Jeden Morgen hetzen wir auf dem Weg zum Büro noch eben schnell zu unserem liebsten Kaffee-Laden, um einen Vanilla Latte mit Hafermilch zu bestellen. Doch ist Kaffee to go eigentlich gesund? Wir verraten dir, warum du künftig besser auf deinen Koffeinkick im Wegwerfbecher verzichten solltest.

Unser stetiger Begleiter: Kaffee to go

Ein Koffeinkick ist für die meisten von uns Standard, egal ob am Morgen, direkt nach dem Aufstehen oder nach dem Mittagessen als Wachmacher. Wenn wir mal auf dem Sprung sind und unseren Kaffee nicht mehr zu Hause trinken, ist der Coffee Shop um die Ecke die erste Anlaufstelle.

Soweit erstmal kein Problem. Viel mehr ein Problem, sind die Umstände, unter denen uns unser liebstes Heißgetränk serviert wird. Denn die to go-Becher mit dem Plastikdeckel sind nicht nur schädlich für unsere Umwelt, sondern auch für unseren Organismus

Hände mit Croissant und To Go Becher
Es muss nicht immer der Pappbecher sein. Foto: IMAGO Images / Westend61

Gesundheits-Expert:innen schätzen die Verpackung unseres Kaffees nämlich wie folgend ein: Der vermeintlich harmlose Pappbecher ist von innen mit Plastik beschichtet, um zu gewährleisten, dass der Becher dichthält und beim Transport zum Büro beispielsweise nicht aufweicht. Der Plastikdeckel enthält natürlich ebenfalls Kunststoffe. 

Auch das hübsche aufgedruckte Logo an unserem Lieblingskaffeebecher ist nicht ganz ungefährlich. Denn durch das Stapeln der Becher im Laden kann es passieren, dass die Farbe sich von außen auf die Innenseite eines anderen Bechers absetzt. Beim Befüllen des Bechers mit einem heißen Getränk löst sich die Farbe und die mit ihr die enthaltenen Schadstoffe vermischen sich mit unserem Getränk. So trinken wir die Farbe buchstäblich mit, was nicht allzu gesund sein kann. 

Kaffee To Go-Becher: Voll von Schadstoffen? 

Doch das war leider noch nicht alles. Denn im Becher befinden sich noch weitere Schadstoffe wie Weichmacher, Antioxidantien, Mineralöle oder Schmiermittel. Diese baut unser Körper nur sehr schwer ab und sie wirken sich stark auf den Hormonhaushalt aus.

Solche Schadstoffe können bei hohen Temperaturen, wie bei Heißgetränken der Fall, noch leichter in unser Getränk übergehen, im Fachjargon nennt man das: “migrieren”. Eine Migration der Stoffe ist bei Temperaturen über 70 Grad besonders begünstigt. 

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat zudem einige Stichproben durchgeführt, die zeigen, dass einige Grenzwerte für Schadstoffe in unserem Kaffee to go überschritten werden. Um genauer zu sein: Der Wert für Melamin (auch in Plastikgeschirr zu finden) und Formaldehyd wurde weit überschritten, beides Stoffe, die in Tierversuchen eine gesundheitsschädliche und krebsfördernde Wirkung zeigten. 

Der Verbrauch von Kaffee to go-Bechern steigt trotz alldem weiter. Im Jahr 2019 berechnete die Verbraucherzentrale einen statistischen Verbrauch der Becher von 130 Stück pro Person

Frau mit Laptop und Kaffee vor buntem Hintergrund
Bei der Arbeit ist ein Koffein-Kick manchmal nötig. Foto: IMAGO Images / Westend61

Kaffee to go ungesund: Alternativen für Kaffee-Junkies  

Kann ich jetzt also nie wieder einen Kaffee to go kaufen? Ganz so drastisch ist der Konsum von Kaffee to go aus Pappbechern nicht, allerdings sollte man sie in Maßen nutzen. Wenn es zu einem regelmäßigen Konsum kommt, sind Langzeitschäden allerdings nicht auszuschließen.

Mittlerweile gibt es allerdings einige Alternativen, wie beispielsweise wiederverwendbare sogenannte “Recups”. In einigen Coffeeshops ist es auch erlaubt, einen eigenen Thermobecher mitzubringen, was aus hygienischen Gründen allerdings auch bedenklich sein kann.

Unser Tipp daher: Genieße deinen Kaffee morgens zu Hause oder fülle ihn in eine Thermoskanne zum Mitnehmen. Wenn Zeit dazu ist, ist der Kaffeegenuss in der Mittagspause im Lieblingscafé mit den Kolleg:innen dann umso schöner und gesünder.

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