Wir tragen Maske, halten Abstand, waschen uns die Hände, reduzieren Kontakte, um gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorzugehen. Jetzt soll noch ein weiteres Zugeständnis helfen: Das frühe Aufstehen.

Was genau dahinter steckt und warum es nur einen Teil der Deutschen betrifft, erfährst du hier.

So hilft das frühe Aufstehen bei der Corona-Bekämpfung

Das frühe Aufstehen wird jetzt in Nordrhein-Westfalen als neues Mittel gegen Corona eingesetzt. Denn hier hat das Schulministerium entschieden, dass die Schulen bereits um 7 Uhr beginnen können, um den Andrang bei der Anfahrt und damit das Infektionsrisiko zu senken.

Das bedeutet für viele SchülerInnen allerdings, dass der Wecker noch früher als sonst klingelt. Je nach Schulweg kann das gut und gerne schon mal vor um 6 Uhr sein. Der frühere Unterrichtsbeginn ist vor allem für ältere SchülerInnen und vor allem im Bereich der beruflichen Bildung gedacht.

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Auch spätes Aufstehen ist möglich

Möglich sei es auch, die Schule später starten zu lassen. Dann würden die SchulerInnen erst um 9 Uhr zu lernen beginnen. Das Modell wird bereits an jeder fünften Schule in Nordrhein-Westfalen praktiziert. Auch andere Bundesländer diskutieren immer wieder über einen flexiblen Unterrichtsbeginn. Auf einen flächendeckendern Wechselunterricht konnte man sich aber nicht einigen.

„Weitergehende Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung“ sollen bei  einem Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz oberhalb von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche, „schulspezifisch“ umgesetzt werden, hatten Bund und Länder vereinbart. Auch der sogenannte Hybridunterricht wird nur als mögliche Zusatzmaßnahme in Erwägung gezogen. In den meisten Bundesländern gilt allerdings eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 5. Klasse, in Bayern sogar an Grundschulen.

Frühes Aufstehen auch für Berufstätige denkbar

Das Modell des frühen Aufstehens könnte sich auch in anderen Bereichen durchsetzen. Denn auch Berufstätige müssen bei der Anfahrt zur Arbeit überfüllte Busse und Bahnen ertragen. Nachdem die Fahrgäste in der ersten Welle deutlich zurückgegangen waren, liegt die Auslastung mittlerweile vielerorts wieder bei 70%. Das Abstandhalten von 1,50 Metern ist so kaum möglich. Experten, wie Johannes Knobloch, Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, raten deswegen laut Zeit dazu, bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln Stoßzeiten zu vermeiden.

Das lässt sich selbstverständlich nicht bei jedem Job umsetzen. Wer allerdings nicht im Homeoffice, aber dafür flexibel arbeiten kann, für den könnte das frühe Aufstehen eine gute Möglichkeit sein, das Infektionsrisiko zu senken.

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