Augen auf bei der Berufswahl! Das war schon immer das Credo schlauer Berufsberater:innen, die jungen Studierenden und Azubis zu finanzieller Unabhängigkeit und professioneller Erfülltheit verhelfen wollen. Allerdings sollten wir uns alle darüber im klaren sein, dass heutzutage nicht mehr nur die Augen bei der Berufswahl helfen, sondern auch die Glaskugel. In unserer schnelllebigen Gesellschaft gibt es immer mehr aussterbende Berufe. Wir haben deshalb für dich eine Liste der Berufe, die es vermutlich bald so nicht mehr geben wird.

Warum sterben Berufe aus und welche trifft es am schlimmsten?

Die Digitalisierung ist bereits in alle Felder der Wirtschaft eingedrungen und hat die meisten Berufsfelder grundlegend verändert. Wo Computerprogramme neue Herausforderungen schaffen und den Menschen neue Skills abverlangen, bleiben auf der anderen Seite viele auf der Strecke. Wo Maschinen unsere Jobs in Zukunft übernehmen werden, welche Tätigkeiten sich grundlegend verändern welche Berufe aussterben werden, erfährst du hier.

Keine Lust zu lesen? Dann sieh hier alle aussterbenden Berufe als Story.

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Der Job des Juweliers ist ein Handwerk, das bald nicht mehr gebraucht wird.(Photo: kylefrederick10)

1. Juwelier:innen

Wer heute noch zum Juwelier:innen geht, der heißt entweder Geiss mit Nachnamen, oder hat demnächst vor zu heiraten. Durch Modeketten, Amazon und Co. ist günstiger Modeschmuck viel weiter verbreitet als edles Gehänge. Der Trend verschiebt sich also weg vom Qualitätsschmuck, der über Generationen hinweg getragen wird, hin zum kurzlebigeren Modeschmuck.

Eine Entwicklung, die nicht nur den Schmuckherstellenden das Genick bricht. Die schlechte Qualität der Schmucks kann auch zu Ausschlägen auf unserer zarten Haut führen.

2. Zeitungsreporter:in

Damit hätten wahrscheinlich die Wenigsten gerechnet: Doch, auch der Beruf der Reportenden ist in Gefahr. Laut Career Cast wird es bereits im Jahr 2022 gut 13 % weniger Zeitungsreporter:innen geben. Das liegt nicht nur daran, dass der Journalismus von Print auf die digitale Schiene verlegt. 

Ein anderer wichtiger Faktor ist, dass der Beruf der Journalisten nicht geschützt ist. Auf Social Media kann jede:r eine rasende Reporter:in sein. Jeder Mensch kann seinen eigenen Blog starten und News bzw. Meinungen verbreiten. Hoffen wir, dass das die Verschwörungstheoretiker:innen nicht noch weiter auf den Plan ruft und gute Medien nicht aussterben.

Designer Creative Office
Du sortierst beruflich Daten? Das könnte bald vorbei sein.

3. Datentypist:in

Der Beruf des Datentypisten ist schnell erklärt: Er übernimmt Daten und Zahlen aus Online- oder Offline-Dokumenten und pflegt diese in unternehmensinterne Systeme ein. Noch ist diese Stelle für die meisten Handelsunternehmen wichtig, den Verträge sind für Computerprogramme oft noch zu kompliziert, um automatisch übernommen zu werden.

Doch sollte sich niemand darauf ausruhen. Der Beruf der Datentypisten verschwindet bereits jetzt Schritt für Schritt. Algorithmen und Programme werden immer besser und AI erfasst immer zielgerichtetere Daten.

4. Reisebüromitarbeitende

Klassische Reisebüros werden immer weniger, denn jeder kann sich unproblematisch übers Internet seine eigene Reise zusammenstellen. Die Inspiration bekommen wir von Instagram, die Recherche erfolgt über TripAdvisor und die Buchung wird über booking.com abgeschlossen. 

Landwirtschaft
Auch in der Landwirtschaft werden immer weniger Menschen gebraucht.(Photo: imago images/Cavan Images)

5. Postbote & Postbotin

Mal Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal einen Brief verschickt, der nicht ans Arbeitsamt oder an eine offizielle Stelle ging? Schon so lange her? Der Beruf der Postbeamten wird vielleicht nicht komplett aussterben, aber er wird auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Schon jetzt vermuten Experten von Career Cast, dass bis zum Jahr 2022 ein Einstellungsrückgang von gut 28% zu erwarten ist.

Übrigens: Du hast bereits einen Job mit Zukunft, aber du hasst es dort? Die richtige Einstellung machts! Erfahre hier, wie du aus einem Hassjob einen Traumjob machst.

6. Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hat gerade so viel Ertrag und Umsatz wie noch nie seit der Geschichte der Menschheit. Und trotzdem arbeiten jetzt viel weniger Bauern und Landwirte als noch vor 50 Jahren. Und das obwohl wir viel mehr Fleisch essen. Der Grund für den Rückgang sind die Maschinen, die es Landwirten immer einfacher machen, die Arbeit zu erledigen. So verändert dieser Beruf sich langsam aber sicher. Er wird nicht aussterben, doch er wir viel weniger Menschen unter sich beschäftigen können.

Was es aber in Coronazeiten bedeutet systemrelevant zu sein, erfahren wir im Interview mit einer Spargelarbeiterin.

Stewardess flugzeug corona
Der Beruf der Stewardess ist ebenso gefährdet. Aber nicht der Digitalisierung wegen.(Photo: imago images/Future Image)

7. Flugbegleitung

Nicht der Digitalisierung wegen, sondern weil die Flugbranche an sich sehr umstritten ist, haben es auch die Flugbegleitung in Zukunft wohl schwer. Die nächsten Jahre sollten für uns bereithalten, dass weltweit weniger geflogen wird, um den CO2-Haushalt einigermaßen auszugleichen. Obwohl das der Umwelt zugute kommt, werden die Flugbegleiter großflächig darunter leiden.

Die Firma Ryanair ist während der Coronazeit sogar dazu übergegangen, die Pilot:innen zwischenzeitlich auch noch den Job der Stewards und Stewardessen zu übernehmen. 

8. Prüfende

Jeder, der beruflich Qualitätskontrollen durchführt, wird früher oder später von einer Maschine ersetzt werden können. Das Problem bei diesen Jobs ist, dass der Mensch niemals so präzise arbeiten kann wie eine Maschine. Denn wenn ein Programm richtig eingestellt ist, wird es unermüdet und ohne Flüchtigkeitsfehler genau das tun, was ihm gesagt wurde. 

Redaktionstipp: Du bist ohnehin unglücklich in deinem Job? Dann ist es vielleicht an der Zeit, zu kündigen und etwas Neues anzufangen.

Frau Mann Fabrik Helme Arbeit Job
Lagerverräumung wird demnächst nicht mehr von Menschen, sonderrn von Maschinen ausgeführt werden.

9. Lagerarbeitende

Endlich ein Beruf, bei dem die meisten Menschen froh sind, wenn er endlich abgeschafft ist. Lagerarbeiter:innen haben in den riesigen Hallen von Amazon und Co. kein schönes Arbeitsleben. Gerade zur Weihnachtszeit fällt immer wieder auf, wie überarbeitet und wie unterbezahlt sie sind. 

Viele Unternehmen tüfteln bereits daran, wie man die schwere Arbeit der Lagermitarbeiter:innen am besten von Robotern übernehmen lassen könnte. Bis zu einem gewissen Grad wird das bald möglich sein. Es wird viel weniger Menschen geben, die viel weniger schwere Arbeit erledigen müssen. Kein hektisches Zusammensuchen der Utensilien, sondern ein gezielter Handgriff der Maschine. Menschen wird in es naher Zukunft nur noch für die Überwachung der Maschinen geben. Dennoch ist es schwer, das nur zu begrüßen. Denn wenn dieser Beruf ausstirbt, werden viele Menschen arbeitslos sein.

Motivationstippps für die Jobsuche gibt es auch in unserem Podcast „Wein & Weiber“

Auch für aussterbende Berufe gibt es Hoffnung!

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