Mundwasser, Vitamin D, Nasenspray – in den letzten Monaten wurden immer wieder neue Mittelchen angepriesen, die gegen Covid-19 helfen sollen. Doch diese Nachricht klingt mit Abstand am verrücktesten:

Brillenträger haben ein gereingeres Risiko an Corona zu erkranken. Herausgefunden haben das Forscher der Nanchang University in China. Wir erklären, was es mit der Brille und Corona auf sich hat.

Wie eine Brille vor Corona schützen kann
Das Tragen einer Brille kann dich laut einer neuen Studie vor Corona schützen.(Photo: Unsplash/Keenan Constance)

Der Zusammenhang zwischen Brille & Corona

Die Wissenschaftler Weibiao Zeng, Xiaolin Wang, Junyu Li machten in ihrer Studie eine äußerst kuriose Entdeckung: Covid-19-Patienten im Krankenhaus trugen seltener eine Brille als die Durchschnittsbevölkerung.

Für ihre Analyse untersuchten die Forscher 276 Corona-Patienten, die zwischen dem 27. Januar und dem 13. März in das Suizhou Zengdou-Krankenhaus eingeliefert wurden. Dabei stellten sie fest, dass nur 16 von ihnen kurzsichtig waren und daher meist mehr als acht Stunden am Tag eine Brille trugen. 

„Das Tragen von Brillen ist bei Chinesen jeden Alters üblich“, heißt es in der Studie. „Seit dem Ausbruch von COVID-19 in Wuhan im Dezember 2019 haben wir jedoch festgestellt, dass nur wenige Patienten mit Brillen auf der Krankenstation aufgenommen wurden.“ Der Anteil der Brillenträger betrug gerade einmal 5,8 %. Das machte die Wissenschaftler stutzig. 

Sie verglichen diesen Wert mit einer früheren Studie aus dem Jahr 1985 über die Durchschnittsbevölkerung in der chinesischen Provinz Hubei. Hier war der Anteil der Kurzsichtigen bei den Probanden im Alter von 7 bis 22 Jahren deutlich höher (31,5 %). 

Genau diese Menschen müssten jetzt zwischen 42 bis 57 Jahre alt sein, so die Studie. „Dies liegt nah an dem Durchschnittsalter unserer Patienten mit COVID-19″, schrieben die Wissenschaftler. Dieser Unterschied deutet darauf hin, „dass ein täglicher Brillenträger möglicherweise weniger anfällig für COVID-19 ist.“

Die Brille senkt das Infektionsrisiko für Covid-19.

Wissenschaftler suchen nach einer Erklärung

Allerdings bedeutet dies nicht, dass Brillenträger in Zeiten der Corona-Pandemie aufatmen dürfen. Die Wissenschaftler geben zu bedenken, dass ihre kuriose Beobachtung weiterer Untersuchungen bedarf, um eine valide Aussage zu treffen. So müssen die Aussagen beispielsweise mit großen Stichproben überprüft werden. 

Die Studie sagt also weder aus, dass das Tragen einer Brille vor Covid-19 schützt noch dass Menschen, die Adleraugen haben, anfälliger für das Coronaviurus sind. Auch über das Tragen von Kontaktlinsen konnte keine Aussage getätigt werden.

Vielmehr vermuten die Forscher, dass die Brille ihren Träger indirekt schützt. „Wir stellten die Hypothese auf, dass Brillen den Träger daran hindern oder davon abhalten, die Augen zu berühren, wodurch vermieden wird, dass das Virus von den Händen auf die Augen übertragen wird“, erklären sie in ihrer Studie. Andere Untersuchungen hätten gezeigt, dass Menschen im Durschnitt etwa 10 Mal pro Stunde ihre Augen unfreiwillig berühren.

„Derzeit wird in vielen Covid19-Richtlinien darauf hingewiesen, dass Infektionen durch die Augen verhindert werden müssen. Die meisten Menschen konzentrieren sich jedoch nur auf das Tragen von Masken und die Isolierung zu Hause. Sie ignorieren Empfehlungen, sich häufig die Hände zu waschen oder auf die Augen zu berühren“, erklären Weibiao Zeng, Xiaolin Wang und Junyu Li.

Fazit: Nicht in die Augen fassen!

Die neue Studie deutet darauf hin, das mit dem täglichen Tragen einer Brille eine geringere Anfälligkeit für Corona-Infektionen verbunden ist. Grund dafür könnte sein, dass sich Brillenträger seltener ins Auge fassen

Es gilt also weiterhin die sogenannte AHA-Formel. Um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollten wir Abstand halten,  Hygiene beachten und eine Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen. Zusätzlich sollten alle – ob Brillenträger oder nicht, verstärkt darauf achten, das Berühren der Augen zu vermeiden.

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