Jedes Jahr das gleiche Procedere: Am letzten Sonntag im März werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Doch 2021 soll eigentlich Schluss sein mit dem Hin und Her. Laut EU-Beschluss ist es das letzte Mal. Warum es aber erstmal keine dauerhafte Sommerzeit geben wird, liest du hier.

Seit 1980 wird in Deutschland jedes Jahr zum Sommer die Uhr eine Stunde vor- und zum Winter eine Stunde zurückgestellt. In diesem Jahr soll mit dem Hin und Her nun endgültig Schluss sein. Laut einem Beschluss der Europäischen Union ist diese Umstellung auf die Sommerzeit die letzte. Doch stimmt das wirklich?

Warum die endlose Sommerzeit noch auf sich warten lässt

Das Ergebnis hätte wohl eindeutiger nicht sein können. In einer Online-Umfrage der EU hat sich die überwältigende Mehrheit bereits 2018 für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. 84 Prozent der Bürger:innen hatten keine Lust mehr auf das Hin und Her. Dabei wollten die meisten der 4,6 Millionen Teilnehmenden eine ganzjährige Sommerzeit.

Und so stimmte das Europäische Parlament schon vor zwei Jahren ebenfalls großer Mehrheit für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021. Jetzt sind wir in genau diesem besagten Jahr. Und was nun? Stellen wir in ein paar Tagen unsere Uhren tatsächlich ein letztes Mal eine Stunde vor?

Noch ist es nicht so weit, denn jede:r darf selbst entscheiden

Nicht so schnell! Hast du wirklich gedacht, dass bei so einem Verbund von 27 Ländern diese große Reform mir nichts, dir nichts vonstattengeht?! Wo denkst du hin? Erst einmal wurde jedem Mitgliedsstaat freigestellt, ob die Sommer- oder die Winterzeit behalten möchte. Ein Zeiten-Kuddelmuddel ist also schon mal programmiert.

Auf laue Sommerabende, an denen es Dank Zeitumstellung ewig hell bleibt, freuen wir uns doch alle, oder?! (Credit: Unsplash/Angelo Pantazis)

Wird beim Thema Zeitumstellung etwa Zeit geschunden?

Und so wie es aussieht, ist man in Brüssel, was die dauerhafte Sommerzeit betrifft, noch nicht weiter gekommen. Zumindest ist ein Ende der Zeitumstellung in Europa weiterhin nicht absehbar. Grund dafür sei, dass bis jetzt noch immer nicht alle Länder erklärt haben, ob sie sich dauerhaft für die Normalzeit oder für die von vielen Bürger:innen favorisierte Sommerzeit entscheiden.

Man brauche noch mehr Bedenkzeit. Einige Mitgliedstaaten wollen erst einmal klären lassen, welche Folgen das Ende der Zeitumstellung hätte. Eine solche Folgenabschätzung hat die EU aber bisher nicht vorgelegt. Die Kommission spielt den Ball allerdings erneut an die Länder zurück und macht klar, dass sie genug Material für eine Gesetzesgrundlage zusammengetragen hätte. Die Staaten müssten untereinander eine klare Position finden. Im Rat der Mitgliedstaaten heißt es, dass es derzeit keine Diskussionen zu dem Thema gäbe.

Fazit: Statt Sommerzeit bleibt uns das alljährliche Umstellen (erstmal) erhalten

Es sieht also ganz danach aus, als würden wir noch eine ganze Weile unsere Uhren eine Stunde vor- und wieder zurückstellen. Die dauerhafte Sommerzeit, die sich so viele Millionen Europäer gewünscht haben, wird es jedenfalls so schnell nicht geben

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Schon diesen Sommer können wir uns trotz Corona viel freier bewegen, aber von Normalität sind wir weit entfernt. Was Virologe Christian Drosten über die warmen Monate zu sagen hat, liest du hier.