Jedes Jahr im November erhalten die meisten Arbeitnehmer ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk: das Weihnachtsgeld. Andere gehen leer aus. Wie kann das sein? Wer hat Anspruch auf Weihnachtsgeld? Wer bekommt wie viel und was ist eigentlich in diesem Jahr mit der Coronakrise? Wir klären auf.

Muss der Arbeitgeber Weihnachtsgeld auszahlen?

Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Zulage des Arbeitgebers. Oft ist es aber in der Betriebsvereinbarung, im Arbeits- oder Tarifvertrag verankert. Dann muss Weihnachtsgeld gezahlt werden. Wenn dem nicht so ist, kann der Arbeitgeber in einem wirtschaftlich schlechten Jahr das Weihnachtsgeld streichen. 

Weihnachtsgeld trotz Coronakrise?

Ein wirtschaftlich schwieriges Jahr hatten dank Corona 2020 wohl die meisten Unternehmen. Trotz Coronakrise erhalten aber fast 90 % der Tarifbeschäftigten auch in diesem Jahr Weihnachtsgeld, wie das Statistische Bundesamt Mitte November mitteilte: „Corona-bedingte  Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld sind  anhand der uns vorliegenden Informationen bislang nicht zu erkennen“,  erklärte das Statistikamt. Sogar die Höhe des Weihnachtsgeldes steigt auf durchschnittlich 2661 € brutto.

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Für manche gibts ein 13. Gehalt, für andere nicht.(Photo: pexels/ karolina grabowska)

Wer bekommt Weihnachtsgeld?

Mehr als die Hälfte der Deutschen bekommt Weihnachtsgeld. Unterschiede lassen sich hierbei laut Handelsblatt zwischen Ost und West und – wie könnte es anders sein – zwischen den Geschlechtern beobachten. So bekommen Menschen im Osten etwa 180 € durchschnittlich weniger Weihnachtsgeld als Beschäftigte im Westen. 

Männer bekommen zu 55 % Weihnachtsgeld, Frauen nur zu 50 %, ergab eine Online-Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung. Ob du Weihnachtsgeld bekommst oder nicht, hängt auch damit zusammen, wie dein Anstellungsverhältnis ist. Tarifbeschäftigte bekommen öfter Weihnachtsgeld als Angestellte ohne Tarifvertrag.

Bekommen alle Mitarbeiter gleich viel Weihnachtsgeld?

Der Gleichberechtigungsgrundsatz besagt, dass allen Mitarbeitern eines Unternehmens gleich viel Weihnachtsgeld zusteht. Nur mit nachvollziehbarer Begründung kann das Weihnachtsgeld je nach Mitarbeiter unterschiedlich hoch ausfallen. Eine solche Begründung könnte in unterschiedlicher Qualifizierung, Leistung oder Dauer der Betriebszugehörigkeit liegen.

Bekommen Azubis & Werkstudenten Weihnachtsgeld?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Auszubildenden Weihnachtsgeld zu zahlen, außer sie ist vertraglich geregelt. Werkstudenten steht Weihnachtsgeld dann zu, wenn alle anderen Mitarbeiter auch welches bekommen. Auch das besagt das Gleichbehandlungsgesetz.

Fazit: Ein allgemeines Recht auf Weihnachtsgeld gibt es nicht

Ob du zu den Glücklichen gehörst, die ein Weihnachtsgeld von ihrem Arbeitgeber bekommen oder nicht, hängt also primär davon ab, was in deinem Arbeitsvertrag steht. Wenn du einen Tarifvertrag hast, stehen deine Chancen höher – ebenso wenn du ein im Westen Deutschlands lebender Mann bist. 

Dass das öfter von Vorteil ist, zeigt auch der Gender Pay Gap. Ob die Frauenquote etwas dagegen tun kann? Wir klären auf.