Ein morgendlicher Blick in den Spiegel – und schwups, da ist schon wieder einer. Ein kleiner roter Besucher im Gesicht. Keine Frage: Pickel nerven, sehen unschön aus und tun im schlimmsten Fall auch noch weh.

Kein Wunder, dass die Versuchung jetzt fast unwiderstehlich groß wird, ihn einfach auszudrücken. Aber wie drückt man Pickel aus und warum sollte man am besten ganz die Finger von ihnen lassen?

Was sind Pickel eigentlich?

Wenn gemeinhin von „Pickeln“ die Rede ist, denken die meisten an die sogenannten geschlossenen Komedonen – diese erkennt man an ihrer weißen Färbung. Daher auch der andere Name „Whitehead“. Schreitet die Entzündung unter der Haut weiter fort, entwickeln sich aus den Komedonen Pusteln und Papeln.

Im Gegensatz dazu stehen die deutlich harmloseren „Blackheads“. Das sind offene Komedonen. Ihre typisch dunkle Färbung entsteht nicht durch Dreck, sondern durch die Oxidation des im Talg enthaltenen Hautfarbstoffs Melanin mit dem Sauerstoff in der Luft.

Pickel cartoon
Es gibt Menschen, die schauen sich extra Videos an, weil sie es befriedigend finden. Aber weißt du eigentlich, wie man Pickel richtig ausdrückt?

Die Entstehungsgeschichte des Pickels


Die Entstehung solcher Pickel erfolgt durch übermäßige Verhornung und einer Überproduktion von Hautfetten, welche die Ausführungsgänge der Talgdrüsen verstopfen. Der Talg kann nicht mehr schnell genug abfließen und es bildet sich eine Art Pfropf.

Und hier beginnt im Grunde die Gefahr. Denn das in der Haut aufgestaute Talgdrüsensekret bildet ein gefundenes Fressen für Bakterien, die sich hier schnell vermehren können. Das löst eine Immunreaktion aus, die als Entzündung sichtbar wird.

Warum sollte man Pickel nicht ausdrücken?

Man sollte Pickel nicht ausdrücken, da sich die Wahrscheinlichkeit der Entzündung dadurch weiter erhöht. Beim Ausdrücken besteht die Gefahr, dass du den Pickelinhalt noch tiefer in die Talgdrüse schiebst. Da es so noch tiefer in die Haut gelangt, kann es zu Entzündungen führen, die am Ende viel schlimmer, als die Pickel selbst sind.

Das passiert vor allem, wenn an deinen Händen noch Bakterien sind. Dabei ist die Gefahr der Narbenbildung nicht zu unterschätzen

Frau drückt Pickel vor Spiegel aus
Wenn, dann aber richtig. Wie drückt man Pickel am besten aus?

Wie drückt man Pickel aus? So geht’s:

  1. Wenn wir aber mal ehrlich sind, dann kann man manchmal einfach nicht widerstehen. Du solltest sowohl die Stelle(n) mit einem Anti-Pickel-Mittel reinigen, als auch deine Hände gründlich mit Seife und warmen Wasser waschen. Das hilft, Schmutz und Eiter, die sich im Mitesser befinden könnten, zu lösen, was das Ausdrücken erleichtert.
  2. Sterilisiere eine Nähnadel mit Franzbranntwein oder etwas Ähnlichem. Stich die Spitze sehr vorsichtig in die breiteste Stelle des Pickels. Wichtig: Es sollte weder wehtun noch bluten. Tut es das, höre sofort auf!
  3. Nimm ein Wattepad oder ein Kosmetiktuch, um den Pickelinhalt zu entfernen. Dazu platzierst du die Zeigefinger seitlich des Pickels und übst leichten Druck aus. Ist er „reif“, wird er sich entleeren. Setze die Finger gegebenenfalls nochmals in anderer Position an. Sobald klare Flüssigkeit oder Blut kommt, solltest du sofort aufhören.
  4. Desinfiziere die Hautstelle.

Was kommt aus dem Pickel heraus?

Das Gemisch aus Talg und abgestorbenen Hautzellen ist auch eine Grundlage für die Vermehrung von Bakterien (v.a. Propionibacterium acnes). Es kommt zu Entzündungsreaktionen in der Haut und die Folge sind Rötungen, Knötchen (Papeln) und Pickel (Pusteln).

Frau mit Akne
Am besten ist es für deine Haut, wenn du sie gar nicht ausdrückst. Mit diesen Alternativen tust du deiner Haut sogar etwas Gutes.

Alternativen zum Pickel ausdrücken

Besser, als auf eigene Faust an Pickeln herumzudrücken, sind folgende Maßnahmen:

  1. Wärmen oder kühlen: Eine kühle Kompresse lindert das unangenehme Gefühl von entzündeten Pickeln. Manche Betroffene empfinden auch wärmende Auflagen als angenehm bei Entzündungen. Sie haben den weiteren Vorteil, dass die Wärme die Poren öffnet, was dem Pickel hilft, sich von selbst zu öffnen und den Eiter zu entleeren.
  2. In Ruhe lassen: Fasse dir möglichst nicht ins Gesicht. An den Fingern sitzen oft Bakterien, die die Entzündungen schlimmer machen.
  3. Anti-Pickel-Mittel ausprobieren: In Apotheken gibt es verschiedene Mittel gegen Mitesser und Pickel, die mit Wirkstoffen wie Salicylsäure den Hautunreinheiten den Garaus machen sollen.
  4. Auch Teebaumöl kommt oft bei Pickeln zum Einsatz. Probiere lieber aus, ob solche Mittel wirken, als an den Hautunreinheiten herumzudrücken. Zeigt sich nach vier bis sechs Wochen keine Besserung, lohnt sich der Weg zum Hautarzt (Dermatologe).