Du hast ein Studium angefangen, doch es entspricht so überhaupt nicht deinen Vorstellungen? Damit bist du nicht allein! Die Quote der Studienabbrecher steigt stetig an. Mehr als 1/3 der Studenten entscheidet sich gegen das Studium, das sie begonnen haben. Doch Abbrechen muss nicht sein. Schonmal drüber nachgedacht, in einen anderen Studiengang zu wechseln?

5 Anzeichen dafür, dass ein Wechsel nötig ist

Wir haben fünf Anzeichen zusammengetragen, an denen du erkennst, dass dein Studiengang nicht das Richtige für dich ist. Viele Wechsler in ein anderes Studienfach sind im Nachhinein viel glücklicher mit ihrer Entscheidung. Die Erfolgsquote im neuen Studiengang ist damit umso höher.

1: Die Motivation fehlt

Wenn du dich durch die Vorlesungen und Seminare quälst und dich dazu aufraffen musst, um bei Veranstaltung zu erscheinen, solltest du hellhörig werden. Sicherlich hat jeder Student mal keine Lust und muss mit einem kleinen „Motivationsloch“ fertig werden. Wird das aber zur Gewohnheit, solltest du darüber nachdenken, ob der gewählte Studiengang der richtige für dich ist.

2: Zu hohes Leistungspensum 

Du kommst mit dem Lernen nicht hinterher? Du schaffst es kaum, die Seminararbeiten zum verlangten Zeitpunkt abzugeben und verstehst in der Vorlesung nur Bahnhof? Wenn dies zum Dauerzustand wird, verlangt das Studium zu viel von dir ab. Die Frustration ist groß, wenn du viel in dein Studium investierst und keine befriedigenden Ergebnisse folgen. Nicht aufgeben: Es kann auch sein, dass du das Leistungspensum aus anderen Gründen nicht bewältigen kannst. Bist du bereits Mama? Mit Kind zu studieren muss kein Grund für einen Studienabbruch sein.

3: Fehlende Perspektive

Du hast keine Ahnung, was nach deinem Studium kommt? Dann ist es an der Zeit, den Studiengang infrage zu stellen. Du solltest etwas studieren, das dir persönliche Perspektiven bietet. Nichts ist frustrierender, als mit einem Studienabschluss in der Tasche keine passende Arbeit zu finden. Wähle einen Studiengang, bei dem die Jobaussichten dich faszinieren. Ansonsten verschwendest du deine Zeit und dein Talent.

4: Deine Talente und Interessen liegen in anderen Bereichen

Du bist kreativ, malst und schreibst gerne – studierst aber BWL? Das passt in den meisten Fällen nicht zusammen. Nur weil dir jemand gesagt hat, dass der Studiengang gute Jobchancen mit hohen Gehältern bietet, muss das nicht zu dir passen. Versuche herauszufinden, was dir wichtig ist, wo deine Talente und Stärken liegen und verbinde diese mit deinem Studium.

5: Fehlendes Verständnis

Dein Studiengang kommt dir spanisch vor, obwohl die romanische Sprache gar kein Bestandteil des Lehrplans ist? Wenn du nicht verstehst, wovon der Professor spricht, hast du vielleicht das falsche Fach gewählt. Vielleicht bist du einfach nicht für das Studium der Biochemie gemacht und dir liegt Soziale Arbeit viel eher. 

Bevor du vorschnell das Handtuch wirfst, solltest du dich in die vertiefenden Tutorien setzen. Die jungen Dozenten bereiten die Themen in der Regel verständlicher auf. Sollte der Groschen trotzdem nicht fallen, könnte ein Wechsel ratsam sein.

Fazit: Trau dich zu wechseln – du kannst nur gewinnen

Du wirst während der ersten Semester erkennen, ob du den Studiengang wechseln solltest oder nicht. Breche deinen Studiengang aber nicht mitten im Semester ab. Nutze die restliche Zeit des Halbjahres lieber zur Umorientierung. So kannst du beispielsweise Veranstaltungen besuchen, die dir bei einem Wechsel in einen ähnlichen Studiengang angerechnet werden.

Den perfekten oder richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel gibt es übrigens nicht. Die meisten Studierenden wechseln nach dem ersten Semester. Generell ist eine Umorientierung in den ersten drei Semestern weniger problematisch für den weiteren Studienverlauf als in späteren Semestern. 

Tipp für Bafög-Bezieher: Du solltest bis zum Ende des zweiten Semesters wechseln. Sonst verlierst du deinen Anspruch auf die finanzielle Unterstützung.

Tipp für Studienanfänger: Nimm dir Zeit bei deiner Studienwahl und lass dich nicht von Familie oder Freunden unter Druck setzen. Einen guten und hilfreichen Einblick verschaffen dir die Orientierungs- und Kennlernangebote der Universitäten vor Ort.

Autor: Elisabeth Von Sydow