Beinahe jede:r von uns kennt das Gläserrücken noch aus der Kindheit. Ein ziemlich unheimliches Spiel, bei dem man die Geister verstorbener Menschen beschwört. Absoluter Hokuspokus? Vielleicht. Und trotzdem glauben noch immer viele Menschen daran, dass Ouija-Boards echt sind. Der Grund dafür ist ein psychologischer Effekt. Wir zeigen dir, welcher Effekt das ist und warum du keine Angst vor dem Gläserrücken an Halloween zu haben brauchst.

Was ist Gläserrücken eigentlich?

Beim Gläserrücken soll ein Portal in eine andere Welt geöffnet werden. Die darin lebenden Geister können während des Gläserrückens in unsere Welt eintauchen und mit uns Menschen kommunizieren.

Allerdings können die Geister nicht selbst sprechen, sondern sie nutzen die menschlichen Körper als Medium, um sich ausdrücken zu können.

Kürbis
An Halloween nicht nur verkleiden, sondern auch noch Gläserrücken? Credit: imago images/Addictive Stock

Wie funktioniert Gläserrücken?

Auch wenn es viele Gadgets gibt, die beim Gläserrücken unterstützen sollen, läuft es doch immer ähnlich ab: Zwei oder mehr Menschen setzen sich an einen Tisch, auf dem ein sogenanntes Ouija-Board liegt. Das Board besteht aus den Buchstaben A bis Z und den Zahlen eins bis neun. Außerdem gibt es die Felder JA und NEIN.

Damit alles funktioniert, soll zunächst ein Geist beschworen werden. Sobald ein Geist beschworen wurde, kann man ihm Fragen stellen. Die Antworten auf diese Fragen gibt der Geist durch die Buchstaben und Zahlen auf dem Ouija-Board.

Beim Gläserrücken legen alle Anwesenden ihre Finger auf ein Glas in der Mitte. Niemand soll das Glas mit seinen Fingern beeinflussen. Trotzdem „fährt“ das Glas langsam in die Richtung der Buchstaben, die die Antwort des Geistes buchstabiert.

Und tatsächlich funktioniert es in vielen Fällen. Klingt verrückt? Ist es auch.

Warum funktioniert Gläserrücken?

Die eigentliche Frage ist: WARUM bewegt sich das Glas, obwohl es doch niemand schiebt. Sind wirklich Geister im Raum? Nein. Stattdessen ist ein psychologischer Effekt daran schuld, dass das Glas sich bewegt.

Schuld ist der sogenannte Carpenter-Effekt. Dieser Effekt gilt auch als „ideomotorisches Gesetz“ oder „Reflex-Gesetz“. Es besagt, dass wir unbewusste Reaktionen im Körper auflösen, wenn das Gehirn bestimmte Signale an ihn aussendet. Das Gehirn schickt Signale an den Körper, wenn es glaubt, eine bestimmte Handlung vorhersagen zu können.

Beim Gläserrücken funktioniert das so: Das Gehirn erwartet, dass sich das Glas gleich bewegen wird. Es stellt sich darauf ein, der Bewegung folgen zu müssen und sendet entsprechende Signale an den Körper.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der sogenannte Kohnstamm-Effekt. Dieser besagt, dass der Körper mit unbewussten und nicht kontrollierbarem Muskelzucken reagiert, wenn der Carpenter-Effekt eintritt. So haben alle am Ouija-Board das Gefühl, es müsste sich gleich etwas bewegen. Und am Ende tut es das auch. Je mehr Menschen an dem Spiel teilnehmen, desto mehr Druck entsteht unter auf dem Board.

Fazit: Glässerrücken ist real

Die beiden hier vorgestellten Effekte beweisen, wie viel Einfluss unser Geist auf unseren Körper hat. Die Machenschaften von Übermenschlichem sind damit widerlegt. Gläserrücken funktioniert also, aber eben nicht so wie wir es gerne hätten.

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