In wenigen Monaten ist es wieder soweit! Wir können uns wieder auf warme Temperaturen freuen und viele von uns haben die Hoffnung, dass die Corona-Zahlen dann sinken. Doch: Anstatt Hoffnung zu haben, schaut Deutschlands bekanntester Virologe Christian Drosten ziemlich besorgt auf die kommenden Monate.

Woran liegt das? wmn fässt es kurz und knapp zusammen.

Christian Drostens Prognose über die nächsten Monate

So erklärt er dem Spiegel gegenüber: „Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil von Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden“. Aber ohne die Corona-Regeln, so der Virologe, würden sich innerhalb kürzester Zeit wieder sehr viele Menschen mit dem Virus anstecken. Die Folgen wären aus seiner Sicht nicht nur 20.000 oder 30.000 Fälle pro Tag, „sondern im schlimmsten Fall 100.000 pro Tag“.

Prof. Christian Drosten, Coronavirus DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 02.03.2020 Prof. Christian Drosten, Direktor Ins
Virologe Christian Drosten (Photo: imago images/IPON)

Allerdings würden sich dann vor allem die jungen Menschen anstecken. Diese haben zwar seltener einen schweren Verlauf als ältere. Und dennoch gäbe es aus seiner Sicht Grund zur Sorge. „Wenn sich ganz viele junge Menschen infizieren, dann sind die Intensivstationen trotzdem wieder voll und es gibt trotzdem viele Tote. Nur dass es jüngere Menschen trifft“, sagte er.

Und warum hatten wir dann so einen entspannten letzten Sommer?

Der Sommer 2020 wird vielen als sehr entspannt in Erinnerung geblieben sein. Denn die Fallzahlen sind in den warmen Monaten gesunken, die Menschen verbrachten wieder mehr Zeit mit ihren Freunden und an der frischen Luft. Aber das bedeutet laut Drosten nicht, dass es diesen Sommer genauso werden wird. „Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind“. Und weiter: „Das ist inzwischen aber nicht mehr so“.

Drosten ging in dem Gespräch auch noch auf die britische Corona-Mutante B.1.1.7 ein. „Es wäre absolut erstrebenswert, jetzt auf die Null zumindest zu zielen. Ich glaube, dass jetzt noch die einmalige Gelegenheit besteht, die Verbreitung dieser Variante bei uns zu verhindern oder zumindest stark zu verlangsamen“, appellierte der Virologe.

Müssen wir mehr tun, um die Zahlen zu senken?

Ja. So erklärte Drosten, dass man insbesondere beim Home Office mehr hätte tun können. Darüber hinaus sei es auch weiterhin wichtig, Schulen und Kitas geschlossen zu halten. Aber er plädierte auch dafür, sozial benachteiligte und „schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen“ besser zu unterstützen. Denn das Coronavirus verbreite sich hier besonders häufig.

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