Carola Rackete vor ihrer Rede vor der Aktivistengruppe Extinction Rebellion
Unsere Heldin der Woche: Carola Rackete.

Our weekly heroine: Carola Rackete

Kapitän, Seenotretterin, Klimaaktivistin – Vorhang auf für unsere heroine of the week Carola Rackete! Wir zeigen dir, was wir von ihr lernen können.

Carola Rackete: Unsere heroine of the week

Die Rubrik heroine of the week ist starken Frauen vorbehalten, die sich durch besondere Verdienste auszeichnen. Wöchentlich stellen wir hier weibliche Persönlichkeiten vor, die uns durch außergewöhnliche Worte und Taten inspirieren.

Carola Racketes erstes Buch
Kurz vor dem nächsten UN-Klimagipfel erschien Racketes erstes Buch 'Handeln statt hoffen'.

Mut zur Menschlichkeit: Carola Rackete

Als Seenotretterin vor Lampedusa erlangte Carola Rackete internationale Bekanntheit. Nun tritt sie in erster Linie als engagierte Klima-Aktivistin in Erscheinung. 

Kurz vor der nächsten UN-Klimakonferenz erschien ihr erstes Buch Handeln statt Hoffen: Aufruf an die letzte Generation. Wir stellen dir die Frau hinter den Schlagzeilen vor und klären, warum sie als Steuerfrau unsere Gesellschaft in die richtige Richtung lotsen könnte.

Wer ist Carola Rackete?


  • Carola Rackete wuchs in Hambühren, einer kleinen Gemeinde in Niedersachsen auf. Sie studierte Nautik und Umweltmanagement.
  • Sie jobbte nach dem Abitur bei McDonalds an der Kasse. Auch ihr Studium hat sie sich zum großen Teil eigenständig finanziert.
  • Bereits während der Ausbildung arbeitete sie als nautische Offizierin und fuhr später für Greenpeace. Später lotste sie das Forschungsschiff Polarstern durch das ewige Eis Russlands.
  • 2016 nahm sie erstmals an einer Mission des Vereins Sea Watch teil, welcher sich der Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge auf dem Mittelmeer verschrieben hat. Später wurde sie auch als Kapitän der Sea Watch 2 eingesetzt. 

Kaptitän, nicht KapitänIn

In Anbetracht der Tatsache, dass Carola sich selbst einen Kapitän nennt, tun wir das auch. In ihrem Buch sagt sie "Es heißt nun einmal Kapitän und nicht Kapitänin."

Carola Rackete an Board der Sea Watch 3
Carola Rackete an Board der Sea Watch 3.

Die Schlagzeilen der Carola Rackete

  • Als Kapitän der Sea Watch 3 sorgte Rackete international für Schlagzeilen. Nachdem sie und ihre Crew 53 Geflüchtete vor der Küste Libyens gerettet hatten, verharrte die Sea Watch lange Tage auf See. 
  • Sie warteten vergeblich auf die Zuweisung eines sicheren Hafens in Europa.
  • Obwohl die italienische Regierung es strikt verbot, legte Rackete schließlich in italienische Hoheitsgewässer. Dabei berief sie sich auf das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, welches besagt, dass Gerettete an einen sicheren Ort gebracht werden müssen. 
  • Trotzdem kein Willkommen: Mehr als zwei Wochen lang verharrten die Geflüchteten an Board. Immer wieder musste die Wasserpolizei Notfälle an Land holen, da einige Menschen ansonsten nicht überlebt hätten.
  • Zu spektakulären Szenen kam es, als die Sea Watch 3, allen Verboten zum Trotz, am Hafen von Lampedusa anlegte. Mit dieser Entscheidung riskierte Rackete eine langjährige Haftstrafe.
  • Von Jubel und Hasstiraden begleitet wurde sie an Land festgenommen und unter Hausarrest gestellt. In einem späteren Gerichtsverfahren wurde sie in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Was macht sie heute?

An Board der Sea Watch 3 wurde Carola Rackete zu einer Symbolfigur der Seenotrettung. Dabei war diese Mission alles andere als geplant. Tatsächlich sprang sie nämlich kurzfristig als Ersatz ein und befand sich zum Zeitpunkt der Anfrage in einem schottischen Nationalpark.

Ihre Bekanntheit nutzt Rackete nun, um sich für den Klimaschutz stark zu machen – So bekennt sie sich öffentlich zu der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion. In ihrem ersten Buch Handeln statt Hoffen: Aufruf an die letzte Generation schreibt sie über globale Gerechtigkeit und Umweltschutz.

Carola Rackete bei ihrer Buchvorstellung
Carola Rackete bei der Vorstellung ihres ersten Buches.

Carola ist enttäuscht von der Menschheit

Carolas Abrechnung mit der Menschheit ist hart. Aber gerecht. In ihrem Buch beleuchtet sie nicht nur die nötigen CO2-Einsparungen und Klimarettungsversuche. Sie macht ganz bewusst darauf aufmerksam, dass die Menschheit nicht genug Weitblick und Solidarität hat, um die Welt noch zu retten.

“Wir sind an einem Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: die Ökosysteme werden zerstört, das Klimasystem bricht zusammen. Schützen wir in einer solchen Welt nicht die Rechte anderer Menschen, gefährden wir auch unsere eigenen.”
– Carola Rackete

Fazit – Nehmen wir uns ein Beispiel an Rackete

Mit ihrem mutigen und klugen Einsatz für Geflüchtete zeigt sie uns, dass Menschlichkeit am Ende doch siegen kann. Außerdem inspiriert sie zahlreiche Menschen dazu, die sozialen und ökologischen Missstände auf der Welt nicht mehr tatenlos hinzunehmen.


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