Enissa Amani ist gerade in aller Munde. Sie ist diejenige, die sich nicht nur über die blöde WDR-Sendung “Die letzte Instanz” aufgeregt hat, sondern auch was dagegen unternimmt. Auf die Show antworte sie nur wenige Tage nach dem deutschlandweiten Eklat um Thomas Gottschalk, Janine Kunze, Jürgen Milski und Micky Beisenherz mit ihrem eigenen Youtube-Talk mit dem klangvollen Namen “Die letzte Instanz”. wmn kommentiert.

Diese Talk-Runde rund um Enissa Amani bestehend aus Natasha A. Kelly, Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit Schwerpunkt Kolonialismus und Feminismus. Max Czollek, Lyriker und Publizist. Gianni Jovanovic, Comedian und Aktivist für die Belange der Sinti und Roma. Nava Zarabian, Bildungsreferentin an der Bildungsstätte Anne Frank sowie der freie Journalist Mohamed Amjahid.

Die beste Instanz: Was wir von Enissa Amani lernen können

Der mega spannende YouTube-Talk von und mit Enissa Amani hat sich vorgenommen, den Rassismus aufzuzeigen, mit denen Deutsche mit Migrationshintergrund täglich zu kämpfen haben. Dabei wird natürlich nicht die unsägliche Show des WDR mit dem großen Thema der “Paprikasoße ungarischer Art” besprochen. Stattdessen geht es um Hanau, es geht um Rassismus in der Popkultur, es geht um White Guilt und es geht um verboten gehörende Bezeichnungen für Menschen im Allgemeinen.

Wir wollen aber nicht zu tief in den Talk reingehen. Schaut ihn euch lieber selber an. Für den ein oder anderen könnte er ziemlich lehrreich sein. Unter anderem erzählt Enissa von einer persönlichen Erfahrung. Während einer Show sagte sie zu einem Bühnenmitarbeiter: “Da drüben bei der blauen Tür.” Darauf erwiderte er: “Das ist nicht blau, das ist petrol.” Kurze Zeit später sagte er: “Können mal bitte alle Ausländer jetzt auch da rüber gehen.” Enissa fragt sich in ihrer Show: “Warum haben wir eigentlich 80 Bezeichnungen für Blau, aber wir sind alle einfach nur Ausländer?”

Enissa Amani macht bei Twitter weiter

Enissa Amani ist kein unbeschriebenes Blatt, was das Thema Rassismus angeht. Als iranisch-deutsche Komikerin hat sie selbst fast täglich mit strukturellem Rassismus in Deutschland zu tun. 

In ihrem neuesten Twitter-Post macht Enissa auf die Absurdität der deutschen Sprache aufmerksam – auf ihre eigene lustige Art und Weise. Während sich noch immer viele Deutsche dagegen wehren, das Z-Wort oder auch das N-Wort doch bitte nicht mehr auszusprechen, haben wir in unserer Sprache wohl 84 verschiedene Namen, um die Farbe “Blau” zu bezeichnen. Interessant.

Enissa Amani macht auf die Engstirnigkeit der Deutschen aufmerksam.

Wir haben mal einige dieser Bezeichnungen für Blautöne für euch gesammelt. 

Blauviolett

Dunkles Violett

Dunkle Orchideenfarbe

Mittleres Violett

Mittlere Orchideenfarbe

Mittleres Schieferblau

Schieferblau

Dunkles Schieferblau

Mitternachtsblau

Marineblau

Dunkelblau

Mittelblau

Blau

Königsblau

Stahlblau

Kornblumenblau

Dodger-Blau

Tiefes Himmelblau

Helles Himmelblau

Himmelblau

Hellblau

Zyanblau

Blaugrün

Taubenblau

Helles Cyanblau

Aliceblau

Himmelblau

Cremig Pfefferminz

Honigmelone

Aquamarinblau

Türkis

Blasses Türkis

Mittleres Türkis

Dunkles Türkis

Mittleres Aquamarinblau

Helles Seegrün

Dunkles Zyanblau

Entenbraun

Kadettblau

Wow, das sind viele Blautöne, auf die die deutsche Sprache zurückgreifen kann. Lasst uns doch die Vielfalt unserer Sprache auch in anderen Kontexten nutzen.  Lasst uns “neuen“ Bezeichnungen weniger Skepsis gegenüber zeigen. Und los!

Angst etwas falsch zu benennen? Wir erklären die LGBTQIA+-Begriffe.

Was war eigentlich nochmal Colorism? Wir erklären es euch sehr gerne.

Können Computer rassistisch sein? Komischerweise schon. Wir zeigen auf, wieso selbst KI zu strukturellem Rassismus kommen.

Unsere Redakteurin wird selbst öfter mal Opfer von Rassismus. Wie sie das auf Reisen erlebt, erfährst du hier.