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Gehaltserhöhung – gibt es ein Recht auf mehr Lohn? 

Die wiederholte Ablehnung einer Gehaltserhöhung durch die Führungskraft kann frustrierend sein. Doch hat man nach einer bestimmten Zeit der Betriebszugehörigkeit automatisch Recht auf einen höheren Lohn?

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Über Gehalt sprechen: Ist das erlaubt?

In vielen Arbeitsverträgen gibt es eine Klausel, die den Arbeitnehmern verbietet, über das Gehalt zu sprechen. Aber ist das überhaupt rechtens? Wir klären auf!

Du wartest seit Jahren auf eine Gehaltserhöhung? Das kann ganz schön frustrierend sein. Daher erscheint es auch kaum verwunderlich, dass Mitarbeitende, die besonders lange in einem Unternehmen arbeiten, sich die Frage stellen, ob es in Deutschland ein Recht auf eine Gehaltserhöhung gibt. Was das Arbeitsrecht dazu sagt, erfährst du hier.

Haben Arbeitnehmer:innen das Recht auf eine Gehaltserhöhung?

Grundsätzlich gibt es kein automatisches Recht auf eine Gehaltserhöhung basierend auf der Dauer der Betriebszugehörigkeit oder der Gleichheit der Tätigkeiten. Unternehmen haben die Möglichkeit, eigenständig höhere Gehälter anzubieten, sei es zur Motivation der Mitarbeitenden oder um diese langfristig an das Unternehmen zu binden.

Der Chef bzw. die Chefin ist jedoch nicht dazu verpflichtet. In den meisten Fällen müssen die Mitarbeiter selbst aktiv werden und ein Gehaltsgespräch initiieren. Ein üblicher Zeitraum für Gehaltserhöhungen beträgt in der Regel alle zwei Jahre.

Diese Ausnahmen gibt es

Wir wissen jetzt, dass es in Deutschland grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung gibt. Allerdings gibt es, wie so oft im Leben, auch hier einige Ausnahmen, wie von T-Online berichtet wird. Diese sind zum Beispiel:

  • Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung: Der Arbeitgeber kann an eine festgelegte Vergütungsstruktur gebunden sein, die in Verträgen definiert wurde.
  • Betriebliche Übung: Es ist ebenso denkbar, eine betriebliche Gepflogenheit zu etablieren, die als eine Art Gewohnheitsrecht betrachtet wird. Nehmen wir an, es findet regelmäßig alle zwei Jahre eine Gehaltserhöhung statt – in einem solchen Fall kann dein Arbeitgeber nicht einfach davon abweichen.
  • Diskriminierungsverbot: Das Alter, das Geschlecht oder die Hautfarbe sollten keinesfalls die Grundlage für Gehaltsunterschiede bilden. Falls du das Gefühl hast, aufgrund dieser Faktoren ungerecht entlohnt zu werden, besteht die Möglichkeit, entsprechende Beweise gemäß dem Entgelttransparenzgesetz zu sammeln. Gelingt dir dies, ist dein Arbeitgeber verpflichtet, die Anschuldigungen zu widerlegen oder dir ebenfalls eine angemessene Gehaltserhöhung zuzuerkennen.

In welcher Höhe sollte sich eine Gehaltssteigerung bewegen?

Die angemessene prozentuale Höhe einer Gehaltserhöhung hängt vor allem davon ab, ob sich das Aufgabengebiet seit der letzten Verhandlung verändert hat. Falls keine wesentlichen Veränderungen vorliegen, sind in der Regel Steigerungen von etwa drei bis sieben Prozent innerhalb eines Jahres möglich. Im Falle einer Beförderung oder dem Übernehmen einer Führungsposition kann die Gehaltserhöhung auch zwischen 10 und 15 Prozent liegen.

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