Diese Woche stehen alle Zeichen auf Hitze: In Berlin werden es am morgigen Tag sogar bis zu 38 Grad. Für viele ist das ein Grund, an den See zu gehen und sich für ein paar Stunden im Wasser zu erfrischen. Eine Studie von der Universität Cambridge trübt jedoch die sommerlichen Temperaturen. Denn das Ergebnis zeigt: Bei einer Hitzewelle nimmt die Gewalt an Frauen zu. Was es damit auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel. 

Extreme Wetterereignisse: Körperliche und sexuelle Gewalt steigen

Die Studie rund um Kim van Daalen von der Universität in Cambridge ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. So hat das Forschungsteam die letzten zwei Jahrzehnte analysiert und herausgefunden, dass es bei extremen Wetterereignissen zu mehr Gewalt an Frauen kommt.

Gerade bei Dürren, Tornados oder Überflutungen kam es nicht nur verstärkt zu körperlicher und häuslicher Gewalt, sondern auch zu sexueller Gewalt gegen Frauen. Darunter zählen neben Vergewaltigungen auch Menschenhandel und Zwangsheirat. 

Frau Sexismus
Bei extremen Wetterbedingungen steigt die Gewalt an Frauen. Foto: Foto: jacoblund / istock/jacoblund

Doch nicht nur Frauen waren Opfer von Gewalt. Laut des Fachblattes Lancet Planetary Health, auch Menschen der LGBTQIA+-Community. Die Studie ist einer der umfangreichsten Studien, die den Zusammenhang zwischen Klimawandel und geschlechtsspezifischer Gewalt bisher erläutert hat. 

Hitzewelle & Co.: Warum steigt die Gewalt an Frauen?

Doch warum führen extreme Wetterereignisse wie beispielsweise eine Hitzewelle zu einer so erhöhten Gewalt gegen Frauen? Hier hat das Forschungsteam verschiedene Gründe erfasst, die sich von Ort zu Ort unterscheiden. „In Bangladesch zum Beispiel wurden junge Mädchen nach extremen Überschwemmungen in einigen Fällen zur Heirat gezwungen, weil die Familien dann einen Mund weniger zu ernähren haben“, so die Wirtschaftswissenschaftlerin Niaz Asadullah.

Doch nicht nur Frauen müssen bei Extremwetterereignissen um ihre Sicherheit fürchten, wie ein Fall aus dem Jahr 2005 in New Orleans, Louisiana zeigt. Zum Zeitpunkt des Hurrikan Katrina kam es hier vermehrt zu Angriffen auf Homosexuelle, die von religiösen Extremisten für die Tragödie verantwortlich gemacht wurden, heißt es in der Studie. 

Ebenfalls werden Transgender-Personen ein Platz in Notunterkünften verwehrt oder sie werden bedroht. „Sexuelle Minderheiten sind erhöhten Risiken ausgesetzt, die bei Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt unbedingt berücksichtigt werden müssen“, so Studienerstautorin van Daalen.

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