 

 Wenn du vermutest, dass deine nächtliche Mundatmung nur eine schlechte Angewohnheit ist, kann es sich lohnen, den Mund mit Klebeband abzukleben. Eine Studie aus dem Jahr 2015 mit Schläfern mit offenem Mund ergab dass „poröse Mundpflaster“ die Intensität und Häufigkeit von Schnarchen verringerten. Angeblich kamen diese Veränderungen durch eine verstärkte Nasenatmung zustande.  

Allerdings sollte dabei immer beachtet werden, dass es Fälle gibt, in denen es nicht so einfach ist. Sollte deine Nase beispielsweise verstopft sein, kann dies zu Komplikationen führen und du bekommst keine Luft mehr. Auch löst das Zukleben der Nase meist nicht die eigentlichen gesundheitlichen Probleme, sondern nur ein Symptom. Stattdessen solltest du dich bei Atemproblemen als erstes an einen HNO-Arzt wenden. 

Wie man sich am besten den Mund abklebt 

Wenn du dich mit einem Arzt besprochen hast, keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen hast und er dir das “Go” fürs Mund-Zukleben gibt, solltest du laut Expert:innen ein Stück poröses medizinisches Klebeband verwenden, das vertikal über die Ober- und Unterlippe gelegt wird. Dabei ist zu beachten, dass du nur ein kleines Stück – die Größe einer Briefmarke – verwenden solltest, um die Lippen sicher abzudichten, ohne sie komplett zu verschließen.  

Außerdem raten Expert:innen dazu, das Klebeband nicht über Haare zu kleben, um Irritationen beim Entfernen zu vermeiden. „Wenn Sie während des Tragens des Klebebands Atembeschwerden oder Angstzustände verspüren, sollten Sie das Klebeband sofort entfernen und Ihren Arzt konsultieren“, sagen sie.