Wir alle lügen täglich. Sicher, dazu zählen kleine Notlügen genauso wie die Momente, in denen wir Informationen zurückhalten. Wer sich in dieser Welt voller Lügner:innen zurechtfinden möchte, sollte besser in der Lage sein, Lügen zu erkennen. Wie das klappen soll? Laut einer neuen Studie verraten zwei Gesichtsmuskeln, ob wir die Unwahrheit sagen…

Lügen faszinieren die Wissenschaft

Seitdem es Lügen gibt, wird versucht, sie zu verstehen und aufzudecken. Über die Jahre sammelten sich zahlreiche Studien, die dem Thema wissenschaftlich begegnen wollten. Das Problem? Viele dieser Studienergebnisse stehen sich konträr gegenüber, statt sich zu ergänzen.

Forscher:innen des Max-Planck-Instituts und des Technicon-Israel Institute of Technology nahmen sich diesem Problem an und erstellten eine Metastudie, welche 565 dieser Studien zusammenfasste. Ihre Ergebnisse teilten sie in der Fachzeitschrift Psychologian Bulletin. Die Kernergebnisse sind:

  • Männer lügen häufiger als Frauen.
  • Jüngere Menschen lügen häufiger als Ältere.
  • Schwindeln ist nicht nur eine Frage der Persönlichkeit, sondern auch der Situation.

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Lügen erkennen ist nach neuer Studie über das Gesicht möglich

Neben Untersuchungen darüber, wer lügt, wurde immer schon versucht, sie zu entlarven. Das bekannteste Beispiel? Der Lügendetektor. Er misst den Blutdruck, Pulsschlag und die Atemfrequenz, um Lügen zu erkennen. Eine neue Studie zeigt nun, dass es auch viel einfacher gehen kann…

Frau Mund
Die Wangenmuskeln entlarven eine Lüge, laut der Studie. Credit: IMAGO/ Addictive Stock

Forscher:innen aus den USA und Israel haben in einer Untersuchung lügende Menschen ganz genau beobachtet. Mithilfe von Elektromyographie untersuchten sie vor allem die Reaktionen ihrer Gesichtsmuskeln.

Das Ergebnis? Während die Proband:innen logen, zuckten zwei ganz bestimmte Muskelgruppen unwillkürlich – wenn auch äußerlich kaum sichtbar. So konnte eine künstliche Intelligenz drei von vier Lügen entlarven, während Menschen die Lügen nur per Zufall aufdeckten.

In den Studienergebnissen heißt es: „Mit einer durchschnittlichen Genauigkeit von 73 % identifizierten wir zwei Gruppen von Teilnehmern: Diejenigen, die ihre Lügen durch die Aktivierung ihrer Wangenmuskeln aufdeckten und diejenigen, die ihre Augenbrauen aktivierten. Wir fanden heraus, dass die Teilnehmer mit der Zeit häufiger lügen, wobei einige ihre verräterischen Muskelgruppen wechselten.“

Lügen bleiben auch weiter ein großes Geheimnis

Die zwei verräterischen Muskeln sind demnach unsere Augenbrauen sowie unsere Wangenmuskeln. Wer Lügen erkennen möchte, sollte demnach vor allem auf diese Bereiche des Gesichts achten, sich aber auch nicht zu viel versprechen. Es gibt nur sehr wenige Menschen auf der Welt, die in der Lage sind, solche Mikroexpressionen im Alltag und ohne Videoaufnahmen zu lesen.

Trotz der neuen Studienergebnisse können wir festhalten: Lügen bleiben weiter ein großes Geheimnis. Du möchtest wissen, woran man Lügen außerdem erkennen kann? Hier wirst du fündig.

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