Ja, wir leiden alle unter dem harten Lockdown und seinen Einschränkungen für das einst so freie Leben. Die einen können nicht mehr ins Fitnessstudio, die anderen müssen auf einmal Doppelschichten im Supermarkt schieben, um dem Workload gerecht zu werden. Ich als Redakteurin bin in einer sehr entspannten Position, denn mein Job ist nicht nur sicher: Die gesamte Medienbranche hat wegen Corona sogar noch profitiert. 

Ein Ranking der Menschen aufzustellen, die am meisten von den Lockdownmaßnahmen betroffen sind, kommt mir selbst anmaßend vor, aber ich denke, dass es für mich genauso wie für andere privilegierte Menschen zwischenzeitlich wichtig ist, über ihren eigenen kleinen Coronateller hinauszuschauen.

5. Lockdown-Betroffene: Postboten

Postboten sind gerade unter den am meisten geforderten Berufsgruppen in Deutschland. Nur weil niemand mehr shoppen gehen kann, heißt das noch lange nicht, dass nicht mehr konsumiert wird. Gerade so knapp vor dem heiligen Abend bestellen die Leute sich dumm und dusselig. 

Amazon hat bereits im Oktober ein nie dagewesenes Umsatzhoch verzeichnen können. Im dritten Quartal waren es mehr als 96 Milliarden Dollar Umsatz. Am Ende des Jahres wurde das sicherlich noch um einiges überboten. Denn derzeit bestellen die Menschen wirklich ALLES online. 

Woran Amazon nicht denkt: Daran, dass die Postboten sich derzeit die Hacken blutig laufen. Was wir für die Postboten und Paketlieferanten dieser Tage tun können? An die Haustür kommen, wenn sie klingeln, damit sie nicht nach oben kommen müssen. Das spart ihnen Zeit und setzt sie keiner unnötigen Infektionsgefahr aus.

Alternativen zum klassischen Familienurlaub findest du hier.

4. Lockdown-Betroffene: junge Eltern 

Junge Eltern sind derzeit ziemlich gelackmeiert. Wenn beide Elternteile arbeiten gehen, werden geschlossene Kitas und Schulen zum ultimativen Problem. Homeoffice mit Kids ist schon ein Drahtseilakt. Doch in Branchen wie der Gesundheitsbranche, wo Homeoffice keine Option ist, kann sich niemand tagsüber um die Kleinen kümmern.

3. Lockdown-Betroffene: Weihnachtsmarktstandbetreiber

Bis vor wenigen Tagen war es wenigstens sporadisch noch möglich, dass die Tinneff und Killefitvertreiber auf den deutschen Straßen noch ein wenig Umsatz machen konnten. Ein paar wenige weihnachtsmarktähnliche Stände gab es ja. Mit viel Abstand und noch mehr Desinfektionsmittel war das auch okay. Doch der harte Lockdown macht den Menschen das Leben unfassbar schwer, die in der Weihnachtszeit gut ⅓ ihres Jahresumsatzes machen. Und das ist nunmal das Schicksal vieler Weihnachtsmarktstandbetreiber.

2. Lockdown-Betroffene: Depressive

Wie oft wurde dieses Jahr schon über die Depressiven in der Coronakrise gesprochen? Sehr viel, aber dennoch nicht genug. Eine Depression auf einem konstanten Level zu halten, ist für die meisten Kranken nicht möglich, wenn sie isoliert von Freunden, Familie und Arbeitskollegen zuhause herumsitzen und auf bessere Zeiten warten. Auch hat die Lockdownzeit die Masse und die Schwere der Depressionen wohl noch verschlimmert. Schon jetzt nennt das Bundesgesundheitsministerium Depressionen die zweithäufigste Volkskrankheit. 

1. Lockdown-Betroffene: Senioren

Die unangefochtene Nummer Eins der Lockdown-Betroffenen sind die Senioren. Oma und Opa haben jetzt schon seit gut 10 Monaten die Füße still halten müssen. Diejenigen, die tief in der Risikogruppe stecken, haben sich über das ganze Jahr 2020 sehr wacker geschlagen. 

Egal, ob im Seniorenheim, oder Zuhause: Es war eine einsame Zeit für die Alten: Der harte Lockdown und die Beschränkungen rund um Weihnachten runden dieses schrecklich einsame Jahr nun ab. Denn viele besuchen ihre Großeltern ausschließlich zu Weihnachten und haben so eine “Ausrede”, dort dieses Jahr nicht aufkreuzen zu müssen.