Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität sind laut Expert:innen die häufigsten Formen und Symptome von ADHS. Doch gerade bei Erwachsenen gibt es einige unterschwellige ADHS-Symptome, die im Alltag beeinträchtigend oder einschränkend sein können. Welche das sind und wieso uns gerade TikTok diesbezüglich auf die falsche Spur bringt, erfährst du hier. 

ADHS-Symptome, die nur bei Erwachsenen auftreten 

Manche Symptome sind so unterschwellig, dass sie als völlig normal angenommen werden können. Vielleicht bist du überrascht und denkst dir „Es geht nicht jede:m so?“ Viele Symptome erschweren trotz ihrer Unterschwelligkeit den Alltag. Laut Psycholog:innen kann bei einer frühkindlichen Diagnose viel besser darauf geachtet werden, präventiv zu handeln und Strategien zu finden, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Im Erwachsenenalter hingegen, wird lange mit den Symptomen gelebt, bis eine Lösung gefunden wird. 

Frau räumt auf
Manchmal herrscht mehr Chaos im Kopf. Foto: Pexels / Ron Lach

1. Immer Sachen verlieren 

Ab und zu Mal den Haustürschlüssel zu verlegen, ist völlig normal. Laut Psycholog:innen verlegen Menschen mit ADHS allerdings übermäßig häufig sämtliche Gegenstände. So kann es sein, dass das Portemonnaie, die Schlüssel oder das Handy auf einmal unauffindbar sind. 

2. Extrem zappelig im Meeting sein 

Der klinische Psychiater Dr. Ben Michaelis sagt, dass Menschen mit ADHS einen großen Bewegungsdrang haben und deshalb kaum stillsitzen können. Gerade während eines Online-Meetings kann es etwas zappelig zwischendrin werden.  

3. Schnell abgelenkt werden 

Du bist gerade dabei eine E-Mail zu verschicken oder Geschirr zu spülen, doch mittendrin wirst du abgelenkt und lässt alles stehen und liegen, um einer anderen Sache nachzugehen? Laut Psycholog:innen kann auch diese kurze Aufmerksamkeitsspanne ein Anzeichen für ADHS bei Erwachsenen sein. Auch ein schlechtes Zeitmanagement, welches daraus resultiert, sei ein Anzeichen. 

4. Immer hinterherhängen auf der Arbeit 

Wenn du dich zappelig, unorganisiert und ablenkbar fühlst, wird sich das mit Sicherheit in Form von Problemen bei der Arbeit bemerkbar machen. Diese Kombination macht es sehr schwer, Erfolg zu haben, da Fristen oft nicht eingehalten werden und eine unorganisierte und unfertige Arbeit die Norm ist. 

5. Konstant andere unterbrechen  

Ab und zu fallen wir anderen ins Wort, ohne es böse zu meinen. Doch wenn man nicht abwarten kann, um seine Meinung zu sagen und Menschen konstant ins Wort fällt, sollte man dies im Auge behalten. 

6. Übermäßiges Multitasking 

Multitasking und zeitgleich prokrastinieren – geht das? Laut Expert:innen, fangen viele Menschen mit ADHS mehrere Projekte zeitgleich an und können sich nicht auf eines konzentrieren. Doch trotzdem fiele es ihnen schwer, alle Projekte zu Ende zu bringen.  

7. Viele kleine Fehler machen 

Vielleicht verschickst du eine E-Mail, bevor du sie fertig geschrieben hast, oder vergisst das kleinste Detail bei einem Meeting. Ganz viele kleine „Flüchtigkeitsfehler“ können bei Erwachsenen mit ADHS schnell vorkommen. 

Frau am Handy
Selbstdiagnosen mit TikTok sind nicht ratsam. Foto: Pexels / Neron Photos

Aufgepasst bei der Selbstdiagnose: Wie TikTok unsere Wahrnehmung beeinflusst  

Natürlich können all diese Anzeichen auch bei Menschen ohne ADHS auftreten – nur eben in Maßen. Denk immer daran, dass mit ADHS noch viel mehr zusammenhängt als unterschwellige Symptome. Vor Kurzem hat ein Team von Psycholog:innen nämlich gerade in Bezug auf Selbstdiagnosen basierend auf der App TikTok Bedenken geäußert. So berichteten einige Ärzt:innen, dass die Anzahl an Patient:innen mit dem Verdacht auf eine Selbstdiagnose mit ADHS in den letzten Jahren gestiegen seien.

Schuld seien Falschinformationen, die auf der App TikTok verbreitet wurden. Nicht selten fehle der Kontext und Patient:innen denken, dass sie basierend auf leichten Unaufmerksamkeitssymptomen an ADHS leiden. Daher raten die Ärtz:innen dazu, sich ausreichend fernab von Social Media bei einem Verdacht zu informieren.   

Fazit: ADHS-Symptome sehen bei Erwachsenen anders aus 

ADHS-Symptome sind umfangreich und können sich von Geschlecht zu Geschlecht und in verschiedenen Altersgruppen unterscheiden. Fest steht, dass sich ADHS bei Erwachsenen anders äußert als bei Kindern. Es gibt allgemeine Kriterien, die auf ADHS hinweisen, die Wender-Utah-Kriterien. Diese wurden von der WHO autorisiert. Laut Dr. Astrid Neuy-Bartmann würde ADHS im Erwachsenenalltag aber häufig unterschätzt. Deutschlandweit gäbe es schätzungsweise etwa zwei Millionen Menschen, die nicht wissentlich von ADHS betroffen seien. 

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