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Botox gegen Depressionen: Deswegen nutzt Nervengift der Psyche

Aufgespritzte Lippen und Plastikgesichter – Der Ruf von Botox ist schlecht. Dabei soll Botox sogar gegen Depressionen helfen. Wir verraten dir, was dahinter steckt.

botox gegen Depressionen
Botox nicht nur gegen Falten, sondern auch gegen Depressionen? Was steckt dahinter? Foto: Getty Images NikiLitov

Was haben Depressionen mit Botox zu tun? Es kann lange dauern, bis das richtige Medikament für die Behandlung einer Depression gefunden ist. Botox soll angeblich schnell helfen, muss erst aber weiter erforscht werden.

Um Botox gibt es eine aktive Diskussion. Die Risiken werden gegen die Vorteile für Nutzende abgewogen, doch dass das Nervengift auch gegen psychische Probleme eingesetzt werden soll, hört sich erst einmal ungewöhnlich an. Mit Botox gegen Depressionen angehen – wir zeigen dir, was dahinter steckt.

Botox gegen Depressionen – Glücklich durch Nervengift?

Botulinumtoxin ist ein starkes Nervengift. Wenige Mikrogramm sind bereits tödlich. Genau injiziert, lähmt es die Muskulatur und kann so vor Falten um die Stirn, die Augen und den Mund schützen. Die Mimikfalten werden reduziert – die Mimik an sich natürlich auch. Dazu kann das Toxin auch gegen übermäßiges Schwitzen, Nackenschmerzen, Spasmen, Krämpfe, Migräne und Blasenentzündungen helfen.

Botox gegen Depressionen
Mit Botox für Schöneheit und gegen Depressionen? Was steckt dahinter? Foto: Getty Images Vincent Besnault

Botox soll allerdings nicht nur die Ästhetik beeinflussen, sondern auch die Gefühle und sogar gegen Depressionen helfen. Forscher der University of California in San Diego haben in Zusammenarbeit mit einem deutschen Arzt eine Studie veröffentlicht, in der sie über 45.000 klinische Berichte untersuchten und auswerteten

Tatsächlich stellten die Forscher fest, dass Patienten, denen Botox gegen Falten, Schwitzen und Spasmen injiziert wurde, 40 bis 88 % seltener über Depressionen klagten, als Patienten anderer Behandlungsformen.

Warum kann Botox unsere Gefühle beeinflussen?

Eine 100-%ige Sicherheit gibt es noch nicht. Möglich wäre, dass Botox das zentrale Nervensystem und somit unsere Emotionen beeinflusst. Das Toxin könnte auch in den Blutkreislauf und das Gehirn gelangen. Die Wirkung hängt in jedem Fall nicht von der Art und dem Injektionsort ab. 

Dennoch gibt es einige Unsicherheiten. Das liegt daran, dass die ausgewerteten Berichte nur eingeschränkte Infos boten. Zum Beispiel, ob die Patienten weitere Medikamente nahmen, oder ob Botox-Behandlungen weitaus angenehmer und erfolgreicher für die Patienten waren – auch nach Faltenbehandlungen.

Frau Faust
Forscher haben Depressionen den Kampf angesagt. Die Zahlen zeigen, dass Forschung dringend nötig ist.

Depressionen sind schwierig zu behandeln

Auf der Welt leiden 264 Millionen Menschen an Depressionen. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass die Krankheit immer häufiger auftritt. Mittlerweile erkranken 8 bis 12 % aller Menschen aus Industrieländern an einer Depression. 

Die gewünschte Wirkung bleibt trotz allem bei den üblichen Behandlungen bei einem Drittel der Patient:innen aus. Ein Lichtblick: Die Studie zeigt, dass Botox gegen Depressionen positive Effekte erzielen kann, weswegen die Forschung an weiteren Ansätzen weitergebracht werden muss.

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