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3 Dinge solltest du nicht tun, wenn du Bindungsangst hast 

Du hast mit Bindungsangst zu kämpfen und dir fällt es schwer, dich auf eine exklusive Partnerschaft mit richtigen Gefühlen einzulassen? Dann solltest du diese Dinge gegenüber einer anderen Person nicht machen. 

Bindungsangst
Du leidest unter Bindungsangst? Dann mach das lieber nicht. Foto: Getty Images/Halfpoint Images

So wunderschön die Liebe auch sein kann, so verletzlich macht sie dich. Ich würde von mir behaupten, dass ich sehr lange unter Bindungsangst gelitten habe. Immer wenn es mit einem Mann ernst wurde, zog ich mich zurück und baute eine Mauer um mich herum. Lieber wollte ich allein sein, als mich zu öffnen und verletzt zu werden. Expert:innen auf dem Gebiet würden dieses Verhalten höchstwahrscheinlich damit erklären, dass mir in meiner Kindheit Sicherheit gefehlt hat. Vielleicht hätten sie damit auch teilweise recht, denn während meine Mutter immer für mich da war, verließ mich mein Vater bereits als kleines Kind.

Dass er von einem auf den anderen Tag einfach von der Bildfläche verschwand, hinterließ bei mir tiefe Narben, die auch im erwachsenen Alter nicht heilen wollten. Und mich für eine lange Zeit daran hinderten, mich auf eine tiefe Verbindung mit einem anderen Menschen einzulassen. Die Bindungsangst ist jedoch keine Entschuldigung dafür, andere Menschen zu verletzen. Welche Dinge du deshalb lieber nicht machen solltest. 

Bindungsangst: Warum diese 3 Dinge tabu sind 

Wie bereits erwähnt, beschreibt die Bindungsangst, die Angst sich zu verlieben und sich an jemanden zu binden. Damit Menschen mit Bindungsangst nicht das Herz gebrochen werden kann, gehen sie meist keine ernsthaften Beziehungen ein und sind eher auf der Suche nach Affären oder Freundschaft Plus. Alles, was mit Verpflichtungen einhergeht, wie beispielsweise das Kennenlernen der Familie oder die Planung eines gemeinsamen Urlaubs, führt dazu, dass sich die Person zurückzieht.  

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Ernsthafte Beziehungen sind für Menschen mit Bindungsangst oft nicht möglich. Foto: Getty Images/ Azat_ajphotos

Bei der Bindungsangst gibt es verschiedene Ausprägungen, wie die Autor:innen Theresa König und Ole Anderes wissen. Gemeinsam haben sie das Buch Bindungsangst verstehen und überwinden geschrieben. „Häufig werden Themen der Bindungsangst akut, wenn die Beziehung einen bestimmten Punkt erreicht hat. Je nach Ausprägung der Bindungsangst geschieht dies zu völlig unterschiedlichen Zeitpunkten, beziehungsweise durch völlig unterschiedliche Auslöser“, schreiben sie. Doch welche Dinge sollten Menschen mit Bindungsangst dann lieber nicht machen, um andere nicht zu verletzen? Wir haben dafür ein wenig recherchiert: 

1. Eine ernsthafte Beziehung eingehen 

Bevor du eine ernsthafte Beziehung eingehst, solltest du dich mit deinen Bindungsängsten auseinandersetzen. Dabei kann dir beispielsweise ein Therapeut oder eine Therapeutin helfen. Gemeinsam mit dir, wird er oder sie die Probleme, die dich darin hindern ernsthafte Gefühle zu entwickeln aufarbeiten. Was du jedoch nicht machen solltest, ist einer Person falsche Hoffnungen zu machen, nur um nicht allein zu sein. Je länger du das nämlich durchziehst, je mehr wirst du dein Gegenüber verletzen, wenn du dich aufgrund ungelöster Bindungsängste wieder distanzierst. 

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2. Nicht an die Zukunft denken 

Du hast dich trotz deiner Bindungsängste dazu entschlossen eine Beziehung einzugehen und merkst, dass dein Partner oder deine Partnerin die gemeinsame Zukunft mit dir plant? Gerade das ist für Menschen, die Angst vor einer Bindung haben, ein ziemlicher Trigger-Punkt. Hier ist es wichtig ehrlich zu dir und zu du deinem Partner oder deiner Partnerin zu sein. Siehst du keine Zukunft, dann beende die Beziehung und gib der anderen Person die Chance jemanden zu finden, der die gleichen Zukunftsziele hat. 

3. Kein Interesse zeigen 

Um nicht verletzt zu werden, bauen Menschen mit Bindungsängsten eine unsichtbare Mauer um sich herum und versuchen alles zu kontrollieren. Damit die Gefühle nicht stärker werden, versuchen sie so viele private Dinge vor dem/der Partner:in geheim zu halten. So vermeiden sie es, dass man gemeinsam etwas mit Freund:innen oder der Familie unternimmt und sprechen ungern über ihren Gefühlsstatus oder Pläne für die Zukunft.

Das kann dazu führen, dass dein:e Partner:in das Gefühl hat, du würdest dich nicht für ihn oder sie interessieren. Dieses Desinteresse kann in Menschen nicht nur eine negative Emotion hervorrufen, sondern sie auch ernsthaft verletzen.  

Bindungsangst: An dir selbst arbeiten, um andere nicht zu verletzen

Bevor ich mich auf die Beziehung mit meinem Ehemann einließ, war ich drei Jahre lang Single, um mich meiner Bindungsangst zu stellen. Für mich war es wichtig, dass ich keinen anderen Menschen mehr mit meiner Angst vor der Liebe vor den Kopf stoße. In diesen drei Jahren beschäftigte ich mich viel mit meiner Vergangenheit und meiner Angst einem Mann mein Herz zu öffnen.

Auch wenn der Weg bis zur Lösung kein einfacher war, hat er mir doch dabei geholfen, meine Bindungsängste zu lindern. Als ich dann meinen Ehemann kennenlernte, merkte ich gleich, wie sehr es mir geholfen hatte. Auch wenn ich in den ersten Monaten noch in meine alten Muster verfiel, schafften wir es gemeinsam die Mauern herunterzubrechen und mir die Angst vor der Liebe zu nehmen.