Über Botox lässt sich streiten. Die wenigsten finden aufgespritzte Lippen und Brüste schön und auch kleinere Eingriffe erkennt man häufig. Viele schrecken zudem vor den Risiken und Nebenwirkungen zurück. 

Wer allerdings mit seinem Körper extrem unzufrieden ist, dem verhelfen die Spritzen vielleicht zu etwas mehr Zufriedenheit und Selbstwertgefühl. Mit Botox gegen Depressionen vorzugehen, hört sich trotzdem etwas zu hoch gegriffen an.

Botox gegen Depressionen – Glücklich durch Nervengift?

Botulinumtoxin ist ein starkes Nervengift. Wenige Mikrogramm sind bereits tödlich. Genau injiziert, lähmt es die Muskulatur und kann so vor Falten um die Stirn, die Augen und den Mund schützen. Die Mimikfalten werden reduziert – die Mimik an sich natürlich auch. Dazu kann das Toxin auch gegen übermäßiges Schwitzen, Nackenschmerzen, Spasmen, Krämpfe, Migräne und Blasenentzündungen helfen.

Botoxbehandlung Lippen aufspritzen
Die Studie zeigt: Zwischen Depressionen und Botoxbehandlungen gibt es Zusammenhänge!(Photo: istock.com/NikiLitov)

Botox soll allerdings nicht nur die Ästhetik beeinflussen, sondern auch die Gefühle und sogar gegen Depressionen helfen. Forscher der University of California in San Diego haben in Zusammenarbeit mit einem deutschen Arzt eine Studie veröffentlicht, in der sie über 45.000 klinische Berichte untersuchten und auswerteten

Tatsächlich stellten die Forscher fest, dass Patienten, denen Botox gegen Falten, Schwitzen und Spasmen injiziert wurde, 40 bis 88 % seltener über Depressionen klagten, als Patienten anderer Behandlungsformen.

Warum kann Botox unsere Gefühle beeinflussen?

Eine 100-%ige Sicherheit gibt es noch nicht. Möglich wäre, dass Botox das zentrale Nervensystem und somit unsere Emotionen beeinflusst. Das Toxin könnte auch in den Blutkreislauf und das Gehirn gelangen. Die Wirkung hängt in jedem Fall nicht von der Art und dem Injektionsort ab. 

Dennoch gibt es einige Unsicherheiten. Das liegt daran, dass die ausgewerteten Berichte nur eingeschränkte Infos boten. Zum Beispiel, ob die Patienten weitere Medikamente nahmen, oder ob Botox-Behandlungen weitaus angenehmer und erfolgreicher für die Patienten waren – auch nach Faltenbehandlungen.

Frau Faust
Forscher haben Depressionen den Kampf angesagt. Die Zahlen zeigen, dass Forschung dringend nötig ist.

Depressionen sind schwierig zu behandeln

Auf der Welt leiden 264 Millionen Menschen an Depressionen. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass die Krankheit immer häufiger auftritt. Mittlerweile erkranken 8 bis 12 % aller Menschen aus Industrieländern an einer Depression. 

Trotzdem zeigen die üblichen Behandlungen bei einem Drittel nicht die gewünschte Wirkung. Immerhin zeigt die Studie, dass Botox gegen Depressionen positive Effekte erzielt, weswegen weiterhin an möglichen Einsätzen geforscht werden wird.

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