Nicht nur die Anzahl der Studierenden steigt. Dual studieren erscheint immer mehr Abiturient:innen als gute Alternative. Das hat gute Gründe – trotz einiger Kompromisse.

Dual studieren: Das musst du mitbringen

Ein Abitur oder Fachabitur ist Voraussetzung für ein duales Studium, auch gute oder sehr gute Noten sind von Vorteil. So weit, so logisch. Neben den Formalitäten kommt es beim dualen Studium aber auch mehr denn je auf deine Persönlichkeit an. Ohne Ehrgeiz und Fleiß wird dich ein duales Studium zu sehr stressen

Zum einen rollt eine Menge Arbeit auf dich zu, durch die du auch die Wochenenden häufig am Schreibtisch verbringen musst. Zum anderen musst du dich einem intensiven Bewerbungsprozess stellen, bei dem du nicht nur deine Zeugnisse an verschiedene Hochschulen schickst, sondern auch Personaler:innen überzeugen musst. 

Die Konkurrenz ist groß, besonders bei den großen Unternehmen. 2016 kamen bei Adidas über 100 Bewerbungen auf einen Platz, bei der Deutschen Bank waren es 50. Bei solchen Unternehmen kannst du dich darauf einstellen, ein Assessment Center zu durchlaufen.

Frau hämmert Handwerk
Im dualen Studium wirst du nicht von Theorien überrannt, sondern weißt, was du tust.(Photo: istock.com/sanjeri)

5 Vorteile des dualen Studiums

Die große Frage zum dualen studieren lautet also: Warum das alles? Weil du trotz der ganzen Arbeit viele Vorteile genießen kannst, die sich auch lange nach dem Studium auszahlen werden.

1. Praxisbezug: Du weißt, was du tust

Während viele „normale“ Studierende trotz mehrerer Semester immer noch keinen Plan haben, worauf ihr Wissen eigentlich hinauslaufen soll und was das für sie später bedeuten wird, weißt du über alle Prozesse und Aufgaben die in einem Unternehmen so anfallen direkt Bescheid

Durch die Kombination von Theorie und Praxis kannst du das Gelernte direkt umsetzen. Das festigt dein Wissen und deine Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen. Die Abwechslung sorgt außerdem für die nötige Motivation.

2. Arbeitsmarktchancen: Mit einem Fuß in der Tür

Du hast also gelernt, was im Job wichtig ist, worauf es ankommt und brauchst dadurch weniger Einarbeitungszeit. Unternehmen lieben diese Art von Bewerber:innen. Abgesehen davon, dass die meisten Dual-Studierenden nach dem Abschluss direkt übernommen werden, insgesamt sind das circa 80 %.

Manche Unternehmen binden ihre „Dualen“ für die ersten Jahre direkt an sich. Entscheidest du dich fürs Bleiben, werden deine Ausbildungskosten häufig erstattet. Umgekehrt müsstest du eine Ablösesumme zahlen. Fest ist nur dein Gehalt, daran darf nicht gerüttelt werden.

Arbeitsgruppe im Büro Hipster Start Up
An privaten Hochschulen sind die Lerngruppen kleiner.(Photo: istock.com/Vasyl Dolmatov)

3. Studienbedingungen: Kleingruppen statt Hörsäle

Auch wenn einige Universitäten duale Studiengänge anbieten, sind Kooperationen zwischen privaten Hochschulen oder Akademien und Unternehmen häufiger. Dort sitzt du nicht mit hunderten Studenten in Hörsälen, sondern lernst in kleinen Gruppen von 20 bis 40 Teilnehmer:innen. Auch der Bezug zu den Professor:innen ist enger. Gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium.

Warum private Hochschulen immer beliebter werden, erfährst du hier.

4. Gehalt: Geld verdienen leicht gemacht

Dass du während deines dualen Studiums bezahlt wirst, solltest du nicht unterschätzen. Viele Studierende nehmen einen Nebenjob an, um sich das WG-Zimmer zu leisten. Duale Studierende haben vorgesorgt und bekommen ein Ausbildungsgehalt von 700 € bis 1.000 €, je nachdem, in welcher Branche.

Dazu kommen in manchen Fällen noch andere Vergünstigungen, wie Bahntickets, ein Firmenlaptop, Mitgliedsausweise in Fitnessstudios oder das Unternehmen übernimmt die Studiengebühren. 

5. Abschlüsse: Zwei in Eins

Am Ende deines dualen Studiums hast du zwei Abschlüsse in der Tasche – und das innerhalb kürzester Zeit. Ausbildungsabschluss und Bachelor in gerade einmal drei oder vier Jahren.

polizistinnen polizei
Sehr beliebt: Ein duales Studium bei der Polizei.(Photo: imago images/Future Image)

Dual studieren lohnt sich – in manchen Bereichen 

Dual zu studieren hat also eine Menge Vorteile und im Prinzip kannst du auch alle Studiengänge dual studieren. In der Praxis sieht das allerdings etwas anders aus. 

Nicht jeder Fachbereich bietet duale Studiengänge an. In Germanistik und Geschichte wirst du länger suchen müssen, in anderen sind duale Studiengänge öfter beliebt. Im Wirtschaftsbereich kannst du gleichzeitig ein BWL-Studium und eine Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/frau machen. Auch in Informatik und im Ingenieurswesen sind duale Studiengänge häufig vertreten. Im öffentlichen Dienst sind die Plätze besonders begehrt, gerade weil du die Chance auf eine frühe Verbeamtung hast.

Lass dich nicht stressen!

Ob du dich für ein duales Studium entscheidest, hängt also nicht nur von deiner Persönlichkeit ab, sondern auch von den Angeboten. Wichtig ist: Bewahre einen kühlen Kopf und lass dich nicht von zu viel Arbeit kaputt machen.

Wir zeigen dir, wie du Prüfungsstress vermeidest und wie du dich zu Beginn des Studiums organisierst.

Außerdem verraten wir dir, warum sich das Studium Generale immer lohnt!