Wir sind alle inzwischen sensibilisiert für das Thema Umweltschutz, wir wollen es alle eine bisschen besser machen als de Generation vor uns, doch was ist besser? Tatsächlich herrscht gerade bei nachhaltigen Verpackungen ein großer Irrglaube im Bezug auf Plastik. Auch Glas ist nicht immer die nachhaltigste Lösung. Wir klären auf.

Plastikverschmutzung an einem Strand
Plastik landet leider viel zu oft in der Natur und nicht im Recyclinghof.

Die große Suche nach nachhaltigen & recycelbaren Verpackungen

Plastik ist ganz klar der Feind: Es ist schwer abbaubar, wird aus Erdöl hergestellt und gelangt ungehindert in Ozeane und Flüsse. In Form von Mikroplastik verseucht es unser Essen. Oft unterliegen gerade wir Deutschen dem Trugschluss, dass unser Plastik recycelbar ist und damit eine nachhaltige Verpackung. Wir nehmen an, dass wir, als brave Recycler, nicht zu dem Problem der vermüllten Meere beitragen.

So ist es allerdings wirklich: In Deutschland wird Plastik nicht in wiederverwendbar und Einmalplastik getrennt. In die Gelbe Tonne kommt alles an Verpackungsmüll. Das Sortieren passiert erst auf den Müllhöfen. Sind Plastikteile verdreckt oder werden mehrere Arten zusammen genutzt, kann die Maschine diese oft nicht richtig identifizieren und die Teile werden nicht recycelt. 

Besonders Getränkekartons oder Zeitschriften mit Beschichtung lassen sich nicht trennen und sind damit quasi nicht wiederverwendbar, obwohl es die einzelnen Materialien theoretisch wären. Wirf das nächste Mal einen Blick auf deine Plastikverpackung. Diese eingestanzten Symbole sagen dir, welche wirklich weiterverarbeitet werden:

recycelbares Plastik Verpackung Symbole
Nur wenn diese Symbole auf deiner Plastikverpackung sind, wird es tatsächlich recycelt.(Photo: wmn)

Knapp 95 Prozent des wiederverwendbaren Plastik werden zu Granulat verarbeitet und weiter genutzt. Stehen nur Zahlen oder Buchstaben Kürzel auf der Verpackung, ist sie nicht recyclebar und schon gar keine nachhaltige Verpackung.

Obwohl es inzwischen viele Plastikarten gibt, die wir wiederverwenden können, wird immer weiter Neues produziert. Das liegt auch daran, dass es in Deutschland verboten ist, recyceltes Plastikgranulat zur Herstellung von Verpackungen für Speisen und Getränke zu verwenden.

Wie du Plastikfallen beim Einkaufen vermeidest und auch bei Amazon Plastik sparst, erfährst du hier.

Bierflaschen, die angestoßen werden
Bierflaschen mit Pfand sind besonders nachhaltige Verpackungen.

Die nachhaltigsten Verpackungen laut Recycling-Expertem

Also ja, Plastik kann teilweise recycelt werden, aber besser ist es, gleich ganz zu sparen. Genügend nachhaltige Verpackungsalternativen gibt es ja schließlich. Laut dem Recycling-Experten Philipp Sommer gibt es ein Ranking für deinen Umgang mit Verpackungen, wobei Platz 1 die beste und Platz 5 die schlechteste Umweltbilanz hat:

recycling plastik verpackungen müll
Laut Recycling-Experten Philipp Sommer sind dieser Verpackungen am Sinnvollsten.(Photo: wmn, Philipp Sommer)

Wie du siehst, ranken Mehrwegverpackungen auf Platz eins der nachhaltigen Verpackungen. Glasflaschen werden beispielsweise bis zu 50 Mal wiederbefüllt und sind damit extrem umweltfreundlich. Auch recycelbare Tupperdosen aus Plastik sind dementsprechend laut Philipp Sommer in Ordnung.

Recyclebares und Einweg-Plastik schneiden besser ab als Einwegglas oder -Aluminium. Um das kurz zu erläutern: Einmalglas ist zum Beispiel ein Gurkenglas oder eine Weinflasche. Das liegt daran, dass zur Herstellung von Glas und Aluminium viel CO2 verbraucht wird (bei Glas sogar noch etwas mehr). Auch das Einschreddern und und neu verarbeiten ist sehr aufwendig.

Die nachhaltigsten Verpackungen laut Instutut für Umweltforschung

Das Institut für Umweltforschung gab dazu folgende Reihenfolge von empfohlenen nachhaltigen Verpackungen bekannt: 

nachhaltige recycelbare Verpackung laut institut für umweltforschung
Hier sieht die Empfehlung an den Verbraucher etwas anders aus.(Photo: wmn)

Das Ergebnis ist überraschend, denn betrachtet man die verursachten Emissionen, liegen Aluminium und Glas weit hinten. Dafür ist Aluminium doppelt so schnell abgebaut wie Plastik (knapp 200 Jahre sind es trotzdem noch). 

Bio-Plastik und wasserlösliches Plastik stehen Experten skeptisch gegenüber in Sachen nachhaltiger Verpackung, denn der Herstellungsaufwand ist enorm und im falschen Müllbehälter verrotten sie nicht schnell genug.

nachhaltige Verpackung aus Aluminium und Holz
Eine Mehrwegbox aus Alu und Besteck aus Holz ist nachhaltiger als Einmalplastik.

Welche nachhaltigen Verpackungen eignen sich also für den Alltag?

In den meisten Studien sind viele neue Verpackungsmaterialien zu kurz gekommen, wie Naturstoffe aus Zellulose oder Kork, Bambusplastik oder Keramik. Trotzdem eignen sich diese als nachhaltige Verpackungen.

Nachhaltige Verpackungen in der Küche:

In der Küche ist es wichtig, dass die Verpackung dein Essen frisch hält und das möglichst keimfrei. Diese nachhaltigen Verpackungen eignen sich dafür:

  • Wiederverwendbare Stretch-Überzieher aus Silikon
  • Einweggeschirr (wenn es überhaupt sein muss) aus Holz (Finger weg von Bambus-Geschirr)
  • Oft genutzte Lebensmittel in größeren Portionen (Wer braucht denn die winzigen Backpulver-Packungen?)
  • Wiederverwendbare Dosen für dein Lunch
  • Wiederverwendbare Trinkflaschen oder Kaffeebecher, egal welcher Art
  • Backutensilien aus Naturstoffen oder lange haltbaren Metallen
  • Einmalplastik weiterverwenden, z.B. als Aufbewarungsbox
  • Bee’s Wrap statt Frischhaltefolie (Tipp: DIY Bee’s Wrap Anleitung)

Nachhaltige Verpackungen für das Bad

Hier eignen sich keine Verpackungen, die schnell rosten. Dafür sind Naturstoffe wie Kork oder auch Holz, richtig lackiert, perfekt für das feuchte Klima. Unsere Tipps:

  • Produkte ohne Umverpackung kaufen 
  • Pappverpackungen bei Pudern, Waschpulver etc. bevorzugen
  • Seifenschüsseln oder Schwämme aus Naturmaterial
  • Produkte ohne Mikroplastik kaufen
  • Tiegel und Töpfe weiter verwenden

 Fazit: Nachhaltige Verpackungen sind kompliziert

Leider ist unser Wertstoffsystem unheimlich kompliziert und nur wenige Studien beziehen alle Umweltaspekte mit ein. Wir haben vorrangig auf den Co2-Fußabdruck geschaut, weniger auf die Abbaubarkeit. 

Da wir das Plastikproblem besonders kritisch sehen, würden wir nachhaltige Verpackungen in dieser Reihenfolge auswählen: Keine Verpackung, Mehrwegbehälter (Glas, Aluminium, Plastik), dann Pappe, Papier und andere Naturverpackungen, beschichtete Kartons und Tetra-Pack, Recycelbares Plastik, Aluminium, Glas, Einmalplastik. 

Noch mehr Zero Waste Tipps für den Alltag haben wir hier für dich. Du willst dich auch nachhaltig anziehen? Dann dürften dir unsere nachhaltigen Sneakerlabel gefallen. Die meisten arbeiten mit veganem Leder. Natürlich haben wir auch die beste nachhaltige Bademode für den Sommer auf Balkonien.

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