Kinder fangen schon mit zwei Jahren zu schwindeln an. Egal wie gut die Erziehung ist oder wie viel Wert auf die Wahrheit gelegt wird, mit vier Jahren lügen bereits 90% aller Kinder. Wenn die Eltern dir ihren persönlichen Modegeschmack in Geschenkpapier eingewickelt zum Geburtstag überreicht haben, war „Danke“ die richtige Antwort. Als der Lehrer damals fragte, warum die Hausaufgaben fehlen, war „keine Lust“ die Falsche. Und wenn du heute einen alten Bekannten im Park triffst, aber wirklich gar keine Lust hast, die guten alten Zeiten aufleben zu lassen, dann wird es dringend Zeit für die perfekte Notlüge. Wir zeigen dir wie es geht!

Notlügen sind nichts Schlechtes

Lügen erleichtern unseren Alltag, da wir Streits vermeiden und so Kräfte sparen können. Ähnlich wie das Lästern sind Lügen ein fragwürdiger sozialer Kitt. Dabei sind Notlügen meist nicht darauf ausgelegt, jemandem zu schaden. Studien haben sogar herausgefunden, dass Menschen eher bereit sind zu lügen, wenn nicht nur sie selbst profitieren, sondern auch ihre Mitmenschen. 

Wichtig ist, dass die Lügen niemandem schaden und keine negativen Konsequenzen haben. In den USA wird häufig gesagt, dass es einem gut geht, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Flunkern kann eben auch unangenehme Nachfragen ersparen.

Kind lügen
Fun Fact: Kinder fangen schon vor dem dritten Lebensjahr an zu lügen.(Photo: istock.com/Pornpak Khunatorn)

4 Tipps für Notlügen

Lügen sind extrem komplex, besonders in spontanen Situationen. Auch wenn Lügen nichts Schlechtes, sondern natürlich sind, sind sie lange kein Freifahrtschein. Überlege dir deshalb gut, ob sich eine Notlüge lohnt oder nicht. Spontan entschieden? Dann wirst du mit diesen 4 Tipps einiges anfangen können.

1. Vergangenheit & Zukunft im Auge behalten

Deine Geschichte muss konsistent bleiben. Passt sie zu etwaigen Vorgeschichten? Könnte die Person gegenüber später mit anderen sprechen, die dich auffliegen lassen? Konsequenzen deiner Lügen können anderen aufstoßen und dir später auf die Füße fallen. 

Vorsicht! Eine kleine Lüge darf nicht dazu führen, dass weitere Lügen erforderlich sind! Sonst setzt ein Schneeballeffekt ein, der nicht mehr aufzuhalten ist. Dann musst du deine Niederlage wohl oder übel schlucken.

2. Nicht in der zweiten oder dritten Person sprechen

Du stehst oder du fällst mit der Notlüge. Viele beginnen bei ihrer erfundenen Geschichte in der zweiten oder dritten Person zu reden. Leider kommt das nie glaubhaft an, sondern verwirrt deine Zuhörer. 

3. Details erwähnen

Details machen deine Lüge glaubhafter. Die Kehrseite: Kleinigkeiten vergisst man schnell. Im nächsten Gespräch kann dich deine kleine Unaufmerksamkeit kalt erwischen und du fliegst auf.

4. Nicht stammeln

Langsames sprechen, Füllworte und Herumgestammel fallen nicht nur menschgewordenen Lügendetektoren auf. Unsicherheiten und sogenannte Planungspausen verraten, dass du dir deine Geschichte gerade einfach aus den Fingern saugst. Normal schnell zu sprechen ist allerdings gar nicht so einfach, wenn der rote Faden erst gestrickt werden muss. 

In der Not helfen auch Standardszenarien und Freunde, die dringend deine Hilfe benötigen. Sind die in die Ausrede eingeweiht, fehlen nur noch ein paar Details und fertig ist die Story. 

5. Keine unglaubwürdigen Ausreden

Dein verdammter Wecker hat einfach nicht geklingelt und deshalb kommst du eine halbe Stunde später im Büro an? Das macht natürlich keinen guten Eindruck wenn dich dein:e Chef:in jetzt fragt, warum du zu spät bist, sage lieber nicht was sie oder er schon kennt. „Meine U-Bahn war unpünktlich“ oder „Ich stand im Stau“ sind zwar Ausreden bei denen dir nicht nachgewiesen werden kann, dass du lügst, aber sie lassen dich unglaubwürdig dastehen. Sei also lieber kreativ!

Frau zwei Gesichter
Wir alle haben ein zweites Gesicht & nutzen Lügen in unserem Alltag. Das ist völlig normal & sogar wichtig. Foto: iStock, GeorgePeters / Credit: iStock, GeorgePeters /

Lügen machen krank & süchtig

Trotz allem bleiben auch Notlügen Lügen und die schaden deinem Körper und deiner Psyche. Das hat eine US-amerikanische Studie 2012 herausgefunden. Häufiges Lügen führt zu mehr Stress, Traurigkeit und Angst. Auch körperliche Beschwerden, wie Verspannungen, Kopf- und Halsschmerzen bleiben nicht aus.

Dazu kommt: Je öfter man lügt, desto eher gewöhnt man sich daran. Notlügen als kleiner moralischer Umweg kann schnell in notorisches Betrügen umschlagen. Das Gewissen ist angeschlagen

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