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Hilft die Grundrente gegen Altersarmut? Überraschendes Ergebnis der DIW-Studie

Vor drei Jahren wurde die Grundrente eingeführt, um bedürftigen Senior:innen unter die Arme zu greifen. Eine Studie zeigt nun, dass weniger Menschen als angekündigt die Leistung beziehen.

In einer Hand eines Seniors oder einer Seniorin liegt ein Fünf-Euro-Schein und Münzen.
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Die sogenannte Grundrente wurde 2020 von Großen Koalition eingeführt, um Menschen mit einer besonders niedrigen Rente unter die Arme zu greifen. Doch bringt die Leistung den gewünschten Effekt? Offenbar nicht. Denn eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt nun, dass in Deutschland weniger Menschen von dem Zuschlag profitieren als geplant. Alle Details.

Deutlich weniger Menschen als erwartet, beziehen Grundrente

Die Zahl der Grundrentenempfänger liegt laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Ursprünglich plante die SPD, mit der Grundrente 1,4 Millionen Menschen mit geringen Renten zu unterstützen.

Aktuellen Erhebungen zufolge haben jedoch nur 1,1 Millionen Senioren Anspruch auf die Leistung. Interessanterweise zeigt die Studie, dass unter den Begünstigten nur wenige Bürgergeld-Empfänger:innen sind.

Lediglich 4,3 Prozent der Rentner:innen erhält den Zuschlag

Statt der erwarteten 1,4 Millionen Menschen haben laut aktuellen Informationen nur 1,1 Millionen Menschen Anspruch auf die Grundrente. Bei der Einführung ging die Bundesregierung noch von 1,3 Millionen Berechtigten aus. Die DIW-Studie zeigt zudem, dass von den rund 660.000 Menschen, die Grundsicherung im Alter beziehen, lediglich knapp 31.000 von der Grundrente profitieren. Das bedeutet, dass nur etwa 4,3 Prozent der insgesamt 21 Millionen Rentner:innen den Zuschlag erhalten.

Grundrente kein wirksames Mittel, um Altersarmut zu bekämpfen

Die Grundrente wird von Peter Haan, dem Leiter der DIW-Abteilung Staat, als hilfreich bezeichnet, jedoch kritisiert er, dass sie zu wenige Menschen erreicht, um effektiv gegen Altersarmut vorzugehen. Der Studie zufolge kommt die Grundrente insbesondere kommt Frauen und Ostdeutschen zugute. So sind rund 72 Prozent der Grundrentenbezieher:innen weiblich, da sie häufiger Kindererziehungszeiten und niedrigere Löhne aufweisen.

In den neuen Bundesländern erhalten 4,1 Prozent der Männer und 7,8 Prozent der Frauen die Grundrente, im Westen sind es lediglich 1,8 Prozent der Männer und 6,2 Prozent der Frauen. Im Schnitt beläuft sich der monatliche Rentenzuschlag auf 86 Euro.