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Angststörung: Diese 7 Sätze sind bei ängstlichen Menschen ein absolutes No-Go

Du kennst jemanden, der unter einer Angststörung leidet? Um ihm oder ihr zu helfen, solltest du diese Äußerungen aus deinem Wortschatz streichen.

© Getty Images/EyeEm

Du kennst sicher jemanden in deinem Umfeld, der unter einer Angststörung leidet – oder vielleicht bist du selbst betroffen. In jedem Fall ist es wichtig, dass du sensibel und einfühlsam mit diesem Thema umgehst. Denn eine Angststörung ist nicht einfach nur Nervosität oder Schüchternheit; sie ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen enorm beeinträchtigen kann.

In der Kommunikation mit ängstlichen Menschen gibt es einige Sätze, die du unbedingt vermeiden solltest, weil sie das Unwohlsein der Betroffenen noch verstärken und zu Missverständnissen führen können. In diesem Artikel stellen wir dir die 7 absoluten No-Go-Sätze vor, die du nie zu jemandem mit einer Angststörung sagen solltest, und erklären dir, warum sie so problematisch sind.

Angststörung: Welche 7 Sätze, du nicht sagen solltest

Auch wenn die Angst ein natürliches Gefühl ist und uns vor Gefahren und Bedrohungen warnt, ist das Angstgefühl bei Menschen mit einer Angststörung viel stärker ausgeprägt. So empfinden diese auch in ungefährlichen Situationen starke Angst, und zwar psychisch wie körperlich.

Die Anzeichen einer Angststörung sind jedoch sehr verschieden. Obwohl sie wissen, dass die Angst unbegründet ist, können sie die Emotionen durch die psychische Erkrankung nicht ausschalten oder kontrollieren. Gerade, wenn du ein enges Verhältnis mit einer Person hast, die unter einer Angststörung leidet, kann es vorkommen, dass du diese Situationen hautnah miterlebst. Um den oder die Betroffene nicht zu triggern, solltest du die folgenden Sätze lieber nicht sagen.

 1. Beruhige dich doch einfach.

Jemand, der unter einer Angststörung leidet, hat sich die Erkrankung nicht ausgesucht. Eine kranke Person zu fragen, ob sie sich nicht einfach beruhigen kann, ist als würde man einen Menschen mit Sehschwäche darum bitten, einfach scharf zu sehen. Dementsprechend ist diese Aussage einfach nur unangebracht und wird auch nicht den erhofften Erfolg bringen. 

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Eine Angststörung kann man nicht mal so eben abschalten. Foto: shutterstock/Iryna Kalamurza /

2. Mach dir einfach nicht so viele Gedanken.

Ein Gedankenkarusell lässt sich leider nicht so einfach stoppen – das wissen Angstpatient:innen nur zu gut. Sich „einfach keine Gedanken zu machen“ funktioniert nicht, denn es erscheint unmöglich, die auftauchenden Angstgedanken in irgendeiner Weise zu greifen oder gar zu kontrollieren. Redest du auf eine ängstliche Person ein, kann das ihre Angst noch größer werden lassen. Diese wenig hilfreiche Floskel solltest du dir also lieber verkneifen.

3. Das ist alles nur in deinem Kopf.

Mit diesem Satz sagst du der Person, dass sie allein es schaffen kann, ihre Angst zu kontrollieren und abzuschalten. Wie oben bereits erwähnt, ist das bei einer Angststörung jedoch nicht möglich. Bei dieser Erkrankung geht es um mehr als nur ein paar negative Gedanken oder etwas Niedergeschlagenheit.

Die Angststörung beeinträchtigt das Leben einer Person unheimlich. Zu sagen, dass er oder sie sich die Angst einbildet und sie überwinden kann, wann immer er/sie will, verharmlost die Erkrankung und ist keine gute Hilfe.

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Eine Angststörung kann das Leben sehr beeinträchtigen. Banale Floskeln helfen Betroffenen nicht weiter. Foto: Getty Images/ Marat Safin

4. Sei nicht so dramatisch.

Bei einer psychischen Erkrankung ist es wichtig, Sätze zu vermeiden, die die Gefühle der Person verharmlosen wollen. Für Menschen, die nicht unter einer Angststörung leiden, ist es schwer zu verstehen, warum man nicht einfach aufhören kann, Angst zu haben. Gerade dann, wenn sie unbegründet scheint. Gib deinem Gegenüber das Gefühl, für ihn da zu sein, auch wenn du die Angst nicht nachempfinden kannst.

5. Es gibt Menschen, denen geht es viel schlechter als dir.

Wer unter Panikattacken leidet, wünscht sich nichts sehnlicher, als die Angst wieder loszuwerden. Sie lässt uns verrückt werden, schränkt den Alltag und das Leben ein und macht die einfachsten Dinge plötzlich zu einer schwierigen Herausforderung. Natürlich gibt es Menschen, denen es aufgrund von existenziellen Bedrohungen, Schicksalsschlägen oder Erkrankungen noch schlechter geht. Darauf hinzuweisen ist allerdings nicht hilfreich und gibt deinem Gegenüber das Gefühl, dass er nicht das Recht habe, traurig zu sein oder zu leiden. Stattdessen solltest du Fürsorge zeigen und der Person klar machen, dass ihre Emotionen eine Daseinsberechtigung haben.

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6. Du übertreibst schon wieder.

Menschen, die an einer Angststörung leiden, neigen dazu, sich Worst-Case-Szenarien vorzustellen oder sich auszumalen, welche schlimmen Dinge passieren können. Dieses Augenkino ist für Betroffene schon schrecklich genug.

Noch schlimmer wird es, wenn du ihnen sagst, sie sollen doch nicht übertreiben, weil es doch sicher „halb so schlimm“ wird. So gibst du deinem Gegenüber das Gefühl, nicht ernst genommen und sogar abgewertet zu werden, und glauben wird er oder sie dir sowieso nicht.

7. Du brauchst erstmal einen Drink.

Damit ist meist nicht ein Glas Wasser gemeint (was sicher hilfreich wäre), sondern ein Cocktail oder ein anderer alkoholischer Drink. Der Alkohol jedoch kann die Angst zusätzlich verstärken und somit genau das Gegenteil bewirken. Hol deinem Freund oder deiner Freundin lieber ein kühles Wasser.

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So kannst du Menschen mit einer Angststörung helfen

Expert:innen sagen, dass Menschen, die unter einer Angststörung leiden, überhaupt nicht wollen, dass man sich in sie hineinversetzt. Viel mehr brauchen sie Unterstützung und Anwesenheit, wenn die Panik wieder überhandnimmt. Gerne kannst du dich auch im Internet über verschiedene Atemtechniken erkundigen, die du gemeinsam mit der Person, die unter der Angststörung leidet, ausprobieren kannst.

Falls du also mal wieder nicht die richtigen Worte finden solltest, ist das überhaupt nicht schlimm. Hauptsache, du bist einfach für deinen geliebten Menschen da. 

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