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Darum solltest du dir niemals einen Teacup-Hund anschaffen

Hast du schon einmal etwas von Teacup-Hunden gehört? Wir verraten dir, warum sie vielleicht niedlich anzusehen sind, du sie dir aber niemals anschaffen solltest.

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Wenn man in den sozialen Medien nach Teacup-Hunden sucht, findet man gefühlt eine Million Videos von besonders kleinen Hunden mit großen Augen, die so niedlich sind, dass man sie am liebsten abknutschen würde. Das Problem: Teacup-Hunde sind alles andere als unproblematisch. Wir verraten dir, warum du niemals mit dem Gedanken spielen solltest, dir selbst einen dieser Mini-Hunde anzuschaffen.

Anika ist selbst Hundemama.

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Was genau sind Teacup-Hunde?

Teacup-Hunde sind keine eigene Rasse. Hierbei handelt es sich vielmehr um besonders kleine Zuchtformen verschiedener Rassen. Besonders beliebt sind hierbei Pudel, Yorkshire Terrier, Chihuaha und Zwergspitze. Diese sind dann so groß – oder besser, so klein, dass sie in einen Teacup (zu Deutsch: Teetasse) passen.

Teacup-Hund
Teacup-Hunde sind extrem kleine Vierbeiner. Foto: Ursula Page – stock.adobe.com

Wenn du allerdings denkst, dass es sich hierbei um Welpen handelt, irrst du dich – diese Hunde sind erwachsen. Und sie sind noch kleiner als Hunde, die den Zusatz „Toy“ im Rassenamen führen. Diese erreichen gerade einmal eine Schulterhöhe von 18 bis 23 Zentimeter und wiegen höchsten 2 bis 2,5 Kilogramm – Teacup-Hunde sind im ausgewachsenen Zustand noch kleiner und wiegen noch weniger. Und diese Zucht ist unter Tierschützer:innen und Hundefreund:innen (zurecht) sehr umstritten.

Haben Teacup-Hunde gesundheitliche Probleme?

Die kurze Antwort auf diese Frage: Ja, sie haben gesundheitliche Probleme. Petbook sagt sogar, dass es keine gesunden Teacup-Hunde gibt. Viele der kleinen Hunde leiden in diesem Zusammenhang unter einem „Wasserkopf“ – der Abfluss des Gehirnwassers wird gestört, was unter anderem zu Koordinations- und Sehstörungen führen kann.

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Neben diesem „Wasserkopf“ gibt es aber auch noch andere gesundheitliche Probleme, mit denen Teacup-Hunde zu kämpfen haben: Augeninfektionen, Bandscheibenprobleme, Schwierigkeiten beim Atmen und/oder Zahnerkrankungen. Außerdem zittern viele der kleinen Vierbeiner, weil sie Schwierigkeiten haben, ihre Körpertemperatur aufrecht zuhalten.

Teacup-Hunde: Sind sie in Deutschland erlaubt?

Laut dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) dürfen nur Hunde miteinander verpaart werden, die mindestens zwei Kilogramm wiegen – womit die Zucht von Teacup-Hunden abgelehnt wird. Die Züchter:innen der Teacup-Hunde wählen allerdings gezielt die kleinsten und schwächsten Tiere eines Wurfs aus, um noch kleinere Hunde zu züchten.

Durch die Distanzierung des VDH von der Praxis organisieren sich Züchter:innen der Teacup-Rassen inoffiziell – somit gibt es keine seriöse Teacup-Hundezucht in Deutschland, was allerdings nicht bedeutet, dass sie nicht trotzdem im Verborgenen betrieben wird. Zudem verbietet das deutsche Tierschutzgesetz die Zucht von Tieren, wenn bei deren Nachkommen „die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt“ (vgl. Tierschutzgesetz § 11b).

Wie hoch sind die Lebenserwartungen eines Teacup-Hundes?

Im Grunde genommen kann ein Teacup-Hund genauso alt werden wie „normal-große“ Vierbeiner dieser Rasse. So kann der Mini-Hund also gut und gerne 15 Jahre alt werden. Doch die vielen gesundheitlichen Probleme führen oft zum frühzeitigen Tod dieser kleinen Hunde. So kann bereits ein leichter Schlag auf den Kopf den Vierbeiner töten. Denn: Bei vielen Teacup-Hunden wächst die Knochenlücke am Schädelknochen, die Fontanelle, nicht richtig zu, wodurch das Gehirn direkt unter der Haut liegt.

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Wie du siehst, können Teacup-Hunde beinahe als eine Qualzucht angesehen werden. Die Vierbeiner haben durch diverse gesundheitliche Einschränkungen nicht so ein schönes Leben, wie ein Hund haben sollte. Natürlich sind die Minis niedlich – trotzdem sollte man diese Zucht nicht unterstützen; nicht durch die Anschaffung und auch nicht durch Likes und Co. auf Social Media.