Prokrastination kennen wir alle. Schließlich ist jeder fünfte Deutsche von der lästigen Angewohnheit betroffen, Dinge vor sich herzuschieben. To-do-Listen werden unfreiwillig hingekritzelt und verschwinden mit etwas Glück in der Sofaritze. Das dazugehörige Pendant heißt Precrastination

Gerade zu Coronazeiten wird der Begriff immer häufiger im Zusammenhang mit den teils erfolgreichen, teils ziellosen Versuchen einen geregelten Alltag auf die Beine zu stellen.

An mir selbst fallen mir allerdings immer öfter Phasen auf, in denen ich zum Gegenteil neige. To-do-Listen gehören zum täglichen Standard und begleiten mich durch den Tag. Die Sicherheit, die sie mir geben, gebe ich gerne zurück. Alles wird ordentlich und sauber untereinandergeschrieben, an manchen Tagen sogar farbig nach Prioritäten markiert und sortiert. Schnell zwei Socken und ein T-Shirt in den Wäschekorb werfen, schon kann „Wäsche“ auf meinem Begleitzettel abgehakt werden. Ein gutes Gefühl!

Precrastination – genauso schlecht wie Prokrastination?

Der Psychologe David Rosenbaum entdeckte in zahlreichen Experimenten, dass Menschen dazu neigen, die offensichtlich erstbeste Lösung zu wählen, auch wenn diese viel anstrengender war. Das einzige Ziel war, die Sache hinter sich zu bringen.

To-Do Liste Notizbuch
To-Do Listen helfen dir, deine täglichen Aufgaben zu organisieren. Precrastination dagegen ist ein Zwang und kann früher oder später zu Burnout führen.

Er nannte das Phänomen dahinter Precrastination, das den Drang beschreibt, Dinge so schnell wie möglich erledigen zu wollen. Tatsächlich steckt dahinter meist weder Fleiß, noch Pflichtbewusstsein, sondern ein Zwang. Der psychische Stress ist für Prekrastinierer eine große Belastung, die erst mit allen Häkchen auf der To-do-Liste abfällt. Daher wird Precrastination auch als Vorstufe von Burnout und Workaholics gehandelt.

Tipps für mehr Produktivität

Am Ende des Tages wird sich der Stress allerdings kaum lohnen. Durch unsauberes Arbeiten entstehen Flüchtigkeitsfehler, die Ergebnisse werden schlechter. Das Verhalten ist dann weder effizient, noch produktiv, sondern dient allein der Bedürfnisbefriedigung. Wenn du deine Aufgaben in Ruhe und ohne Druck erledigen möchtest, können dir diese Tipps im Alltag helfen:

  1. Verschaffe dir einen Überblick über die Aufgaben des Tages. Was ist wirklich wichtig? Was muss sofort erledigt werden?
  2. Erledige kleinere Aufgaben vorher, damit du danach den Kopf für die wichtigen Dinge freibekommst.
  3. Erledige nichts gleichzeitig. Wer fokussiert, statt abgelenkt ist, erzielt bessere Ergebnisse.
  4. Ziehe ein Fazit: Bin ich zufrieden mit dem Ergebnis? Falls nicht, kannst du dir ruhig etwas mehr Zeit nehmen.
  5. Mach dir keinen Druck. Stress ist ein Effizienzkiller, der jede gute Arbeit vernichtet.

Noch mehr Psycho-Tricks für den Alltag?

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