Light-Produkte boomen einfach. Im Supermarkt gibt es für fast jedes Lebensmittel eine fettarme, zuckerreduzierte oder kalorienfreie Alternative.

Angefangen vom Klassiker der Cola Light über fettreduzierten Käse und Wiener Würstchen-Light. Sogar Reese’s bietet die Peanut Butter Cups als zuckerfreie Variante an. Und wer sich etwas Solidarität erzwingen will, kauft im Tierhandel für den eigenen Vierbeiner noch schnell die Light-Fleischwurst für Hunde dazu. Aber sind sie wirklich gesund?

Cola ungesund
Nicht nur der Zucker macht die Cola ungesund, sondern auch die Aromen und Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Foto: Von Kiko Jimenez/Westend61 on Offset/ Shutterstock Credit: Von Kiko Jimenez/Westend61 on Offset/ Shutterstock

Was ist ein „Light“-Produkt?

„Light“ bedeutet erst einmal weniger Fett oder wenig bis gar kein Zucker. Light-Produkte sind durch einen Vergleichsanteil definiert und enthalten circa 30 Prozent weniger Kalorien als das Originalprodukt. Fettarm, fettfrei, zuckerarm und zuckerfrei dürfen Firmen ihre Produkte nur nennen, wenn diese sich im Rahmen festgelegter Nährwerte befinden.

Übergewicht als Volkskrankheit

Übergewicht wird zur Volkskrankheit. Vor 50 Jahren galt Fett als Übeltäter und Menschen aßen mehr Zucker. Heute ist dieser Irrtum aufgeklärt. Trotzdem hat sich die Rate an Fettleibigen nach der WHO von 1975 bis heute fast verdreifacht.

Lebensmittelunternehmen, Desinformation und unser Lebensstil haben ihren Anteil daran. Dazu kommen das Überangebot an stark verarbeiteten Lebensmitteln, Schokoriegeln, Fast Food, Snacking und Zutatenlisten mit gefühlt hunderten Namen für unterschiedliche Zucker und Fette. Wir wissen es oft besser, können es aber nicht lassen. Die gewissenhafte Alternative haben Lebensmittelunternehmen deswegen auch parat: Light-Produkte.

Eiscreme
Halo Top fördert Diet Culture. Inklusive jeder Menge Süßstoffe. Foto: IMAGO / Levine-Roberts Credit: IMAGO / Levine-Roberts

Die Geschmackskompensation

Hier wird der Geschmack zum Problem. Wird Fett reduziert, fehlt der Geschmacksträger. Fettarme Produkte enthalten häufig mehr Zucker. Das beste Beispiel ist Joghurt. Wird der Fettanteil auf 0,1 Prozent runtergeschraubt, steigt der Zuckeranteil. Wird umgekehrt Zucker reduziert, gleichen Unternehmen den Geschmacksverlust auch wieder aus. Zuckerarme Produkte enthalten häufig mehr Süßstoffe.

Das Problem der Light-Varianten ist nicht die Reduktion, sondern die Kompensation. Dass Zucker ungesund ist weiß jedes Kind. Künstliche Süßstoffe sind nicht besser. Eine europäische Langzeitstudie zeigte, dass schon zwei Gläser mit gesüßtem Softdrink pro Tag gesundheitsschädlich sein können. Ob Zucker oder Süßstoff machen keinen Unterschied. Außerdem gibt es Hinweise, dass Süßstoffe schlecht für die Darmgesundheit sind.

Fazit: Darauf musst du achten

Light-Produkte wirken so wie ein Trick. Tatsächlich spielen auch psychologische Faktoren eine Rolle. Wir essen von Light-Packungen mehr als von den Originalprodukten. Am Ende nehmen wir so mehr Kalorien zu uns und nehmen zu. Auch Studien bestätigen, dass Abnehmprodukte kaum etwas zum Gewichtsverlust beitragen.

Deswegen ist aber nicht bewiesen, dass alle Light-Produkte automatisch ungesund sind, die allermeisten haben nur keinen positiven Nutzen. Als Abnehm-Produkte sind sie deshalb nur bedingt geeignet. Gesund abnehmen heißt weiterhin, natürliche, unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Solltest du dennoch Light-Produkte kaufen, solltest du auf Ersatz- und Zuckeraustauschstoffe achten.

Und nebenbei nicht diese historischen Diät-Tipps befolgen:

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