Dein Hund bellt aus dir komplett unerfindlichen Gründen? Sicherlich hast nicht nur du dir in solchen Situationen schon einmal gewünscht, deinen Hund fragen zu können, was genau denn sein Problem ist. Die Hundesprache zu verstehen, ist in diesem Zusammenhang nicht immer einfach. Wir wissen allerdings, was er dir mit bestimmten Verhaltensweisen sagen möchte!

Anika ist selbst Hundemama. Foto: Anika Jany

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Hundesprache: Das bedeuten diese 3 Verhaltensweisen

Hunde kommunizieren untereinander mithilfe von Bellen, Winseln, Jaulen, Heulen oder Knurren. Diese Dinge gehören zur Lautsprache. Doch nicht nur das spielt eine Rolle in der Kommunikation deines Vierbeiners. Auch die Körpersprache deines Hundes kann seinem Gegenüber – und auch dir – vieles verraten. Gestiken wie das Schwanzwedeln oder Mimik wie das Fletschen der Zähne gehören ebenso zur Hundesprache.

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Hundesprache ist leider selten eindeutig. Du musst also bei den folgenden vier Verhaltensweisen immer auch den Kontext der jeweiligen Situation berücksichtigen, um deinen Vierbeiner wirklich zu verstehen.

1. Das Bellen als Teil der Hundesprache

Hunde bellen aus den unterschiedlichsten Gründen. Oft ist es allerdings ein Schrei nach Aufmerksamkeit: Er möchte vielleicht etwas essen, Gassi gehen oder mit dir spielen. Allerdings gibt es auch beim Bellen Unterschiede: Wenn dein Hund gleichzeitig dabei die Zähne fletscht und auch noch einem anderen Hund gegenübersteht, kann es sein, dass dein Vierbeiner gleich zum „Angriff“ übergehen könnte, weil ihm irgendwas an seinem Artgenossen nicht gefällt. Du siehst also schon hier, dass der Kontext viel aus macht!

Generell gilt: Klingt das Bellen eher hoch, ist es wahrscheinlich freundlich gemeint. Ein tiefes Bellen zeugt eindeutig davon, dass dein Vierbeiner sauer ist oder sich bedroht fühlt.

Hund heult
Das Heulen haben die Hunde noch von ihren Vorfahren, den Wölfen. Foto: Siddharth Chamoli / 500px / getty images via canva

2. Heulen als Teil der Hundesprache

Das Heulen haben viele Hunde noch von ihren Vorfahren, den Wölfen. Wenn diese heulen, signalisieren sie damit ihre Zugehörigkeit zum Rudel und fördern den sozialen Zusammenhalt. Sie warnen damit andere Tiere vor Gefahren oder teilen sich gegenseitig ihren Standort mit.

Manche Hunde heulen mehr, manche vielleicht gar nicht. Diese Verhaltensweise ist sehr rasseabhängig. Wenn dein Vierbeiner mit einstimmt, wenn die nahen Kirchenglocken läuten, kann es laut Expert:innen sein, dass die ähnlichen Tonfrequenzen dem Heulen von Artgenossen sehr ähnlich ist. Dein Hund will sich in diesem Fall also nur mit seinen „Freund:innen“ verständigen.

Allerdings können Hunde auch heulen, wenn sie Schmerzen, Einsamkeit oder auch Stress empfinden.

3. Jaulen, Winseln & Knurren als Teil der Hundesprache

Das Jaulen und Winseln kann ebenfalls unterschiedliche Bedeutungen in der Hundesprache haben. Oft winseln Hunde vor Aufregung, wenn sie sich zum Beispiel auf einen langersehnten Spaziergang freuen. Sie können aber auch winseln, wenn sie Angst haben oder frustriert sind. Auch hier gilt: Kontext beachten.

Beim Knurren ist vielen Hundebesitzer:innen schon klar, was ihr Hund mit dieser Hundesprache sagen will: „Bis hierhin und nicht weiter“. Das Knurren ist die letzte Warnung vor einem Biss. Wenn dein Vierbeiner also einen anderen anknurren sollte, beende die Hundebegegnung lieber so schnell wie möglich.

Hundeschwanz
Der Schwanz deines Vierbeiners kann auch viel über seinen Gemütszustand aussagen. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

Das sagt die Körpersprache über die Befindlichkeiten deines Hundes aus

Schon an der Haltung können Artgenossen deines Vierbeiners herausfinden, wie dein Hund heute drauf ist. Entspannte Hunde haben auch eine entspannte Körperhaltung, während gestresste Hunde eher angespannt und steif wirken. Dominante Hunde machen sich groß, um ihrem Gegenüber zu sagen, dass sie ihnen unterlegen sind.

Ein angriffslustiger Hund ist nach oben und nach vorne gerichtet, bereit zum „Angriff“. Ein defensiver Hund richtet seinen Körper hingegen eher nach unten und hinten aus. Er zeigt sich ehrerbietig und ist jederzeit bereit zur Flucht. Unsichere und ängstliche Hunde machen sich auch gerne mal klein, um so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten.

Auch die Stellung der Rute ist ein besonderes Hundesprachen-Merkmal. Wenn dein Hund mit dem Schwanz wedelt, freut er sich nicht immer. Im Prinzip bedeutet das Schwanzwedeln nur, dass dein Hund aufgeregt ist – egal, ob positiv oder negativ. Eine steif nach oben gerichtete Rute bedeutet, dass dein Hund provozieren will. Ist er waagerecht nach hinten ausgestreckt, handelt es sich um eine Drohgebärde. Wenn der Schwanz deines Vierbeiners zwischen seinen Beinen klemmt oder nach unten hängt, ist er unsicher oder ängstlich.

Hundesprache: Auf den Kontext kommt es an

Wie du siehst, kannst du ohne einen Kontext zu der jeweiligen Situation nie herausfinden, was genau dein Hund mit bestimmten Verhaltensweisen meint. Schau dir also die Situation, in welcher sich dein Vierbeiner befindet, in Ruhe an. Nur dann kannst du dir sicher sein, dass du seine spezielle Hundesprache auch wirklich verstehst und ihm das geben kannst, was er wirklich braucht.

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