Was kommt im Corona-Herbst auf uns zu? Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland braucht es für die kältere Jahreszeit einen Plan. Wie dieser genau aussieht, erläuterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt in einem Interview mit der Rheinischen Post. So sollen ab dem Herbst „möglichst flächendeckend“ zentrale Fieberambulanzen für Patienten mit Atemwegsinfektionen existieren.

Außerdem plant Spahn präventive Reihentests in sensiblen Bereichen, wie z.B. Pflegeheimen: „Dort müssen wir den Eintrag des Virus verhindern“, so der Gesundsheitsminister. „Es gilt weiter höchste Wachsamkeit.“

Auch Antigen-Schnelltests und neue Vorgaben zur Quarantäne-Zeit für Rückkehrer aus Risikogebieten sind angedacht. „Wichtig ist, dass wir die besonders betroffenen Risikogruppen weiter besonders schützen und die Konzepte dafür im Alltag wieder schärfen“, sagte Jens Spahn weiter.

Das passiert mit Corona im Herbst

Noch sind die Temperaturen hoch, doch der Herbst lässt nicht mehr lange auf sich warten. Wenn die Temperaturen fallen und das Wetter unbeständiger wird, verlagert sich das Leben wieder von draußen nach drinnen – und das Coronavirus hat die besten Chancen, sich zu verbreiten.

Davon geht auch die Weltgesundheitsorganisation aus. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, rechnet laut Nachrichtenagentur WHO mit einer Zunahme der täglichen Covid-19-Todesfälle in Europa im Oktober und November und warnt: „Es wird härter werden!“ Aber auf was genau müssen wir uns im Corona-Herbst einstellen?

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In den nächsten Monaten wird die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen – was sich auch auf die Mortalität auswirkt. So wird sich laut dem WHO-Regionaldirektor für Europa die Sterblichkeit im Oktober und November erhöhen.

Die großen Hoffnungen, die in den Impftsoff gesetzt werden, sieht Kluge keineswegs. Ganz im Gegenteil: „Ich höre die ganze Zeit: ‚Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein‘. Natürlich nicht!“, sagte der WHO-Funktionär. Noch sei völlig unklar, ob ein Impfstoff allen Bevölkerungsgruppen helfen könne. Wenn verschiedene Vaccine bestellt werden müssen, sei das ein logistischer Alptraum

Bayern führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein

Gerade wird fast täglich ein neuer Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen registriert. Innerhalb von 24 Stunden wurden weltweit  315.919 Neuinfektionen gemeldet. Insesamt gab es seit Bekanntwerden des Coronavirus über 31 Millionen gemeldete Infektionen. Allerdings dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. Mehr als 961.000 Erkrankte sind bisher an oder mit Covid-19 gestorben.

Bayern Ministerpäsident Markus Söder machen die steigenden Infektionszahlen auch hierzulande Sorge. Er hat bereits verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie angekündigt. So soll es in dem Freistaat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen geben. Auch in Gesamtdeutschland sind diese und andere Maßnahmen denkbar. Wirklich sicher ist allerdings nur, dass der Corona-Herbst Europa und die ganze Welt erneut vor eine Herausforderung stellt. Wie genau die kalten Monate sich entwickeln, ist noch unklar.

Coronavirus: Maskenpflicht
In diesem Herbst müssen die AHA-Regeln besonders gut befolgt werden, um die Infektionszahlen zu minimieren.(Photo: Merydolla/ Shutterstock)

Das können wir tun, um uns vor Covid-19 zu schützen

In den letzten Monaten haben wir viel über das Coronavirus lernen können. Dass sich Covid-19 hauptsächlich über Tröpfchen und Aerosole verbreitet, ist bekannt. Umso wichtiger, ist das regelmäßige Lüften in geschlossenen Räumen. Auch das Filtern der Raumluft hat sich bewährt. Allerdings sind die Hocheffizienzfilter teuer und werden vorwiegend in  Umgebungen wie Operationssälen und Flugzeugen eingesetzt.

Zudem gilt weiterhin die sogenannte AHA-Formel. Um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollten wir Abstand halten,  Hygiene beachten und eine Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen. 

Außerdem sollten wir zu Hause bleiben, wenn wir Husten, Schnupfen oder Fieber haben, denn dies sind Symptome, die auf eine Corona-Erkrankung hindeuten könnten. Und natürlich ist das Testen noch immer eine der wichtigsten Säulen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Wer den Verdacht hat, sich mit Coroan infiziert zu haben, sollte sich demzufolge testen lassen.

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