Deutschland ist mittendrin im zweiten Lockdown. Cafés, Restaurants und Bars haben geschlossen. Auch fast alle Freizeiteinrichtungen sind dicht und das Zusammenkommen ist nur noch mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestattet. Das alles müsste doch ausreichen, um die Infektionszahlen so zu verringern, dass wir im Dezember halbwegs zur Normalität zurückkehren, oder?! 

Leider nein, sagen ForscherInnen der Universität des Saarlands. Sie haben einen Corona-Simulator entwickelt, der Infektionszahlen für Deutschland vorhersagen kann. Seine Prognose: Das Ende des Lockdowns zum Dezember ist mehr als unrealistisch.

Corona-Simulator sagt 71.000 Neuinfektionen pro Tag voraus

Auf Grundlage von umfangreichen Daten berechnet der Corona-Simulator nicht nur bundesweit die Corona-Zahlen, sondern kann sogar auf Stadt- und Landkreisebene das Infektionsgeschehen vorhersagen.

Der Corona-Simulator ist für jeden online zugänglich und auch wir haben ihn ausprobiert, um herauszufinden, wie die Pandemie-Lage Anfang Dezember in Deutschland ausehen könnte.

Der Ausblick ist schokierend: Sind es gerade fast 20.000 Neuinfektionen pro Tag, werden es am 1. Dezember mehr als 71.000 sein. Das sind deutlich mehr als die in den von Corona gebeutelten EU-Ländern Frankreich oder Spanien!

Heißt: Der jetzige Lockdown kann die Ausbreitung des Virus nicht ausreichend eindämmen.

Covid-19 Simulator
Der Corona-Simulator zeigt, wie erschreckend stark die Infektionszahlen noch ansteigen werden.(Photo: Covid-19 Simulator)

Warum ein Monat Lockdown nicht ausreicht

Momentan liege die bundesweit mittlere Reproduktionszahl laut den ForscherInnen aus dem Saarland bei 1,43. Demzufolge geben zehn Infizierte das Coronavirus an 14 Menschen weiter.

 „Wenn es uns gelingen würde, den R-Wert wieder auf das gleiche Niveau wie bei dem ersten Lockdown im Frühjahr, also auf etwa  0,6 zu drücken, würde ein Monat nicht ausreichen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen, sagt Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes laut Business Insider.

Das wird zu einer extremen Belastung des Gesundheitssystem führen.

– Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie, Uni Saarland

Die Maßnahmen müssten laut dem Wissenschaftler deutlich drastischer sein, um die Infektionszahlen deutlich zu senken. 

„Nur so kann es gelingen, dass das Infektionsgeschehen wieder kontrollierbar wird“, erklärt Lehr laut Business Insider. „Wenn es uns nicht gelingt, die Reproduktionszahl in den kommenden Wochen deutlich zu senken, wird dies unweigerlich zu einer extremen Belastung des Gesundheitswesens im Dezember führen. Möglicherweise wird es daher Ende November noch zu früh sein, um wieder zu einem ‚normalen‘ Alltag zurückzukehren.“

Fazit: Stell dich auf einen längeren Lockdown ein!

Mitte November will die Bundesregierung darüber beraten, wie sie das Coronavirus weiter an einer Ausbreitung hindern können. Die Berechnungen des Corona-Simulators machen wenig Hoffnung, dass im Dezember der zweite Lockdown komplett aufgehoben wird. Ganz im Gegenteil: Laut den ForscherInnen aus dem Saarland müssen wir uns eher auf weitere Einschränkungen einstellen

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