Am 1. Oktober ist Weltvegetariertag. Doch wie verbreitet ist der Lebensstil in Deutschland & ist vegetarisch zu leben so beliebt, wie es scheint?

Wer vor zehn Jahren beschlossen hat, vegetarisch zu leben, wurde hauptsächlich belächelt. Heute werden vegetarischen Restaurants die Türen eingerannt und Beyond Meat– Burgerpaddies haben einen riesen Hype ausgelöst. Es scheint, als sei der Veggie Lifestyle nicht nur salonfähig, sondern richtig cool geworden.

Lange genug hats ja gedauert. Tatsächlich gibt es bereits seit dem 1. Oktober 1977 den Weltvegetariertag. Damals hatte die North American Vegetarian Society den Tag ins Leben gerufen, um für die Vorzüge von Fleischverzicht zu werben und so mehr Menschen dazu zu motivieren, vegetarisch zu leben. 

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Einer der Top-Gründe für Vegetarismus: Tierschutz(Photo: doruk-yemenici via unsplash)

Warum vegetarisch leben?

Es gibt viele gute Gründe für ein vegetarisches Leben. Da wären zum einen moralische Beweggründe. Dass sogenannte Nutztiere nicht totgestreichelt werden, wissen wir nicht erst seit dem diesjährigen Tönnies-Skandal.

Dazu kommen gesundheitliche Vorteile. Menschen, die vegetarisch leben, haben seltener Blutdruck-Probleme und ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Außerdem leiden sie seltener an Übergewicht und Diabetes. 

Spätestens seit das Thema Klimawandel langsam, aber sicher ins gesellschaftliche Bewusstsein dringt, entscheiden sich viele auch aus Umweltschutzgründen dazu, vegetarisch zu leben. Denn 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen.

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Fotogen ist vegetarisches Essen jedenfalls.(Photo: brooke-lark via unsplash)

Studie: Die wenigsten Deutschen leben vegetarisch 

Offensichtlich gibt es viele gute Gründe für ein vegetarisches Leben und es scheint, als sei der vegetarische Lifestyle gerade richtig en vogue. Das Angebot für vegetarische Fleischersatzprodukte in den Supermärkten ist riesig und in Großstädten wie Berlin scheint Vegetarismus schon zum guten Ton zu gehören.

Die Statista Global Consumer Survey aber zeigte jetzt, dass der schöne Schein trügt: Die wenigsten Deutschen leben vegetarisch. Gerade einmal 7 % verzichten hierzulande auf Fleisch. In den USA sind es sogar nur 5 %. Vorreiter ist das 1,4 Milliarden Einwohner starke Indien. Hier leben mit 38 % mit Abstand die meisten VegetarierInnen.

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Die Ergebnisse der Statista-Studie(Photo: Statista)

Es ist noch Luft nach oben

Trotz der niedrigen Prozentzahl macht das Ergebnis der Studie Hoffnung. Immerhin gaben 2015 noch 5,4 der Deutschen an, vegetarisch zu leben, also 1,6 % weniger als heute. Ein Trend nach oben ist also zu verzeichnen. Erfreulich ist auch, dass der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in den letzten Jahren rapide angestiegen ist. 

Auch spannend: Wir erklären dir, was die Planetary Health Diet ist und wie mit ihr der Klimawandel gestoppt werden soll. 

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