Was machst du eigentlich alles im Homeoffice während der Arbeitszeit? Sind wir ehrlich: Wir haben alle schon die Wäsche gewaschen, Besorgungen gemacht, die Toilette geputzt oder mit dem Partner oder der Partnerin „gekuschelt“. Das ist ganz normal. Und trotzdem willst du nicht, dass du dabei von deine:r Chef:in beobachtet wirst.

Doch was darf deine Führungskraft eigentlich tun, um herauszufinden, was du gerade tust? Darf deine Chef:in dich Zuhause überraschend besuchen?

Vorgesetzte haben es dieser Tage nicht besonders leicht. Jede Führungsperson muss sich darauf verlassen, dass die Mitarbeitenden auch im Homeoffice ihrer Arbeit nachkommen. Zum Glück hat sich seit Beginn der Coronapandemie in den meisten Branchen gezeigt, dass das Homeoffice eine sehr produktive Alternative zum Arbeiten im Büro ist. Zudem zeigen die Statistiken, dass die Menschen, je länger sie im Homeoffice, immer produktiver dort arbeiten können. Im Gegensatz zu 79 % im Jahr 2020 konnten im Jahr 2021 ganze 86 % im Homeoffice gut ihrer Arbeit nachkommen.

Darf die Führungskraft Zuhause vorbeikommen?

Nicht jede:r Vorgesetzte hat das Gefühl, den Mitarbeitenden trauen zu können und würden gerne im Eigenheim der Mitarbeitenden nach dem Rechten sehen. Nun fragen wir uns natürlich viele, ob das überhaupt erlaubt ist.

Ja, die Führungskraft darf bei dem Mitarbeitenden im Homeoffice vorbeischauen. Jedoch geht das nur unter zwei Bedingungen: Zum einen muss es bei dem Besuch um eine Gefährdungsbeurteilung gehen. Zum anderen muss die Mitarbeiter:in diesem Besuch zustimmen. Es ist also nicht erlaubt, dass eine Führungskraft einfach so, ohne sich zuvor anzumelden, bei den Mitarbeiter:innen aufzutauchen.

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5 Gewohnheiten können deine Produktivität im Homeoffice beeinflussen. Foto: Imago/Shotshop

Die Rechtsgrundlagen des Homeoffice

Der Arbeitsplatz im Homeoffice ist zur Arbeitszeit Teil des Betriebs und dort gelten die Regelungen des Arbeitsschutzes. Der Arbeitgebende oder die Führungskraft muss also eigentlich eine Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes durchführen. Das bedeutet, dass die Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz ermittelt und ausgeschlossen werden.

Aus anderen Gründen darf deine vorgesetzte Person nicht in die Wohnung der Mitarbeiter:innen eindringen. Es sei denn, sie werden ausdrücklich eingeladen.

Generell gilt die Unverletzlichkeit der eigenen Wohnung. Gegen den Willen der Arbeitnehmenden darf also per Grundgesetz niemand in die Wohnung eindringen. Sollten Mitarbeitende ihren Arbeitgebenden Zutritt zu ihrer Wohnung verweigern, kann es allerdings dazu führen, dass diese Arbeitnehmende wieder zurück ins Büro zitiert werden.

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