Die Auflagen für Geschäfte und Filialen kommen manchen Betreibern sehr willkürlich und nicht nachvollziehbar vor: So dürfen Drogeriemärkte und Buchläden (nur Berlin) geöffnet bleiben, während alle anderen Shoppingparadiese nur noch online verfügbar sein dürfen. Allerdings gibt es sehr kreative Proteste gegen die Regelungen: Man wird einfach zur Drogerie und schon rollt der Euro.

Modehäuser nein. Drogerien okay.

Die Idee dahinter ist klar: Nur Lebensnotwendiges sollte im analogen Markt gekauft werden dürfen. Doch man fragt sich zunehmend: Sind die Badekugeln in Pfirsichduft von DM wirklich wichtiger als sich ein paar neue Handschuhe für den stechend kalten Frühling zu besorgen? Diese Frage können nur Politiker beantworten.

Auch Click & Meet konnte die Läden für Mode, Schmuck, Technik und Co. natürlich nicht retten. Denn es waren einerseits zu wenig Menschen zugelassen, um genug Geld erwirtschaften zu können. Andererseits ist auch Click & Meet wieder eingestampft worden (22.03.2021), da die Inzidenzwerte zu hoch sind. Die Bundesregierung hatte die Ausnahmeregelung nur bei einer Inzidenz von bis zu 100 eingeräumt.

Ein Modehaus wurde besonders kreativ

Das Modehaus BlumJund (Emmendingen in BaWü) ist seit kurzer Zeit offiziell eine Drogerie. Dort werden neben Hosen, Shirts uns Jacken nun auch Shampoo, Milchreis und Kaffee verkauft. Die Kleidung machen nur noch 40% des Geschäftsvolumens aus. 60% sind für Drogerieartikel gebucht.

Der Betreiber des ehemaligen Modehaus BlumJund erklärte im Gespräch mit der Welt, dass er die Notbremse gezogen habe. In spätestens einem halben Jahr hätten sie für immer schließen müssen, wenn er nicht sofort gehandelt hätte. Seine Idee, das Modehaus in eine Drogerie zu verwandeln, findet bereits bei den Kund:innen Anklang und sorgt bereits für neidische Blicke bei der Konkurrenz.

Diese Auflagen muss das Modehaus nun erfüllen

Für Drogerien und Supermärtke gelten andere Regeln als beim Click & Meet-Konzept. Hier muss man sich nicht online anmelden und einen Termin vereinbaren. Man kann einfach in das Ladengeschäft gehen. Außerdem gelten folgende Auflagen:

  • nur ein:e Kund:in pro 10 Quadratmeter (beim Click & Meet waren es 40 Quadratmeter)
  • Abstandsregeln
  • Hygieneregeln
  • Maskenpflicht
  • mindestens 60% Drogerieartikel im Angebot
  • kontaktloses Zahlen (keine Pin-Eingabe bei Kartenzahlungen von bis zu 50€)

Übrigens: Das BlumJund Modehaus zu einer Drogerie zu machen ist übrigens vollkommen legal. Da hier mehrheitlich Klopapier und andere Drogerieartikel verkauft werden, ist dies rechtlich erlaubt. Anders war es im Winter mit dem Geschäft Douglas. Diese Kette wollte sich Drogerie klassifizieren lassen, ohne das Geschäftskonzept zu ändern.

Viele Modeketten werden die Coronapandemie nicht überleben. Wöchentlich laufen neue Schreckensmeldung ein, wonach Geschäfte Insolvenz anmelden mussten und Arbeiter:innen gehenlassen mussten. Wir haben 11 große Modeketten gesammelt, die bereits Insolvenz angemeldet haben. Andere Unternehmen die pleite gegangen sind, siehst du hier.