Veröffentlicht inPsychologie

Diese 3 Sätze solltest du nie zu jemandem sagen, der Anxiety hat 

Jemand in deinem Umfeld leidet unter einer Angststörung und du möchtest für die Person da sein? Dann gibt es Sätze, die du im Gespräch unbedingt aus deinem Wortschatz streichen solltest. 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (dgppn) hat in ihrer Pressemitteilung veröffentlicht, dass in Europa mehr als 60 Millionen Menschen an einer Angststörung leiden. Davon leben 12 Millionen in Deutschland, Frauen sind von der sogenannten Anxiety meist häufiger betroffen als Männer. Den Zahlen nach zu urteilen ist es demnach gut möglich, dass sich in deinem Umfeld Personen befinden, die an der psychischen Erkrankung leiden. Wie du Menschen in dieser Situation helfen kannst und welche Sätze bei einer Anxiety unangebracht sind, erfährst du deshalb in diesem Artikel. 

Anxiety: Diese Sätze helfen Menschen bei einer Angststörung nicht 

Auch wenn die Angst ein natürliches Gefühl ist und uns vor Gefahren und Bedrohungen warnt, ist das Angstgefühl bei Menschen mit einer Anxiety viel stärker ausgeprägt. So empfinden diese auch in ungefährlichen Situationen starke Angst, und zwar psychisch wie körperlich. Obwohl sie wissen, dass die Angst unbegründet ist, können sie die Emotionen durch die psychische Erkrankung nicht ausschalten oder kontrollieren. Gerade wenn du ein enges Verhältnis mit einer Person hast, die unter Anxiety leidet, kann es vorkommen, dass du diese Situationen hautnah miterlebst. Welche Sätze du, um zu helfen, lieber nicht sagen solltest:

 1. Kannst du dich nicht einfach beruhigen? 

Jemand, der unter einer Angststörung leidet, hat sich die Erkrankung nicht ausgesucht. Eine kranke Person zu fragen, ob sie sich nicht einfach beruhigen kann, ist als würde man einen Menschen mit Sehschwäche darum bitten, einfach scharf zu sehen. Dementsprechend ist diese Aussage einfach nur unangebracht und wird auch nicht den erhofften Erfolg bringen. 

frau paranoia psyche nachdenken schwarz weiß profil drogen
Eine Angststörung kann man nicht mal so eben abschalten. Foto: shutterstock/Iryna Kalamurza /

2. Das spielt sich nur in deinem Kopf ab 

Mit diesem Satz sagst du der Person, dass sie allein es schaffen, kann, ihre Angst zu kontrollieren und abzuschalten. Wie oben bereits erwähnt, ist das bei einer Angststörung jedoch nicht möglich. Da es sich bei einer Anxiety, um eine Krankheit handelt, reden wir über mehr als nur ein paar negative Gedanken oder etwas Niedergeschlagenheit.

Mehr zum Thema Anxiety?
Danxiety: Haben wir nach Corona überhaupt noch genug Mut zu Daten?
Social Anxiety: Die Angst vor dem Leben nach der Pandemie
Hangxiety: Darum bist du nach dem Alkohol so deprimiert

Die Angststörung beeinträchtigt das Leben einer Person unheimlich. Zu sagen, dass er oder sie sich die Angst einbildet und sie überwinden kann, wann immer er/sie will, verharmlost die Erkrankung.

3. Du bist viel zu dramatisch 

Bei einer psychischen Erkrankung ist es wichtig, Sätze zu vermeiden, die die Gefühle der Person verharmlosen wollen. Für Menschen, die nicht unter einer Angststörung leiden, ist es schwer zu verstehen, warum man nicht einfach aufhört Angst zu haben. Gerade dann, wenn sie unbegründet scheint.

Da sein und zuhören: So hilfst du Menschen mit einer Anxiety 

Expert:innen sagen, dass Menschen, die unter Anxiety leiden, überhaupt nicht wollen, dass man sich in sie hineinversetzt. Viel mehr brauchen sie Unterstützung und Anwesenheit, wenn die Angststörung wieder überhandnimmt. Gerne kannst du dich auch im Internet über verschiedene Atemtechniken erkundigen, die du gemeinsam mit der Person, die unter der Angststörung leidet, ausprobieren kannst.

Falls du also mal wieder nicht die richtigen Worte finden solltest, ist das überhaupt nicht schlimm. Hauptsache, du bist einfach für deinen geliebten Menschen da.