BürgerjournalistInnen nennt man in China alle nicht vom Staat kontrollierten BloggerInnen und InfluecerInnen, die sich zur aktuellen politischen Lage äußern. Eigentlich normal, wenn es Pressefreihiet gäbe. Eine davon war Zhang Zhanh. Sie berichtete im ersten Lockdown live aus Wuhan und kritisierte viele Coronamaßnahmen. Nun wurde sie zu vier Jahren Haft verurteilt wegen dem „Schüren von Unruhe“!

Wer ist Zhang Zhan?

Zhang Zhan war nur eine von vielen BürgerjournalistInnen, die sich in China eine Stimme verschaffen wollten. Die 37-jährige Juristin war im ersten Lockdown in Wuhan mit dabei und machte durch YouTube Live-Videos auf viele Probleme aufmerksam.

Später veröffentlichte sie diese auch auf anderen Social Media Plattformen. Dann ist am 13. Mai Schluss. Sie lädt ihr letztes Video hoch und der Kontakt zu Freunden und Bekannten bricht ab. Jetzt hat ihre Familie erfahren, dass sie inhaftiert und verurteilt wurde.

Was kritisierte Zhang Zhan an Chinas Coronapolitik?

Sie zeigte überfüllte Krankenhäuser voller Leichensäcke, warf der Regierung menschenunwürdige Maßnahmen vor. Auch über Korruption in den Ämtern sprach sie und das schon weit vor Corona. Immer wieder kritisiert sie den Umgang mit JournalistInnen und Bloggern aus ihrem Land, denn sie ist und wird auch nicht die erste sein, die für Pressefreiheit kämpft.

Für die chinesische Regierung ist ihr Verhalten „Unruhestiftung“ und saftige 5 Jahre Haft wert.

Immer wieder verschwinden JournalistInnen & BloggerInnen

Im Februar verschwand der Geschäftsmann und Whistleblower Fang Bin, nachdem er mehrmals festgenommen wurde und ist seit dem 9. Februar verschwunden! Chen Qiushi gab zuletzt am 6. Februar ein Lebenszeichen von sich. Familie und Freunden wurde mitgeteilt, er sei in Quarantäne.

Auch der ehemalige Nachrichtensprecher Li Zehua verschwand aus der Öffentlichkeit. Er hatte zuvor bei den staatlichen Nachrichtensendern gearbeitet, wurde dann aber eigenständiger Journalist und berichtete live aus Wuhan.

China nimmt weltweit Platz 177 von 180 auf der Liste für des „Pressefreiheits-Ranking“ ein, die von Reporter ohne Grenzen aufgestellt wurde. Dahinter kommen nur noch die Diktaturen Nordkorea, Turkmenistan und Eritrea.

Seit dem Ausbruch der Coronakrise nutze China den Lockdown und warf alle ausländischen Korrespondenten raus. Bisher durfte keine internationale Presse wieder einreisen.