Erneut hat ein Hochwasser Deutschland heimgesucht. Dieses Mal hat es Berlin und Bayern genauso wie NRW getroffen. Das bereits gebeutelte Bundesland Nordrheinwestfalen hat in der letzten Woche versucht sich von den Folgen des Unwetters zu befreien und große Aufräumarbeiten eingeleitet.

Viele haben aufgrund des Hochwassers ganze Häuser und Existenzen verloren. Auch dieses Wochenende kam es wieder zu heftigem Starkregen und es ist nicht auszuschließen, dass es auch weiterhin mehr Niederschlag geben wird als in normalen Jahren. So müssen wir uns in Deutschland weiterhin vor den Unwettern schützen. Anfangen können wir in unseren eigenen vier Wänden. Worauf du in deinem Zuhause unbedingt achten solltest, erfährst du hier.

Diese Tipps von Expert:innen solltest du beachten

Für viele ist das Schützen des eigenen Heimes leider schon zu spät. Doch da wir nun gemerkt haben, was für eine zerstörerische Kraft hinter dem Starkregen steckt, kann man sich auf den nächsten besser vorbereiten. Mit diesen Tipps kannst du dein Haus auf die Schnelle für das Hochwasser wappnen.

1. Öl, Benzin: Gefahrenpotenziale aus dem Weg räumen

Zunächst solltest du darauf achten, dass deine Wohnung oder dein Haus kein Herd für Gefahrenpotenziale ist. Bereite deine eigenen vier Wände am besten so vor, dass dir auch bei den größten deine Wohnung nicht um die Ohren fliegt. Dafür solltest du aber wissen, welche Materialien du lieber nicht in seiner Wohnung oder in deinem Keller lagern solltest.

Bevor du die Dinge in Sicherheit bringst, die dir am Herzen liegen, solltest du dich vergewissern, dass alle potenziell problematischen Stoffe weggeräumt sind. Gerade, wenn du im Erdgeschoss wohnst, ist das besonders wichtig. Besonders wichtig ist aber, dass du dich gewissenhaft um das Sichern des Kellers kümmerst. Benzin, Öl, Pflanzenschutzmittel oder Farben sollten aus besonders bedrohten Räumen wie dem Keller herausgeschafft und gesichert werden. Hierzu gehört auch, dass der Tank für Heizöl gegen Auftrieb gesichert ist. Helfen tut hier eine Verankerung an der Wand oder eine Beschwerung mit Ballast.

2. Strom abstellen

Vor allem im Keller, der sehr schnell geflutet werden kann, solltest du vorsichtshalber schon den Strom abstellen. Da wir momentan zum Glück in den Sommermonaten leben, kannst du die Heizung getrost abschalten und sicherst damit nicht nur dein Haus, sondern auch dich – wenn es im Wasser zum Kurzschluss kommt, wird das beim Aufräumen eine riesige Gefahr. Im Ernstfall kannst du den Sicherungsschalter umlegen und die Stromzufuhr in deinem Haus komplett unterbrechen.

3. Rückstauklappen kontrollieren

Häuser, die in der Nähe von Flüssen stehen, sind natürlich gefährdeter als Häuser, die im Stadtinneren lokalisiert sind. Bei Starkregen sind aber beide Standorte betroffen. Denn zu viel Regen kann die Straßenkanalisation nicht aufnehmen. Die Folge: Das Wasser drückt sich durch die Abflüsse ins Haus.

Eine Rückstauklappe, die in manchen Orten sogar vorgeschrieben ist, verschließt von unten die Rohre und verhindert so, dass Wasser in dein Haus eintritt. Bei einer entsprechenden Wetterwarnung solltest du also noch einmal die Funktionsfähigkeit dieser Rückstauklappen kontrollieren und gegebenenfalls nachrüsten.

Haus vor Hochwasser schützen
Mit Sandsäcken kannst du dein Haus vor Hochwasser schützen. Credit: IMAGO / Wassilis Aswestopoulos

4. Das Haus von außen absichern

Um dein Haus auch von außen zu sichern, können dir Sandsäcke helfen, die vor Türen, Fenster und Schächte kommen und bei geringen Überschwemmungen das Wasser von deinem Haus fernhalten. Auch Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten oder Silikon können hierfür verwendet werden.

5. Notfallgepäck bereit halten

Auch wenn man sich in diesem Moment nicht vorstellen möchte, sein Haus zu verlassen, ist es immer von Vorteil, wenn man ein Notfallgepäck mit den wichtigsten Dokumenten vorbereitet. In diesem Notfall-Kit sollte auch eine Liste enthalten sein, die dein Eigentum dokumentiert, damit du später bei der Versicherung die Schäden einfacher melden kannst.

Hilfreich sind in diesem Zusammenhang auch Fotos vom Zustand des Gebäudes und der Einrichtung. Außerdem machen sich Dinge wie ein Campingkocher, ein netzunabhängiges Radio, Taschenlampen mit Reservebatterien oder ein leerer Wasserkanister gut.

Mit diesen Tipps kannst du dein Haus vor dem Hochwasser schützen

Natürlich kannst du nie wissen, wie schlimm das Ausmaß des Unwetters ist. Doch kleine Vorbereitungen können dir vielleicht schon ein wenig Zeit verschaffen oder dich und dein Haus sogar retten. Wichtig ist allerdings, sich klarzumachen, dass Menschenleben immer über materielle Werte gehen.

Das könnte dich auch interessieren: