Karl Lauterbach sieht schwarz für die nächsten Coronatage.
Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht wegen des Coronavirus schwarz für die nächsten Tage. (Photo: imago images/Political-Moments)

"Keine Kontrolle": Hier führt das Coronavirus einen harten Lockdown herbei

Weil sich das Coronavirus vor allem in zwei Bereichen unseres Lebens kaum noch kontrollieren lässt, ist ein harter Lockdown laut dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein harter Lockdown unausweichlich.

Der gestrige Corona-Gipfel ließ viele Bürger ratlos zurück. Bund und Länder haben sich nicht auf eine Verschärfung der Maßnahmen einigen können. Stattdessen beließ man es diemal bei Appellen. Man solle sich privat noch weniger treffen.

„Es reicht bei weitem nicht“, sagt Karl Lauterbach zu dem Sitzungergebnis im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Unschlüssigkeit wird uns laut dem SPD-Gesundheitsexperten in wenigen Tagen auf die Füße fallen. Wir sagen, wo das Coronavirus jetzt so grassiert, dass en harter Lockdown droht.

Coronavirus: Diese Problembereiche sind "aus der Kontrolle geraten"

Laut Lauterbach habe man zwei Problembereiche, die "aus der Kontrolle" geraten sind. Dies seien zum einen die Schulen und zum anderen der private Bereich. Die Aufforderung, auf private Feiern verzichten und sich nur mit einen festen weiteren Hausstand zu treffen, würden seiner Meinung nach keine zusätzliche Wirkung entfalten.

Ganz im Gegenteil: „Die Zeit läuft uns davon“, sagt er im Interview. Er rechne deswegen damit, dass es in der nächsten Woche zu deutlich stärkeren Einschränkungen kommen wird.

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Deswegen droht ein harter Lockdown 

Treibt uns also das Infektiongeschehen in den Schulen und Zuhause in den harten Lockdown? Tatsächlich ist erst gestern eine Studie aus den USA veröffentlicht worden, die zeigt, dass sich 40 bis 50 % der coronainfizierten Schulkinder auch ihre Eltern und Geschwister anstecken. "Das heißt, wir müssen die Infektionen auch bei Kindern, bei zehn bis 19-jährigen in den Griff bekommen", so der Experte. Auch das Risiko der Eltern sei höher als bekannt, schrieb er zusätzlich Twitter.

Karl Lauterbach gehen die Beschlüsse von Bund und Ländern nicht weit genug.

Sein Vorschlag, das Ruder noch herumzureißen sind Aufteilung des Unterrichts in Gruppen. Auch, dass Schüler Masken tragen hält er "in dieser Notlage" für angemessen. Zusätzlich sollten seiner Ansicht nach bei einem Infektionsfall sollen MitschülerInnen einer Klasse und deren Eltern für fünf Tage in Quarantäne gehen, bis ein Negativtest vorliegt.

"Wir hätten auch dringend Maßnahmen gebraucht im privaten Umfeld. Die jetzigen Empfehlungen sind nicht schlecht, aber es sind nur Soll-Empfehlungen. Ich glaube nicht, dass die sehr viel Umsetzung sehen", erklärt er weiter.

Ist der harte Lockdown nach abzuwenden?

Am 25. November beraten Bund und Länder erneut über die Corona-Maßnahmen. Und diese Beschlüsse sollen dann laut Kanzlerin Merkel einen Ausblick auf den kompletten Winter geben.

Sollten die Infektionszahlen bis dahin nicht sinken, dürfte aus dem Lockdown light wohl tatsächlich ein harter Lockdown werden. Oder wie sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gestern ausdrückte: "Heute haben wir gemahnt, nächste Woche müssen wir dann entscheiden."


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