Fruchtsäurepeelings sind in aller Munde, denn inzwischen musst du nicht mehr ins Kosmetikstudio für die teure Behandlung, sondern kannst sie daheim einfach selber ausprobieren. Was ist dran am Hype um die chemischen Peelings?

Was macht das Fruchtsäurepeeling besser als ein mechanisches Peeling?

Es gibt zwei Arten von Peelings: mechanische und chemische. Mechanische Peelings kennen wir alle, es sind meistens Gele mit kleinen Partikeln aus Kaffee, Zucker, Heilerde oder auch (leider) Mikroplastik. Durch die Reibung werden abgestorbene Hautzellen entfernt. Dadurch erneuert sich die Haut schneller.

Chemische Peelings funktionieren ganz ähnlich, nur brauchen sie keine Reibung. Die Säure übernimmt den Job und entfernt so viel sanfter tote Hautschüppchen. Noch dazu haben sie entzündungshemmende Eigenschaften. Je nachdem, welche Säure verwendet wird.

Mechanische Peelings verursachen oft Mini-Verletzungen auf der Haut. Das kann zu Entzündungen führen und schadet zarten Hautpartien eher, als dass es sie pflegt. Deshalb solltest du im Gesicht auf mechanische Peelings komplett verzichten. Diese sind nur für den Körper geeignet.

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Ein Fruchtsäurepeeling nutzt man wie eine Maske und lässt es einziehen und wäscht es dann ab.(Photo: istock.com/CoffeeAndMilk)

Für welche Problem du unbedingt Fruchtsäurepeelings probieren solltest

Fruchtsäurepeelings, auch AHA Peelings (Alpha-Hydroxysäure) genannt, werden tatsächlich aus Fruchtsäuren wie Zitronensäure gewonnen. Sie sind also natürlichen Ursprungs, werden jedoch chemisch gewonnen, daher der Name. 

AHA Peelings eignen sich für viele verschiedene Hauttypen. Sie dringen nur in die obersten Hautschichten ein und sind deshalb vergleichsweise mild (natürlich je nach Konzentration). Normale, trockene und sensible Haut, aber auch Haut mit erste Falten, Pigmentstörungen, fahlem Teint oder Sonnenschäden profitieren besonders von Fruchtsäurepeelings.

Wer eher zu sehr öliger Haut neigt, große Poren und Akne hat, der sollte eher zu BHA-Peelings greifen, denn Salicylsäure dringt noch ein wenig tiefer ein und wirkt entzündungshemmend.

Frau mit schöner Haut
Welches Peeling passt zu deiner Haut?(Photo: Pexels)

Welches Fruchtsäurepeeling passt zu dir?

Fruchtsäurepeelings sind echte Alleskönner und können bei verschiedensten Hautproblemen verwendet werden. Die typischsten Beauty-Säuren sind Zitronensäure, Glykolsäure, Milchsäure, Apfelsäure oder Weinsäure.

1. Milchsäure-Peeling (Lactic Acid)

Milchsäurepeelings sind sehr beliebt, weil sie sehr schonend sind und so auch für sehr sensible Haut geeignet sind. Die Moleküle der Milchsäure sind größer und dringen nicht so tief in die Hautschichten ein, sondern bleiben an der Oberfläche. Aknenarben, Verhornungen und große Poren können so optimal behandelt werden.

Milchsäure kommt natürlich in unserer Haut vor, deshalb ist die Anwendung besonders risikoarm. Außerdem versorgt sie unsere Haut mit Feuchtigkeit und hält sie so jung.

Wirkt bei:

  • Verhornung
  • Sensible Haut
  • Pigment- und Altersflecken
  • Aknenarben
  • Feuchtigkeitsarme Haut
  • Erste Falten

Konzentration: 5 – 10 % (Anfänger bis 5 %)

Optimaler pH-Wert: 2,8 – 3,5  

Beispiel: Besonders beliebt ist das Lactic Acid 5 % + HA 2 % von The Ordinary für gerade einmal 7 €. Durch die 2 % Hyaluronsäure, wirkt es besonders gut als Einsteiger-Anti-Aging Produkt. Alternativen zu The Ordinary gibt es hier. Hier geht es zum Milchsäure-Peeling bei Douglas 🛒.

2. Glykolsäure-Peeling (Glycoloc Acid)

Wer den gewissen Glow sucht, der sollte zu Glykolsäure greifen. Sie dringt sehr tief in die Hautschichten ein und hilft dort der Zellerneuerung und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Besonders für jüngere Haut, die mit Anti Aging beginnen möchte, ist sie der perfekte Einstieg.

Durch Glykolsäure wird die Produktion von Kollagen angeregt und die Haut wird dicker, dadurch hat sie auf Dauer weniger Falten. Wer sehr fettige Haut (lieber Salicylsäure) oder sehr sensible Haut (lieber Milchsäure) hat, sollte keine Glykolsäure benutzen. Bitte achte bei Glykolsäure immer auf die Einwirkzeit und überschreite diese nicht.

Wirkt bei:

  • Fahler Teint
  • Mischhaut bis trockene Haut
  • Feuchtigkeitsarme Haut
  • Erste Fältchen
  • Pigmentflecken und Sonnenschäden
  • Aknenarben
  • Große Poren

Konzentration: 5 – 15 % (Anfänger 5 – 10 %)

Optimaler pH-Wert: 3 – 4 

Beispiel: Das Glykolsäure-Peeling mit 8 % von Paula’s Choice gibt es für 38 € für 100 ml. Das Produkt ist komplett parfümfrei und daher auch für Allergiker geeignet. Hier gehts zum Produkt auf Amazon 🛒.

3. Mandelsäue-Peeling (Mandelic Acid)

Mandelsäure gilt als das hautschonendste Peeling, weil die Moleküle so groß sind. Es dringt nicht sehr tief ein und verbessert die Haut direkt an der Oberfläche. Neben den gewohnten Effekten wie Anti Aging und ein verbessertes Hautbild, ist sie auch für leicht fettende Haut geeignet, da sie antibiotisch wirkt und Pickel schneller abschwellen lässt.

Wer auf Glykolsäure reagiert, kann Mandelsäure probieren, denn sie ist milder, dafür aber gleichzeitig effektiver.

Wirkt bei:

  • Hyperpigmentierung und Pigmentflecken
  • Sensible Haut
  • Feuchtigkeitscreme Haut
  • Erste Falten
  • Unreine, leicht fettige Haut

Konzentration: 2 – 15 % (Anfänger: bis 10 %)

Optimaler pH-Wert: 2,2 – 3,3 

Beispiel: Auch hier ist ein The Ordinary Produkt sehr beliebt. Das Mandelic Acid 10 % + HA sorgt für einen soften Anti Aging Effekt in milder Formulierung. Hier geht’s zu Douglas 🛒.

4. Apfelsäure-Peeling (Malic Acid)

Apfelsäure wird gern zu anderen Fruchtsäuren dazu gegeben, weil es einen extra Anti-Aging Booster gibt. Es ist sehr mild, milder als Mandelsäure, dafür aber auch weniger wirksam, weshalb es nicht allein eingesetzt wird.

Wirkt bei:

  • Sensible Haut
  • Fahler Teint
  • Große Poren
  • Feuchtigkeitsarme Haut

5. Weinsäure-Peeling (Tartaric Acid)

Auch Weinsäure wird nicht allein verwendet. Es ist lediglich als Zugabe in AHA-Peelings enthalten, um die Wirkung zu verstärken und den pH-Wert anzugleichen, so wie auch Zitronensäure. Es gilt als Feuchtigkeitsversorger. Allerdings sind die Studien zu Weinsäure für die Haut noch nicht weit genug fortgeschritten, um sie als Einzelprodukt zu verwenden.

Wirkt bei:

  • Feuchtigkeitsarme Haut
  • Erste Fältchen
  • Fahler Teint

Beispiel: Das Tri-Peeling von Rau kombiniert gleich mehrere Säuren: Zitronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Apfelsäure und Salicylsäure. Für 18 € gibt es 50 ml bei Amazon 🛒.

6. Zitronensäure-Peeling (Citric Acid)

Tatsächlich gibt es kaum reine Zitronensäurepeelings, denn sie ist sehr stark und wird vor allem genutzt, um die Wirkung von anderen Fruchtsäuren zu verstärken, wie in der Kombination mit Glykolsäure. 

Außerdem wirkt Zitronensäure aufhellend und kann so Pigmentflecken minimieren. Wie auch Vitamin C, hat Zitronensäure viele Antioxidantien, die deine Haut vor freien Radikalen schützen und so widerstandsfähig machen. Sie balanciert den pH-Wert aus und wirkt als natürlicher Konservierungsstoff.

Wirkt bei:

  • Pigmentflecken und Sonnenschäden
  • Großen Poren
  • Öliger Haut

Beispiel: Das AHA Peeling von Junglück kombiniert gleich mehrere Säuren zu einem Peeling. 5,1 % sind es insgesamt, angeführt von Glykolsäure, aber eben auch mit Zitronensäure bei einem pH-Wert von 3 – 4,5. 38 € klingt zwar erst einmal teuer, dafür gibt es satte 100 ml und die Produkte sind zertifizierte Naturkosmetik, vegan und tierversuchsfrei. Hier gehts zu Amazon 🛒.

Creme Öl
Vor dem Peelen muss die Haut gereinigt werden.

So solltest du Fruchtsäurepeelings verwenden

Wenn es sich um ein richtiges Peelingserum handelt, dann solltest du es ein bis zweimal pro Woche verwenden. Nicht öfter! Es wird angewendet wie eine Gesichtsmaske: Du träufelst ein paar Tropfen auf dein Gesicht und massierst es gleichmäßig ein. Augenpartien bitte aussparen. Dann lässt du es für die angegebene Zeit einwirken. Diese liegt meistens um die 10 Minuten. Anschließend wird das Peeling abgewaschen.

Ein Peeling sollte immer nach der Gesichtsreinigung und nach dem Toner benutzt werden, aber vor der Pflege. Wenn du die genauen Steps einer guten Gesichtspflegeroutine wissen willst, lies hier weiter. Beim Start von Fruchtsäurepeelings kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen: Die Haut sondert erst einmal alle Abfallprodukte (durch Pickel) aus, bevor sie strahlen kann. Das ist völlig normal.

Ein wenig brennen und prickeln ist bei Fruchtsäurepeelings normal. Auch ein Hitzegefühl kann sich einstellen. Es sollte jedoch niemals unangenehm werden. Taste dich bitte an Säuren heran und bestelle erst einmal eine „Anfängersäure“, das heißt nicht höher als 10 %. Wenn du diese gut verträgst, kannst du schrittweise höhergehen mit den Konzentrationen.

Gibt es Risiken?

Wie bei allen Beautyprodukten kann es sein, dass deine Haut das Peeling nicht verträgt. Deshalb solltest du ohnehin IMMER ein wenig der Flüssigkeit auf einer unempfindlichen Hautstelle probieren wie der Hand.

Grundsätzlich sollten folgende Personengruppen Fruchtsäurepeelings lieber nicht ausprobieren: Regelmäßige Solariumgänger, Menschen mit Hauterkrankungen wir Neurodermitis, Rosazea, Couperose, akute Akne oder Herpes (bitte vorher den Hautarzt fragen!) oder Menschen, die gerade mit Antibiotika behandelt werden.

Wer mit Säuren in seiner Hautpflege arbeitet, muss besonders auf den Sonnenschutz achten, denn die Haut ist durch die Säure anfälliger. Ein hoher Lichtschutzfaktor gehört dann zur Routine dazu.

Olivenöl
Du solltest deine Haut immer vor der Sonne schützen, wenn du mit Fruchtsäure arbeitest.(Photo: imago images/Westend61)

Fazit: Freche Früchtchen will die Haut

Früchte sind eben nicht nur gut von innen, sondern auch von außen. Die vielen verschiedenen Fruchtsäuren sind sicherlich etwas verwirrend, deshalb hier ein einfacher Ratgeber: Glykolsäure und Milchsäure sind gleichermaßen gut für Einsteiger geeignet, den größeren Anti Aging Effekt hat Glykolsäure. Wenn du sehr sensible oder leicht ölige Haut hast, dann nimm Mandelsäure. Ölige und pickelige Haut nimmt lieber ein BHA Peeling aus Salicylsäure. 

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