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So viele Menschen müssen mit 500 Euro Rente im Monat auskommen – du auch?

Im Alter eine hohe Rente erhalten? Das ist ein Traum, dem nur wenigen vergönnt ist. Denn viele Menschen bekommen lediglich eine Rente von 500 Euro.

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Das vorrangige Ziel der Rente besteht darin, im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Bedauerlicherweise erfüllt dies in der Praxis oft nicht die Erwartungen. Selbst bei ausreichendem Einkommen sind zahlreiche Menschen in Deutschland mit Altersarmut konfrontiert und sehen sich mit einer bescheidenen Rente von rund 500 Euro konfrontiert. In diesem Artikel beleuchten wir die Ursachen für diese geringen Rentenbezüge und erläutern genauer, wie viele Menschen von dieser finanziellen Herausforderung betroffen sind.

So viele Menschen bekommen nur eine Rente von 500 Euro

Die aktuellen Zahlen des Bundessozialministeriums zeigen besorgniserregende Ergebnisse. Etwa ein Fünftel der Altersrenten in Deutschland beläuft sich auf weniger als 500 Euro pro Monat. Ende 2020 erhielten rund 3,4 Millionen Ruheständlerinnen und Ruheständler eine Rente von unter 500 Euro pro Monat, was 19,8 Prozent aller ausgezahlten Renten entspricht. Doch das ist noch nicht alles. Weitere 49,5 Prozent der Renten beliefen sich auf weniger als 1.000 Euro pro Monat.

Gemäß dem Bericht des Bundessozialministeriums sind insbesondere Frauen im Westen Deutschlands von niedrigen Rentenbeträgen betroffen. Diese Erkenntnis wird auch durch den aktuellen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung bestätigt. Im Sommer 2020 betrug der durchschnittliche monatliche Zahlbetrag der Altersrenten für Frauen 797 Euro.

Osten vs. Westen: Wer bekommt mehr Rente?

In den ostdeutschen Bundesländern sieht die Situation etwas besser aus. Dort erhalten Frauen durchschnittlich eine Rente von etwa 1.073 Euro. Dieses etwas höhere Renteneinkommen ist teilweise darauf zurückzuführen, dass Frauen im Osten während der DDR-Zeit häufiger und länger berufstätig waren. Im Vergleich dazu sah die war die Situation im Westen lange Zeit anders aus. Dennoch, ob mit einem Unterschied von 200 Euro oder nicht, wird die Rente in Deutschland von vielen Menschen als „Trauerspiel“ empfunden.

Warum bekommen viele, so wenig?

Das Bundessozialministerium siehst das allerdings vollkommen anders. So argumentiert ein Sprecher, dass eine niedrige Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wenig über das Gesamteinkommen im Alter aussagt. Die geringen Renten resultieren hauptsächlich aus kurzen Beitragszeiten, wie sie früher in den alten Bundesländern bei Frauen häufig vorkamen. Dies sei unter anderem auf kurze Erwerbsbiografien zurückzuführen. Ein weiterer möglicher Grund für niedrige Altersrenten ist der Wechsel des Versichertenstatus von der gesetzlichen Rentenversicherung in die Beamtenversorgung. Laut dem Bundessozialministerium treten geringe Renten besonders häufig in Haushalten mit hohen Einkommen auf.

Auch die Deutsche Rentenversicherung betont, dass die Betrachtung individueller Ansprüche nur begrenzte Rückschlüsse auf die allgemeine Einkommenssituation von Ruheständler:innen zulässt. Denn oftmals hätten viele Senior:innen „Alterseinkünfte aus weiteren Quellen, beispielsweise Betriebsrenten, Einkünfte eines Partners oder daraus abgeleiteten Ansprüchen auf Hinterbliebenenleistungen.“ Ein Sprecher der Rentenversicherung verweist in diesem Zusammenhang auf den Alterssicherungsbericht der Bundesregierung. „Danach erreichen Ehepaare in Deutschland ein durchschnittliches Netto-Gesamteinkommen aus Alterssicherungsleistungen und zusätzlichen Einkommen in Höhe von 2907 Euro im Monat.“

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Vielzahl von Senior:innen muss noch immer arbeiten gehen

Ein weiterer Umstand verdeutlicht die besorgniserregende Lage des Rentensystems. Heutzutage sind ältere Menschen deutlich öfter erwerbstätig als vor einem Jahrzehnt. Für eine wachsende Anzahl von Personen im Alter zwischen 65 und 75 Jahren stellt die Erwerbstätigkeit eine wichtige zusätzliche Einkommensquelle dar. Im Jahr 2021 waren bereits 12,9 Prozent dieser Altersgruppe berufstätig, im Vergleich zu nur 7,0 Prozent vor zehn Jahren, zeigt ein Bericht des Statistischen Bundesamtes. Rentnerinnen und Rentner setzen alles daran, der drohenden Altersarmut zu entkommen. Laut Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit sind in Deutschland bereits über 1,3 Millionen Frauen und Männer länger berufstätig, als es nötig wäre.