Trotz vielen Anbietern von Mehrwegsystemen für Kaffeebecher und Essensboxen beteiligt sich kaum einer der großen Gastronomieketten in Deutschland an einem Mehrwegsystem für Kaffee oder Speisen zum Mitnehmen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 65 der größten Gastronomie-, Bäckerei- und Tankstellenunternehmen hervor.

Die Auffassung der DUH: Die Firmen scheinen Mehrweg noch immer zu boykottieren – obwohl auch der Lebensmittelverband Deutschland Mehrweg ausdrücklich für problemlos umsetzbar hält. Wmn sagt dir, welche Firmen Umweltsünder sind.

Dies Firmen sind die größten Umweltsünder

Das Ergebnis der Umfrage ist mehr als enttäuschend. Wie die Umwelthilfe erklärt, ist Shell das einzige große Unternehmen, dass in rund 1.200 Tankstellenfilialen bundesweit ein Mehrwegbechersystem mit Pfand anbietet. Nur fünf Gastronomieketten gaben an,  Mehrwegbecher zu befüllen. Und das, obwohl gerade in der Corona-Pandemie der Außer-Haus-Konsum von Speisen und Getränken gestiegen ist.

Auf Einwegverpackungen setzen laut DUH beispielsweise die Brezelbäckerei Ditsch, der Tankstellenbetreiber Total Deutschland oder die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken. 

„Große Kaffee- und Fast-Food-Ketten wie Starbucks, Burger King oder McDonald‘s gehören zu den Hauptverantwortlichen für die massiv wachsenden Einweg-Müllberge während der Corona-Krise“, sagt die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. „Unsere Umfrage und eigene Stichproben zeigen, dass die großen Gastronomieunternehmen weitgehend am bisherigen Wegwerfmodell festhalten, anstatt auf umweltfreundliches Mehrweg zu setzen.“

Firmen zeigen Desinteresse an Mehrweg

Besonders deutlich wird das Desinteresse an Klima- und Ressourcenschutz laut DUH beim Blick auf das Feedback. Gerade einmal 17 der kontaktierten 65 Unternehmen haben trotz mehrfacher Nachfrage überhaupt auf die Umfrage geantwortet.

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Bereits vor der Corona-Krise gab es in Deutschland laut DUH jährlich 28.000 Tonnen Müll durch Einwegbecher für Heißgetränke sowie 155.000 Tonnen Müll durch Einweg-Essensbehälter

Um diesen Verpackungswahnsinn der Firmen zu stoppen, muss es laut der Umwelthilfe der Staat aktiv werden: „Bundesumweltministerin Svenja Schulze muss die Unternehmen deshalb mit einer verbindlichen Mehrwegquote und Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einwegbecher und -Essensboxen zum Umstieg verpflichten“, heißt es in einem Presseschreiben.

Coffe to go
Kaffee in Einwegbechern ist schlecht für die Umwelt. Mittlerweile gibt es tolle Alternativen.(Photo: Shutterstock/Ivan Kruk)

Kleinere Unternehmen setzen auf Mehrweg

Doch gibt es auch Firmen, die keine Umweltsünder sind? Natürlich! Im Gegensatz zu den großen Gastronomieketten gibt es mittlerweile viele kleine Cafés, Bäckereien und Imbisse mit Mehrwegsystemen. Aber auch überregional gibt es mit Recup, Faircup, Vytal oder Recircle Dienstleister, die sowohl für Kaffee als auch für Speisen Mehrwegverpackungen mit Pfand anbieten. Jetzt, so der DUH, müssen sich auch die ganz großen Firmen beteiligen. Denn so die Meinung der Umwelthilfe: „Je dichter das Rückgabenetz ist, desto größer werden die Vorteile und die Kundenakzeptanz.“

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