Bist du introvertiert oder extrovertiert? Wenn du dich für Persönlichkeitstests interessierst, ist dir sicher schon einmal der Myers Briggs Test untergekommen. Doch nun kommt heraus, warum gerade dieser Persönlichkeitstest nicht so akkurat ist, wie wir vielleicht dachten. 

Myers Briggs Test: 16 Persönlichkeiten, welche bist du? 

Der Myers-Briggs Typenindikator-Test, kurz MBTI oder Myers Briggs Test, unterteilt Menschen in insgesamt 16 Persönlichkeitstypen. Das Instrument und Persönlichkeitsmodell basierten auf den von Carl Gustav Jung entwickelten „psychologischen Typen“. 

Entwickelt wurde der Test von den psychologischen Laien Katharine Cook Briggs und ihrer Tochter Isabel Briggs Myers und ist deshalb in der Wissenschaft und Persönlichkeitspsychologie hoch umstritten. Trotzdem zählt der Myers-Briggs-Test zu den bekanntesten Persönlichkeitstests. Tatsächlich wird der Test in vielen Ländern der Welt im Personalwesen zur Auswahl von Bewerber:innen zur Rate gezogen. 

Zwei Frauen am Laptop
Auch Persönlichkeitstests sind nur ein Anhaltspunkt. Foto: Pexels / SHVETS production

Die vier Typen des Tests 

Die Typologie der Persönlichkeit basiert laut des Myers Briggs-Test auf vier Dimensionen. Diese erklären wir dir im Folgenden:

Extraversion vs. Introversion 

Auf diese Unterscheidung zielt der Test als Erstes ab und stellt sich dabei dir Fragen, wie es um deine Aufmerksamkeit, Energie, Motivation steht. Der extrovertierte Typ geht mehr nach außen, der introvertierte Typ ist zurückgezogener. 

Sensitivität vs. Intuition  

Auf die Wahrnehmung der Wirklichkeit zielt der Test im zweiten Aspekt ab. Der sensitive Typ ist stärker faktenbezogen, der intuitive Typ verlässt sich deutlich mehr auf sein Bauchgefühl. 

Denken  vs. Fühlen  

Dabei ist der denkende Typ eher nüchtern und setzt vor allem auf Logik. Der fühlende Typ fällt Entscheidungen aufgrund von bestimmten Emotionen. Er ist eher sensibel und empathisch. 

Beurteilen vs. Wahrnehmen  

Bei der Organisation gibt es ebenfalls zwei Komponenten. Der beurteilende Typ trifft eher schnelle Entscheidungen, denkt in festen klaren Kategorien. Der wahrnehmende Typ hingegen ist flexibler und kann sich eher aufgrund neuer Informationen anpassen.

Zwei Frauen vor einem Laptop
Es gibt verschiedene Persönlichkeitstests im Internet. Foto: Pexels / Marcus Aurelius

Myers Briggs Test steht in der Kritik: Deshalb ist er nicht aussagekräftig genug 

Doch laut der QI-Serie mit Sandi Toksvig, ist es absolut richtig, die Glaubwürdigkeit des Tests anzuzweifeln. Denn zunächst wird argumentiert, dass ein wesentlicher Bestandteil des Tests ist, herauszufinden, ob man introvertiert oder extrovertiert ist. Laut den Gäst:innen der Sendung weiß man dies allerdings, wenn auch unterbewusst schon vorher und so zielt der Test zumindest darauf ab, dass Offensichtliche nur noch einmal zu bestätigen. 

Unterschiedliche Ergebnisse

Hast du den Test vielleicht auch schon mehrmals gemacht und hast aber nicht immer dasselbe Ergebnis bekommen? So geht es vielen und es liegt eindeutig nicht an dir. Denn auch in der Show wird besprochen, dass der Test verschiedene Ergebnisse erzielen kann, je nachdem in welcher Verfassung wir uns befinden und wie wir aktuell von uns selbst denken. 

Nice to know: Außerdem war Katherine Briggs Intention, bei der Entwicklung des Tests angeblich nicht einen allgemeinen, wissenschaftlich guten Persönlichkeitstest zu entwickeln. Laut Sandi Toksvig entwickelte Katherine Briggs den Test demnach einzig und allein, da sie den Verlobten ihrer Tochter Isabel Briggs Myers nicht mochte und herausfinden wollte, wieso das so ist. Außerdem entspricht die MBTI-Typenlehre nicht heutigen psychologischen Persönlichkeitsmodellen, die empirisch belegt wurden. 

Fazit: Myers Briggs Test mit Vorsicht genießen 

Der Test kann uns dennoch Aufschluss darüber geben, wie es in unserer Gefühlswelt aussieht und welche Persönlichkeit wir haben. Dennoch sollten wir dabei darauf vertrauen, was wir selbst bereits über uns denken, denn der Test gibt einige Ergebnisse, die eher auf dem eigenen Selbstbild basieren als auf einer empirisch ausgearbeiteten Taktik. Just for fun sind diese Persönlichkeitstests allerdings ein absolutes Muss für Persönlichkeitstest-Fans. So kannst du dabei vielleicht noch etwas über dich selbst lernen.