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Gibt es bald mehr Kindergeld? Sozialverbände fordern deutliche Erhöhung

Der Kinderfreibetrag soll steigen, das Kindergeld allerdings nicht. Ein Umstand den die Sozialverbände kritisieren. In ihren Augen sollte das Kindergeld um diesen Betrag erhöht werden.

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Jede Familie hat Anspruch auf Kindergeld. Allerdings bekommt man das Geld nicht einfach so. Es muss ein Antrag bei der zuständigen Familienkasse gestellt werden. Wie das geht und welche Nachweise ihr erbringen müsst, erklären wir.

Eine Erhöhung des Kinderfreibetrags steht bevor, während das Kindergeld unverändert bleibt. Diese Entscheidung wird von den Sozialverbänden kritisiert. Sie schließen sich der Forderung von SPD und Grünen an und plädieren ebenfalls für eine Erhöhung des Kindergeldes. Wie hoch die Erhöhung laut den Sozialverbänden ausfallen sollte, erfährst du hier.

Ampel streitet um Kindergeld und Freibetrag

Der Kinderfreibetrag soll steigen, das Kindergeld allerdings nicht. Die SPD bezeichnet diesen Umstand als ungerecht. Denn in ihren Augen entlastet die Erhöhung des Kinderfreibetrags hauptsächlich Besserverdiener:innen. Familien mit geringem und mittlerem Einkommen profitieren nicht von dieser Maßnahme. Die FDP betont im Gegenzug, dass das Kindergeld bereits im Jahr 2023 auf 250 Euro erhöht wurde. Sie argumentiert, dass nun auch eine steuerliche Anpassung des Kinderfreibetrags erfolgen sollte.

Sozialverbände fordern Erhöhung des Kindergeldes auf 377 Euro

Die Sozialverbände stehen den Plänen der Liberalen kritisch gegenüber und stellen sich auf die Seite der SPD und der Grünen. Sie bemängeln ebenfalls die geplante Erhöhung des steuerlichen Kinderfreibetrags, da sie ihrer Ansicht nach zu einer einseitigen Entlastung führen würde. Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, unterstreicht, dass diese Maßnahme Spitzenverdiener:innen monatlich eine Entlastung von 377 Euro bringen könnte.

Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen hingegen würden leer ausgehen, da das Kindergeld laut Lindner auf 250 Euro begrenzt bleiben soll. Daher fordert er eine stufenweise Erhöhung des Kindergeldes als konsequente, solidarische und gerechte Maßnahme. Schneider schlägt vor, das Kindergeld zunächst auf 300 Euro anzuheben und langfristig auf 377 Euro zu erhöhen.

Erhöhung des Kinderfreibetrages könnte Schere zwischen Arm und Reich verschärfen

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, warnt davor, dass die Erhöhung des Kinderfreibetrags die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vergrößern könnte. Deshalb plädiert sie dafür, auch das Kindergeld entsprechend zu erhöhen. Dennoch ist sie der Überzeugung, dass echte Gerechtigkeit nur durch einen grundlegenden Systemwandel, nämlich die Einführung einer Kindergrundsicherung, erreicht werden kann.

Diese Forderung teilt auch Daniel Grein, Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes. Er unterstreicht die Dringlichkeit einer Kindergrundsicherung, die die bestehenden Leistungen wie Kinderfreibetrag, Kindergeld und Sozialleistungsbezug vereinheitlichen würde. Ein Armutsforscher schließt sich ebenfalls dieser Forderung an und setzt sich für die Abschaffung des Kinderfreibetrags ein.

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