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Blumen aus dem Discounter: Wie gut sind Fairtrade-Rosen aus Afrika wirklich?

Momentan bekommt man eine große Vielfalt von Blumen aus dem Discounter. Doch wie nachhaltig sind diese wirklich?

Frau mit Rosenstrauß
© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Weiße Flecken auf der Blumenerde: So können Sie Ihre Pflanzen retten!

Erscheinen weiße Flecken auf der Blumenerde deiner Zimmerpflanze, steckt oft Schimmel dahinter. In diesem Fall solltest du schnell tätig werden, um die Pflanze zu retten. Wir verraten, was du tun kannst.

Wenn man sich momentan in den Supermärkten umschaut, wird man regelrecht von einer Flut an Blumen begrüßt. Von Tulpen über Rosen bis hin zu Narzissen – Blumen aus dem Discounter läuten jetzt schon den Frühling ein, obwohl es draußen noch relativ kalt ist. Und genau da liegt das Problem. Können Blumen unter diesen Witterungsbedingungen überhaupt schon draußen wachsen oder werden sie nur in großen Treibhäusern hergestellt, was nicht so wirklich für Nachhaltigkeit spricht? Und wie sieht das mit den Fairtrade-Rosen in Afrika aus? Wir haben uns die ganze Sache mal genauer angeschaut.

Blumen aus dem Discounter: So viele Schnittblumen kaufen Deutsche

In keinem Land werden so viele Schnittblumen verkauft wie in Deutschland. Laut dem Bayrischen Rundfunk sogar bis zu 37 Euro pro Kopf und Jahr! Dabei kommen noch nicht einmal 20 Prozent dieser Blumen aus heimischem Anbau – vier von fünf Blumen werden importiert. Den größten Handel macht man dabei mit Rosen, die fast die Hälfte des Schnittblumengeschäfts (47 Prozent) ausmachen. Auf dem zweiten Platz mit 14 Prozent liegen die momentan sehr beliebten Tulpen.

Rosenanbau
Das Geschäft mit Rosen ist ein riesiges. Foto: Kzenon – stock.adobe.com

Die Schnittblumen kommen dabei oft aus Lateinamerika oder Afrika und werden über Tausende von Kilometern zu uns transportiert. Das Problem: Der Schnittblumenhandel ist so weitverzweigt, dass noch nicht einmal Blumenhändler:innen genau wissen, in welchem Land ihre Blumen angebaut wurden. Das führt unter anderem auch dazu, dass man bisher nur wenig über den Verbrauch und den Einsatz von Wasser, Schädlingsbekämpfungsmittel und Dünger weiß. Auch über die Arbeitsbedingungen auf Blumenfarmen bleibt man deshalb bisher größtenteils im Dunkeln.

Rosen aus Afrika: So viel Wasser verbrauchen sie wirklich

Die Zuchtrosen der Blumenfarmen haben wenig mit den Rosen gemein, die man in heimischen Gärten sieht. Sie werden in Gewächshäusern gezüchtet und können beinahe als Hochleistungsblumen bezeichnet werden. In einem einzigen Gewächshaus wachsen manchmal drei Millionen Blumen heran, die mit Pestiziden behandelt werden, damit es nicht zu Krankheiten kommt.

Der größte Rosenlieferant ist Kenia. Der Einfuhrpreis liegt derzeit bei 10 bis 15 Cent. Viele der Blumenfarmen liegen in und um Naivasha, was direkt an einem See liegt. Aufgrund der Rosenzüchtung ist das Wasser hier sehr mit Nitraten und Pestiziden belastet und der Wasserspiegel ist über die Jahre aufgrund des hohen Wasserverbrauches drastisch gesunken. Je nach Sorte stecken in einer Schnittblume aus Ostafrika etwa 7 bis 13 Liter virtuelles Wasser. Hält man sich nun die 45 Millionen Kilogramm Blumen vor Augen, die pro Jahr allein aus Kenia exportiert werden, wird einem klar, wie hoch der Wasserverbrauch wirklich ist.

Laut Andreas Gemählich, Wirtschafts- und Sozialgeograf an der Uni Bonn, hat sich die Situation allerdings etwas gebessert: „Also die Arbeitsbedingungen haben sich deutlich verbessert. Es wird sparsamer mit Wasser und auch mit Pestiziden umgegangen, weil vor allem auch in Bewässerungstechnologien investiert wurde und somit ein sparsamerer Umgang hergestellt werden konnte“, so schreibt der Bayerische Rundfunk.

Blumen aus dem Discounter: Welche Rosen kann man mit gutem Gewissen kaufen?

Wenn es Blumen aus dem Discounter sein sollen, solltest du dich für Fairtrade-Schnittblumen entscheiden. Seit 2005 gibt es das Fairtrade-Siegel auch für Rosen. Dieses soll bessere Arbeitsbedingungen für Pflücker:innen in der Blumenproduktion schaffen und das vor allem in den Hauptanbaugebieten Ostafrikas. Zu den Rahmenbedingungen für Fair Trade gehören die folgenden:

  • feste Arbeitsverträge
  • soziale und gesundheitliche Absicherung
  • Mutterschutz
  • Umweltstandards, z.B. eine Liste verbotener Pestizide

In Kenia haben Fairtrade-Rosen bewiesenermaßen einen geringeren Pestizideinsatz als konventionell gezüchtete Rosen. Natürlich sind die Treibhausgasemissionen durch den Lufttransport der Rosen noch enorm hoch, allerdings ist der CO₂-Ausstoß trotzdem noch geringerer als der, der durch das Beheizen der Gewächshäuser in der Niederlande.

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Im Endeffekt muss jede:r selbst entscheiden, was ihr oder ihm Blumen wert sind. Bedenkt man, dass man schon Rosensträuße für 1,99 Euro bekommt, während diese über tausende Kilometer transportiert und mitten im Winter gezüchtet wurden, muss an der ganzen Sache sicherlich etwas faul sein. Versuche deshalb am besten, Schnittblumen regional zu erwerben und – wenn es Rosen aus dem Ausland sind – auf ein Fair Trade-Siegel zu achten.