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Die Vegas-Regel: Darum solltest du sie jeden Tag im Büro anwenden

Die Vegas-Regel bedeutet im Büro dasselbe wie in anderen Situationen. Was im Meeting besprochen wird, bleibt auch im Meeting!

Vegas Regel
Die Vegas-Regel im Büro besagt: was im Meeting besprochen wird, bleibt im Meeting. Foto: Getty Images / boggy22

Du hast noch nie von der Vegas-Regel gehört? Wenn du eine kleine Filmkennerin bist, dann weißt du vielleicht schon, was gemeint ist. Alles, was jemals in Vegas (oder irgendwo anders) passiert, bleibt an diesem Ort und wird vertrauensvoll in der Gruppe gewahrt. Aber wo könnte man diese Regel noch anwenden? Wir bringen dir die Vegas-Regel beispielsweise jetzt in dein Büro.

Das besagt die Vegas-Regel im Büro

„Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas!“ – so lautet der traditionelle Spruch in amerikanischen Filmen, meist von einer Männergruppe ausgehend, die dabei ist, einige böse Dinge in der berühmten Stadt Las Vegas anzustellen. Größtenteils gelten ähnliche Regeln bei Junggesellenabschieden, womit Geschehenes in der geschlossenen Gruppe bewahrt wird.

Allerdings kann man diese Regel auch auf Situationen anwenden, die nicht mit irgendwelchen Exzessen zusammenhängen. In vielen Unternehmen ist sie sogar schon fest in der Unternehmenskultur etabliert, doch sie trug nie diesen Namen. Auf den Büro-Alltag ist der oben genannte Spruch auch auf Besprechungen anzuwenden: Was im Meeting besprochen wird, bleibt im Meeting.

Das bedeutet übersetzt so viel wie, dass alles, was untereinander im Team besprochen wird, vertrauensvoll im Team bleibt und nicht weitergegeben wird. Das Besprochene verlässt den Meeting-Raum eigentlich nicht, es sei denn, man entschließt sich gemeinschaftlich dazu, die Regel komplett oder in Teilen zu öffnen. So können Mitarbeiter:innen Wünsche, Meinungen und auch Kritiken äußern, ohne dass man sie dafür später wertet.

Dort kann man eine solche Regel anwenden

Die Regel kannst du praktisch in allen verschiedenen Formen der Kommunikation anwenden, eine grundlegende Vertrauensbasis sollte auf allen Ebenen gegeben sein. Folgende Gespräche können zum Beispiel davon profitieren:

  • jährliches Mitarbeiter:innen-Gespräch mit dem /der Vorgesetzten, wo beide über Leistungen und Ergebnisse des letzten Jahres sprechen und Anregungen, Pläne und Wünsche äußern können
  • Scrum Retrospektive, bei dem sich Scrum Master (Leiter eines Projekts), Entwickler und Product Owner treffen, um über die Entwicklung des Produktes und der Zusammenarbeit sprechen
  • Projektreviews, bei dem man einen Blick auf das Projekt selbst wirft und was für Ergebnisse es erzielt hat

Das bringt die Vegas-Regel

Im Unternehmen schafft die Vegas-Regel eine Kultur des Vertrauens und der konstruktiven Kritik. Auch Fehler kann man dadurch leichter zugeben und lernt dadurch auch besser. Ebenso kann man gleichzeitig viel besser voneinander lernen, weil eben dieses grundlegende Vertrauen gegeben ist. Man geht eben sicher, dass nichts davon außerhalb der Besprechung weitergegeben wird.

Die Vegas-Regel schafft einen geschützten Raum für alle Mitarbeiter: innen, die frei ihre Meinung äußern können und sich auf Diskussionen einzulassen, auch ohne später nachtragende Kommentare zu bekommen. Schon bei punktuellen Aufweichungen des Vertrauens geht dieser geschützte Raum sofort verloren und als Mitarbeiter: in hat man schon kein so großes Vertrauen in seinen/ihren Kolleg:innen mehr.