Der zweite Lockdown hat Deutschland noch nicht einmal erreicht und schon sind die Menschen wieder dabei, Toilettenpapier, Nudeln und Konservendosen wie verrückt einzukaufen. Hamsterkäufe waren bereits in der ersten Coronawelle omnipräsent und jetzt fühlt es sich so an als hätten wir die Uhren einfach um ein paar Monate zurückgestellt. Alles auf Anfang. 

Dabei kennen wir die Mechanismen hinter den Hamsterkäufen eigentlich ziemlich genau. Eine Studie eines internationalen Forscherteams, die 2017 im Journal of Consumer Research erschien, untersuchte nämlich das Konsumverhalten von Menschen in unterschiedlichen Ausgangssituationen und fand dabei heraus: Hamsterkäufe sind psychisch bedingt.

Hamsterkäufe, das Experiment

Das Forscherteam hatte sich vor unterschiedlichen Supermärkten postiert und lockte Einkäufer mit dem Angebot eines Einkaufsgutscheins, bei ihrem Experiment mitzumachen. Alles, was sie dafür tun mussten war, sich an eine Situation in ihrem Leben zu erinnern.

Die eine Gruppe von Menschen sollte sich an eine Situation erinnern, in der sie keinerlei Kontrolle verspürt hatten, sondern haltlos überfordert waren. Die andere Gruppe sollte sich an eine Situation erinnern, in der sie die volle Kontrolle zu haben glaubten.

Danach durften sie einkaufen, was sie wollten. Was kam bei dem Experiment heraus? Erstaunliches. Denn als die Probanden ihre Einkaufsgutscheine abholen wollten, checkten die Studienleiter die Inhalte ihrer Einkaufskörbe.

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Die Deutschen kaufen vor allem Nudeln und Klopapier, um sich auf den Lockdown einzustellen.(Photo: istock/pepifoto)

Das Ergebnis war glasklar

Die Menschen, die sich zuvor eine Situation hatten ausmalen sollen, in der sie die komplette Kontrolle hatten, kauften das wonach ihnen gerade war. Darunter Süßigkeiten, Zeitschriften und andere unnütze Dinge. 

Die Menschen, die sich eine Situation hatten ausmalen sollen, in der sie selbst die Kontrolle verloren hatten, kauften eher nützliche Utensilien ein. Putzmittel, Grundnahrungsmittel und eben Klopapier war unter anderem darunter. 

Hamsterkäufe
Auch wenn wir jetzt wissen, dass es menschlich ist: Hamsterkäufe sollte man dennoch unterlassen.

Das Fazit der Forscher: Hamsterkäufe sind menschlich

Menschen, die sich unsicher fühlen, versuchen wohl mit dem Kauf der richtigen Güter das eigene Weltbild wieder gerade zu rücken. Wir brauchen etwas, woran wir uns festhalten können. Hamsterkäufe sind also nicht nur lästige Angewohnheiten von übervorsichtigen Vollidioten, sondern werden durch die Unsicherheit wie beispielsweise die Coronakrise stark getriggert.

In Deutschland sind es meist Nudeln und Klopapier, das ist klar. Aber wusstest du, was man in anderen Ländern am liebsten hamstert?